Als das Bordwerkzeug noch seinen Nutzen hatte
Wenn man einen Concours besucht, so wie er anlässlich des
British Classic Car Meetings in St. Moritz
am letzten Wochenende stattfand, dann stösst man oft auf Autobesitzer, die stolz das Bordwerkzeug ihres Autos präsentieren.
Und sie sind zurecht stolz auf den vollständigen Werkzeugsatz, denn ein komplettes und korrektes Repertoire zeugt von Originalität und Detailverliebtheit.
Gerade die Autos der Fünfziger- und Sechzigerjahre verfügten oft über eine sehr umfangreiche Werkzeugauswahl, denn erstens waren die Autos komplexer geworden und verlangten für Eingriffe daher die unterschiedlichsten Schraubenschlüssel, Kerzenschlüssel, Radkreuz, Zangen und Spezialwerkzeuge, zweitens waren es oft diese Hilfsmittel, die ein Erreichen des Ziels erst möglich machten, wenn etwas am Auto seinen Geist aufgab.
Seither ist der Umfang der im Auto befindlichen Werkzeuge stetig geschrumpft, heute findet man manches neue Autos, das sogar gänzlich auf Werkzeug verzichtet, warum auch nicht, wenn es für den Autofahrer gar nichts mehr zu reparieren gibt und wenn sogar die Motoren nicht mehr zugänglich sind. Spätestens seit das Ersatzrad weitgehend abgeschafft wurde, braucht es auch keinen Radschlüssel mehr und Zündkerzen halten fast ein ganzes Autoleben. Und was sollte man schon an einem Tesla oder BMW i3 noch selber reparieren können?
Umso grösser ist aber doch die Freude und auch die Ehrfurcht, wenn man im Kofferraum eines Rolls-Royce oder Bentley eine wahrlich luxuriöses Werkzeugset findet. Aber auch bei BMW beispielsweise gehörte das ausklappbare Werkzeug für Jahrzehnte genauso zum Auto, wie die Niere an die Fahrzeugfront.


























