Als es noch Gurtpeitschen gab
Oldtimer-Fahrer sind sich die Dinger natürlich gewohnt, aber moderne (und junge) Autofahrer haben vielfach noch nie Kontakt damit gemacht, denn seit Jahrzehnten sind die Gurtpeitschen bereits verschwunden. Die Mercedes-Baureihe W123 war in den Siebzigerjahren eine der ersten, die das Gurtschloss direkt am Sitz montierten und damit die immer gleich Position des Sicherheitsgurts sicherstellen, unabhängig ob der Sitz nach vorne oder hinten geschoben wurde.
Allerdings gab es die mehr oder weniger langen Gurtpeitschen noch bis in die Achtzigerjahre in vielen Automobilen, deren Sitzgestelle nicht für Montage des Gurts direkt am Sitz konzipiert waren.
Das Anschnallen mit einer Hand war wegen der manchmal widerspenstigen Natur der Gurtpeitschen nicht immer einfach und manchmal versteckten sich die Dinger auch zwischen Kardantunnel und Sitz. Allerdings waren die losen Gurtenden, wie sie vor der Entwicklung der Automatikgurten üblich waren, noch deutlich unpraktischer.
Standardisiert waren diese Gurtpeitschen übrigens nicht, je nach Hersteller wurde beispielsweise der Knopf zum Öffnen an unterschiedlichen Orten angebracht und eine Zeitlang gab es auch Schlösser, die nach dem “Liv-Flap”-Prinzip funktionierten, also nach keiner Lasche am Gurt verlangten (siehe früherer Kurzbeitrag ).
Übrigens, hätten Sie erraten, von welchen Autos die beiden Musterabbildungen (mit Sitz) stammen? Es handelt sich dabei um einen Fiat X1/9 von 1979 (oben) und einen Ford Capri von 1977 (unten).

































