Klassikerperlen der Zukunft - Lamborghini Gallardo

Bruno von Rotz
16.02.2019

Lamborghini Gallardo (© Lamborghini/Werk)

Der Lamborghini Gallardo war der späte Nachfolger der Siebziger- und Achtzigerjahre-Sportwagen von Lamborghini. Allerdings hatte er statt eines Achtzylinders einen längs liegenden V10-Motor vor der Hinterachse, der mindestens 500 PS stark war. Vorgestellt wurde das von Luc Donckerwolke gezeichnete Coupé im März 2003 auf dem Genfer Autosalon. Auf Scherentüren musste er zwar verzichten, aber er transportierte das Lamborghini-Image treffend.

Lamborghini Gallardo Spyder (© Lamborghini/Werk)

Bereits 2005 folgte der Spyder, der eine knappe Stoffkapuze trug. Die Leistung war bereits etwas angestiegen und neben dem Sechsganghandschaltgetriebe mit Kulissenschaltung gab es auch die E-Gear-Version mit automatisiertem Getriebe, dem viele Besteller trotz Aufpreis den Vorzug gaben.

Interieur des Lamborghini Gallardo (© Lamborghini/Werk)

2007 erschien die Version “Superleggera, die mehr Leistung, aber weniger Gewicht in die Waagschale warf. Im Jahr darauf wurde der Gallardo einem Facelift unterzogen und erhielt einen auf 5,2 Liter vergrösserten Motor. 560 PS wurden nun wie bei allen Gallardo auf die vier angetriebenen Räder verteilt.

Wie bei allen Gallardo? Nicht ganz, denn 2011 wurde die Balboni Edition vorgestellt. Diese Version, gewidmet dem legendären Testfahrer Valentino Balboni, der seit dem Miura praktisch jeden Lamborghini mitabgestimmt hatte, hatte “nur” angetriebene Hinterräder, 10 PS weniger (wegen eines anderen Motormappings) und vor allem spürbar weniger Gewicht. Damit liessen sich die Fahrleistungen der stärkeren Modelle problemlos egalisieren. Zunächst als Sondermodell geplant, kam der Hinterradantrieb später auch noch bei anderen Gallardo-Versionen zum Einsatz und spielte gegen Schluss der Produktion – ein weiteres Facelift wurde 2012 durchgeführt – die Rolle der Einstiegsvariante.

Im November 2013 wurde der letzte von knapp über 14’000 Gallardo gebaut, der Nachfolger hiess Huracan. Eine grosser Anteil ging in die Staaten, gefühlte 90 Prozent der Fahrzeuge auf dem Gebrauchtwagenmarkt sind mit dem automatisierten E-Gear-Getriebe ausgerüstet, obwohl die offene Kulissenschaltung beim Sammler hoch im Kurs stehen dürfte. Noch liegen die Preise bei 1/3 bis der Hälfte der damaligen Grundpreise, beim Kauf empfiehlt es sich hier, wie immer, das bestgepflegte Auto zu kaufen, denn die Unterhaltskosten können schnell ins richtig grosse Geld gehen.

Eine Klassikerperle ist der Gallardo auf jeden Fall, schliesslich brachte er nach vielen Jahren den Hinterradantrieb wieder zu Lamborghini zurück. Zudem sieht er gut aus und er hat diesen unglaublich aggressiv klingenden Zehnzylinder an Bord …

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