Als Magazin-Titelblätter noch Geschichten erzählten ...
Vor 50 und mehr Jahren, da zeigten sich die Titelblätter der Automagazine noch weitgehend aufgeräumt. Meist zierte ein grosses Bild die Frontseite und dieses Bild musste noch nicht einmal viel mit dem Inhalt des Hefts zu tun haben. Dann begannen Verkaufsstrategen zu entdecken, dass man in Einzelhandel mehr verkaufen konnte, wenn man den möglichen Kunden ein umfassendes Abbild des Inhalts zeigte.
Sehr erfolgreich damit war unter anderem die Auto Bild, die geradezu ein Feuerwerk an kleinen Bildern zeigte, so dass der Leser sofort erkannte, was er kriegte. Die Ästhetik blieb dabei natürlich auf der Strecke, die Eleganz der früheren Titelblätter ging verloren. Schauen wir also einmal etwas zurück und betrachten einige der hervorragend gemachten “Covers” der “Motor Revue” an. Hier wurden regelrechte kleine Geschichten erzählt, Inszenierungen vorgenommen, auf denen das Auge lange ruhen konnte.
Im Jahr 1954 etwa zeigte die Motor Revue 9/1954 einen Fiat 1900, wie er durch den herrschaftlichen Park fährt und dabei eine Dame passiert, die vermutlich am Teich ausruht und meditiert (Bild oben).
Ein paar Nummern später (Motor Revue 17/1956) ist es ein DKW 3=6, der in einer Flughafenszene wohl gerade die letzten Passagiere abgeliefert hat.
In der Motor Revue 19/1956 zeigt ein Fiat Multipla, zu welchen Transportaufgaben er taugt.
Im Jahr 1958 treffen sich auf dem Titelbild der Motor Revue 25/1958 zwei Frauen vor einem modernen Fabrikations- und Verwaltungsgebäude, als vielleicht die Chefsekretärin gerade mit ihrem Goliath 1100 zum Einkauf fahren will.
Und auf der Motor Revue 45/1963 erfreut sich eine junge Dame einfach ihres Lebens, so scheint es, während der Fiat 1300 im Hintergrund einfach unauffällig auf die Fortsetzung der Fahrt wartet.
Dies sind nur fünf der vielen Titelbilder, die aufwändig fotografiert (und teilweise auch gezeichnet) wurden in den Fünfziger- und Sechzigerjahren. Das Gute daran, alle diese Titelblätter kann man in der Zwischengas-Mediathek bequem durchblättern, Sie müssen also nicht man auf den Dachboden gehen, um die alten Hefte suchen zu gehen.


























