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Das etwas andere Porsche 911 Cabriolet

Bruno von Rotz
18.08.2018

Porsche 911 Spyder Bertone 1966 (© Gooding & Co)

Es dauerte bis 1982, bis man ein Porsche 911 Cabriolet kaufen konnte, bis dahin gab es nur den Targa. Dabei hatte der Amerikaner John von Neumann schon gleich am Anfang der Karriere des 911 für seine kalifornischen Kunden auf ein Cabriolet gepocht. Und er nahm die Sache auch gleich selber an die Hand.

Porsche willigte ein, ein Fahrgestell an Bertone zu liefern, der wiederum für die Gestaltung des ganz offenen Porsche 911 ausgewählt wurde. Porsche musste das Projekt nicht finanzieren, bestand aber auf ein Veto-Recht vor einer allfälligen Serienfertigung.

Heckansicht des Porsche 911 Spyder Bertone 1966 (© Gooding & Co)

Die Bertone-Gestalter machten sich ans Werk und schufen einen “Spyder”, der kaum etwas mit den bisherigen und aktuellen Porsche-Modellen gemeinsam hatte. Allerdings verlangte die Heckmotorbasis von den Designern einige Kompromisse, weshalb das Ergebnis nicht aus allen Winkeln gleich gut aussah.

Salon Genf 1966 - Porsche 911 Spyder Bertone 1966 (© Courtesy Gooding & Co)

Präsentiert wurde der Wagen am Genfer Autosalon im März 1966, wo er wohlwollend, aber nicht begeistert empfangen wurde. Die Automobil Revue schrieb damals:
“Völig neu ist ein Cabriolet auf dem Unterbau des Porsche 911. Dieser Wagen sieht kräftig, ja sogar recht vollschlank aus und liegt in der Mitte zwischen den rundlichen Formen des einstigen Typs 356 und der schlankeren 911 und 912. Die Linie erschien unterdessen als recht gefällig. Zwei versenkbare Visiere an der Front verdecken die Zwillingsscheinwerfer, seitlich tragen sie als Verlängerung Leuchtsignale zum Überholen am Tag. Eine weitere Besonderheit: Auf der Höhe der Gürtellinie ist eine Vertiefung angeordnet, welche als Fangvorrichtung für den Luftstrom zu zwei Eintrittsöffnungen hinter den Türen führt.”

Interieur des Porsche 911 Spyder Bertone 1966 (© Gooding & Co)

Nicht erwähnt im AR-Bericht wurde das komplett neu gestaltete Interieur, das sicherlich nicht jedermanns Geschmack war.

Der Bertone-911 konkurrierte in Genf nicht nur mit dem Lamborghini Miura, sondern auch mit dem De Tomaso Vallelunga und dem Vauxhall SVR –Autos, die allesamt deutlich progressiver wirkten.

Frontansicht des Porsche 911 Spyder Bertone 1966 (© Gooding & Co)

Zudem stand in Genf auch der hauseigene Targa von Porsche. Für den Bertone-Spyder gab es zwar einiges Interesse, aber keine Bestellungen in nennenswerter Anzahl, weshalb von Neumann das Projekt aufgab.

Der Wagen wanderte dann von Sammlung zu Sammlung, wurde irgendwann von Rot nach Schwarz umgespritzt und 1989 anlässlich einer Bertone-Ehrung in Pebble Beach gezeigt. Jetzt kommt er jetzt erstmals seit 25 auf den Markt, verlangt aber nach langer Standzeit sicherlich nach einer umfangreichen Überholung.

Gooding & Co, die den Wagen am 25. August 2018 in Pebble Beach versteigern , haben einen Schätzwert von USD 700’000 bis 1’000’000 angesetzt, was eigentlich in einer Zeit, wo schon fast normale 911er die Millionengrenze überschreiten, nicht übertrieben wirkt.

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Archivierte Einträge:

von 80******
09.08.2019 (19:59)
Antworten
Ein paar Klassen tiefer und billiger lässt sich die Verwandschaft mit dem FIAT 850 Spider nicht verleugnen :-)
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