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Die Sache mit der Rechtslenkung auf unseren Strassen

Bruno von Rotz
21.08.2018

Mercedes-Benz C63 mit Rechtslenkung (RHD)

Neulich erhielt ich ein relativ junges Auto mit Rechtslenkung angeboten, ein Mercedes-Benz C36 AMG (ähnlich zu dem abgebildeten). Zunächst dachte ich, dass sich hier eine gute Gelegenheit böte, günstig zu einem attraktiven Auto zu kommen, denn schliesslich sind bekanntlich nur wenige Autokäufer hierzulande bereit, einen rechtsgelenkten Wagen zu kaufen.

Mit selber macht das Fahren rechts sogar Spass und auf der Strasse empfinde ich dies kaum als Nachteil. Höchstens beim Überholen kann sich die fehlende Übersicht nach vorne negativ auswirken.

Vor etwas über 60 Jahren sprachen sich in der Automobil Revue , lange nachdem das Rechtsfahren auf unseren Strassen eingeführt wurde, einige Leser für das Lenkrad auf der rechten Seite aus. Als Vorteile wurden aufgeführt, dass man näher am rechten Rand fahren könne, dass man Radfahrer sicherer überholen könne, dass man gefahrloser am Strassenrand aussteigen könne, dass die Disziplin auf der Strasse insgesamt höher sei. Es gab sogar Leute, die forderten, man solle die Rechtslenkung gesetzlich festschreiben. Dazu kam es natürlich nicht. Selbst Lancia, die Autofirma die lange nur Rechtslenker verkaufte, musste schliesslich auf Linkslenkung wechseln. Heute sind rechtsgelenkte Autos die Ausnahme, meist handelt es sich um ältere britische Fahrzeuge oder Vorkriegsautos.

Aber wie steht es mit dem rechtsgelenkten Youngtimer? Die damals geäusserten Vorteile treffen doch eigentlich immer noch zu. Allerdings stellen sich ihnen eine Reihe von gewichtigen Gegenargumenten entgegen. Überall dort, wo man für ein Ticket, einen Schlüsseldreh oder Knopfdruck aus dem Wagenfenster greifen muss, ist man als Rechtsfahrender im Nachteil. Die Einfahrt zur Tiefgarage gelingt dann nur dank dem Beifahrer oder nach Aussteigen und um das Auto rennen. Ähnlich ist es bei Autobahnzahlstellen, wo man schnell zum Verkehrshindernis wird, wenn man rechts lenkt. Und Überholmanöver werden tatsächlich etwas risikoreicher, weil man einfach schlechter auf den entgegenkommenden Verkehr sieht.

Bei einem Alltagsauto also greift man wohl doch sehr ungern zu einem rechtsgelenkten Exemplar, auch schon deshalb, weil die meisten Leute sich mit der Fahrerposition rechts sehr schwer tun, zur Fensterkurbel anstatt zum Schalthebel greifen und den Innenrückspiegel in der rechten oberen Ecke suchen. Und von Zeit zu Zeit lehnt man ja (vielleicht) sein Auto auch anderen Leuten aus …

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