Wo Mensch und Maschine an ihre Grenzen stossen
Rallye-Teilnehmer, vor allem die mit offenen Autos und ohne Verdeck, wünschen sich für ihre Ausfahrten und Anlässe trockenes Wetter mit angenehmen Temperaturen. Leider kann sich keiner das für ihn optimale Wetter aussuchen und so kommt es, dass regelmässige Rallye-Teilnehmer auch schon ein alles andere als "angenehmes" Wochenende über sich ergehen lassen mussten.
600 km im offenen Vorkriegs-Auto bei strömendem Regen und rund 10 Grad Celsius kann das Team (und den Wagen) schwer an seine körperlichen Grenzen bringen. Zu aller Letzt hat man für diese Strapazen auch noch viel Geld bezahlt und die kommende Arbeitswoche verbringt man nicht im Büro sondern im Bett.
Genau dies widerfuhr den Teilnehmern der Mille Miglia 2013 und des Gaisbergrennens 2013.
Unter solchen Umständen sind aber nicht nur Fahrer und Beifahrer schwer gefordert, nein auch die Organisatoren, aber vor allem auch die Streckenposten, Medienvertreter und Fotografen leiden.
Man sagt immer so schön, es gäbe kein falsches Wetter, nur eine falsche Kleidung.
Zwar hat dies etwas Wahres, aber mit den im Jahr 2013 anfallenden Wassermassen und Tieftemperaturen kapituliert so manche Ausrüstung.
Konnte man in Brescia wenigstens noch ab und zu in eine gerammelt volle Bar eintreten, um einen heissen Tee oder Kaffee zu trinken, so war die Situation vor allem am Gaisberg unmenschlich extrem. Bei knappen drei Grad Celsius und heftigen Windböen, vier Mal rund ein einhalb Stunden lang im strömenden Regen zu stehen, um von jedem Teilnehmer ein Bild zu bekommen grenzt schon fast an ein Arbeitslager.
Denn nach rund einer Stunde gibt die dünne Regenhaut das Wasser frei zur dicken Winterjacke. Die wiederum leitet alles langsam aber sicher zum Faserpelz. Bald darauf schlägt Pullover 1 Alarm und muss den Kampf aufgeben. So gelangt das Nass zu Pullover 2 und schliesslich spürt die Haut das immer nässer werdende T-Shirt.
Mit der Nässe macht sich auch die Kälte breit. Nach knapp zwei Stunden werden die Autos wieder zum Start heruntergeführt.
Das einzige Restaurant weit und breit ist geschlossen, so blieb nur das eigene Fahrzeug als einziger trockener Platz zur Verfügung.
Nach dem zweiten Lauf kommt die lang ersehnte Mittagspause. Sie dient dazu, die Kamera wieder auf Vordermann zu bringen. Trotz vollem Schutz der Kamera und der Unmöglichkeit Objektive zu wechseln, hat sich das Wasser seinen Weg bis ins Fach der Speicherkarten gesucht.
Der dritte und vierte Lauf am Nachmittag bringen keine Verbesserung der Lage.
Viele Teilnehmer werfen das Handtuch und fahren zurück ins Hotel. Die meisten tragen es mit Fassung, ein paar wenige lassen ihrer Stinklaune freien Lauf.
Die Medien waren Ende Mai voll von Berichten zum Hochwasser, das nicht nur Salzburg, sondern auch weite Gebiete von Süddeutschland, Österreich und Polen heimgesucht hatte. Mancher Rallye-Teilnehmer kam entsprechend nur mit grossen Umwegen und mehreren Stunden Verspätung nach Hause.
So hoffen wir nun zum Jahreswechsel, dass die Veranstalter im 2014 etwas mehr Wetterglück haben und freuen uns schon jetzt auf ein kilometerreiches neues Jahr.

























