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Lassen Sie sich nicht ablenken!

Bruno von Rotz - 30.09.2013

Armaturenbrett des Fiat Topolino von 1948

Als ich letzthin auf der Autobahn fuhr, zeigte einer dieser modernen Bildschirme, die jetzt immer häufiger auf den Strassen auftauchen, eine Meldung mit ungefähr dem folgenden Wortlaut: “Lassen Sie sich nicht ablenken, Ihre Aufmerksamkeit ist wichtig für die Verkehrssicherheit. Ihre Polizei”. Rund zwei bis drei Sekunden benötigte ich wohl, um diese wichtige Notiz zu lesen und natürlich galt meine Aufmerksamkeit während dieser Zeitspanne nicht wirklich dem Strassenverkehr, sondern eben der Mitteilung.

Auch im modernen Auto stellt man eine Tendenz zur Informationsüberflutung fest. Vom Navigationssystem, zu den verschiedenen Warnungen, die in Displays dargestellt werden, bis zum Wirrwarr von Knöpfen oder gar komplexen Bedienungsabläufen über die Menüs des Bordcomputers, die Aufmerksamkeit des Fahrers wird nur allzu häufig vom Geschehen auf der Strasse abgelenkt.

Da waren die Autos unserer Väter schon noch ganz anders. Gerade in den Nachkriegsjahren überzeugten sie durch Einfachheit und Gradlinigkeit, wie das Beispiel des Armaturenbretts des Fiat Topolino von 1948 zeigt. Und dieses leistete sich sogar noch den Luxus, Öldruck und die verbleibende Benzinmenge anzuzeigen, manches Auto begnügte sich mit einem Tacho als einziges Instrument. Und vier oder fünf Knöpfe reichten,

um alle wesentlichen Funktionen des Autos zu meistern. Und wer mehr machen wollte oder musste, der öffnete die Motorhaube und dies natürlich im Stand.

Es war nicht alles besser früher, aber manches war einfacher. Und dies durchaus im Sinne der Verkehrssicherheit ...

 

Raritäten am Klausenpass

Bruno von Rotz - 29.09.2013

Derby K4 1929

Wer es dem neuen Organisationsteam des Klausenrennens nicht zugetraut hatte, interessante Fahrzeuge nach Linthal zu bringen, der sah sich gestern getäuscht, wenn er selber den zwar beschwerlichen, aber lohnenden Weg in den Kanton Glarus in Angriff nahm.

Rally NCP R 15 GP 1930

Derby, Rally, Salmson, Locomobile, wann sieht man schon solche Fahrzeuge fahrend auf der Strasse? Kaum jemand erinnert sich an diese Sport- und Rennwagen, kaum jemand, der sie in ihrer aktiven Karriere gefahren oder beobachtet hat, lebt noch.

Salmson Rally Grand Prix 1934

Doch alle diese Marken sind beim diesjährigen Klausenrennen vertreten und viele andere vergessene Marken auch. Toll!

Locomobile M48 Speed 1916

Und dass Mercedes Benz auch noch den W25 zum Klausenrennen brachte, macht den Anlass noch besser. Vor allem, weil Roland Asch den Vorkriegsrenner fährt und das mit viel Herz!

Mercedes Benz W25 von 1934

Und für alle die, die mit den Vorkriegsrennern nicht so viel anfangen konnten, fuhren dann noch zwei Rallye-Audi-Quattros hoch ... und einige Elektromobile.

Audi Quattro rallye-mässig unterwegs am Klausenpass

Unser wie immer umfangreiche Bericht folgt schon bald.

 

Als Autolampen noch Lampen waren

Bruno von Rotz - 28.09.2013

Oldtimer-Lampen

Wenn wir heute die Beleuchtungseinrichtungen sehr alter Automobile betrachten, dann fallen uns erst die grossen Entwicklungsschritte auf, die aus den ursprünglichen Lampen bis heute komplexe Projektionssysteme mit Gasentladungs- oder LED-Beleuchtungskörpern werden liessen.

Oldtimer-Lampen

Anfänglich war der Fahrzeugscheinwerfer nämlich noch wirklich fast wie ein Laterne gebaut, meist handelte es sich um Karbidlampen. Noch vor 1910 aber gab es bereits die erste Abblendeinrichtung, ab Mitte der Sechzigerjahre kamen Halogenlampen auf.

Es dauerte bis 1991, bis die ersten Xenon-Leuchten (im Siebner-BMW) eingebaut wurden. Mit den LED-Scheinwerfer steht die nächste Technologie bereit, erste Einsätze gab es bereits 2008 im Audi R8.

Es hat sich aber nicht nur die Leuchtquelle verändert, sondern vor allem die Steuerung und die Lenkung des Lichtsignals. Heutzutage sind Fahrzeugscheinwerfer eigentliche Projektionseinheiten, die von Computern gesteuert nicht nur Höhenveränderungen kompensieren können, sondern das Licht auch der Verkehrssituation anpassen. Und noch immer kosten die fortschrittlicheren Lichtsysteme Aufpreis. Heute zahlen wir für Xenon oder LED einen Mehrpreis, in den Sechziger- und Siebzigerjahren standen die H1-/H4-Halogenlampen separat auf der Preisliste. Und natürlich zahlt man nicht nur beim Neukauf mehr, sondern auch beim Ersatz. Wie einfach es mit diesem Ersatz dann allerdings in 20 oder 40 Jahren sein wird, wenn die Xenon-Leuchteinheit eines Siebner-BMWs erneuert werden muss, das können wir uns heute noch gar nicht ausmalen. Die alten Lampen und Leuchen aber kann ein guter Handwerker im Notfall auch heute noch nachbauen.

Oldtimer-Lampen

 

James Bond fährt Jensen FF

Bruno von Rotz - 27.09.2013

Jensen FF von 1969 - der fahrbare Untersatz für James Bond

Wenn man an James-Bond-Autos denkt, dann fallen die Marken Aston Martin und Lotus, vielleicht BMW und Bentley (am Rande). Ian Fleming setzte Bond zuerst in einen Bentley und nur als dieser wartungstechnisch verhindert war, musste ein Aston Martin als Dienstwagen herhalten.

Doch Ian Fleming verstarb 1964 und da waren gerade einmal ein rundes Dutzend Romane und ein paar Kurzgeschichten geschrieben. Doch die Romanfigur lebte weiter, nicht zuletzt dank der Filme. Eine ganze Reihe von Autoren schrieben zudem James-Bond-Romane und jetzt ist der bekannte Schriftsteller William Boyd an der Reihe, der gestern mit “Solo” seinen ersten Bond-Roman veröffentlichte.

Und Boyd ging das Risiko ein, Bond ein neues Auto zu verschaffen. Dazu muss man wissen, dass seine Geschichte, die sich um einen kleinen westafrikanischen Staat Zanzarim und politische/militärische Intrigen dreht, im Jahr 1969 spielt.

Jensen FF vor dem "The Dorchester"

Doch der Roman beginnt ruhig, denn James Bond feiert seinen 45. Geburtstag und er tut dies stilgerecht bei Dinner und gepflegtem Spiel im “The Dorchester”. Natürlich ist auch eine attraktive Frau mit von Partie.
Nach einer guten Portion Schlaf und seinem Lieblingsfrühstück im Hotel komplettiert er seine Geburstagsfeier mit einem Besuch eines Autohändlers an der Park Lane und lässt sich einen Jensen FF (Serie 1) zeigen.
Aus dem vorerst nur englisch erhältlichen Buch übersetzt liest sich dies (vorläufig) folgendermassen:

“Der Jensen FF”, sagte Eddie mit leiser Verehrung, wobei ihm fast die Stimme versagte. “Allradantrieb”.  Er öffnete die Fahrertüre. “Nehmen Sie Platz, Mr. Bond, schauen wir ober es für Ihre Grösse passt.”
Bond rutschte auf den Fahrersitz, umfasste mit seinen Händen den hölzernen Lenkradkranz, betrachtete die Instrumente auf dem Armaturenbrett, nahm den Geruch neuen Leders wahr. Auf Bond wirkte dies wie ein Aphrodisiakum.

Und später im Buch ist zu lesen:

Bond fühlte sich mehr wie in einem tief fliegenden Flugzeug als in einem Automobil, als er den Jensen beschleunigte .... Falls man je einen Wagen braucht, um sein Ego zu stärken, dachte Bond, dann würde der Jensen FF sicher die richtige Wahl sein.

So kommt also James Bond zum Jensen FF und erntet damit in diversen Internetforen zustimmende Kommentare. Tatsächlich - wir haben gerade einen Bericht über dieses revolutionäre Auto veröffentlicht - zählt der Jensen FF zu den innovativsten Autos der späten Sechzigerjahre, konnte er doch auf Vierradantrieb, Antiblockier-Bremssystem und eine servounterstützte Zahnstangenlenkung zählen. Verbunden mit einem starken amerikanischen V8-Motor konnte den eleganten Sportwagen (fast) nichts aufhalten. Also genau richtig für James Bond.

Signierte Ausgaben des neuen Bond-Romans vor der Auslieferung

Für die Präsentation des Buches arbeiteten der Verlag dann mit dem Jensen Club in England zusammen und so konnten die ersten signierten Kopien standesgemäss mit Jensen FF und anderen Sportwagen der Marke vom “The Dorchester” zum Flughafen befördert werden.

Unseren Artikel zum Jensen FF findet sich hier , das Buch kann bei Amazon  in englischer Sprache gekauft gekauft oder in deutscher Sprache vorbestellt werden.

Buch "James Bond - Solo" von William Boyd

 

Was uns im Jahr 1973 an Werbung geboten wurde

Bruno von Rotz - 26.09.2013

Werbung für den Opel Manta SR im Jahr 1973

Der “Manta SR - Vollblut aus bestem Stall” lautete der Titel zur Opel-Manta-Werbung in einer Hobby-Magazin-Ausgabe im Jahr 1973. Und sie endete mit dem Schlusssatz: “Opel Manta. Weil Sie was vom Fahren verstehen”. Illustriert mit tatsächlichen Pferden entsprach diese Anzeige dem damaligen Sprach- und Bildstil. Dies lässt sich auch an der Kadett-Werbung ersehen, die nur wenig vorher erschienen war. “Jetzt merken Sie, dass Ihr Kadett wirklich die bessere Wahl ist”, meinten die Werber und signierten mit “Opel Kadett. DAS Auto”.

Werbung für den Opel Kadett im Jahr 1973 - Das Auto

Aber nicht nur die Rüsselsheimer gaben sich vor 40 Jahren selbstbewusst, auch Renault beschrieb den R6 als “sicher und komfortabel, bewährt und ausgereift. Der 1100er für die Familie”.

Werbung für den Renault R6 von 1973

Und nicht nur die Autohersteller überboten sich mit Superlativen, auch die Mineralölindustrie mischte mit. Aral verhiess, dass es kein Super gäbe, das mehr Kilometer bringe als Aral Super.

Werbung für Aral im Jahr 1973

Und Kodak meinte, dass Ihr Kodachrome schärfer sei als die anderen Filme. Sichtbar.

Natürlich wurde damals auch mit den Reizen der Frau geworben, gerade 1973. BASF zum Beispiel bewarb das Profi-Tonband DPF 26 LH mit dem Satz “Kein Profi wird ihr den Rücken zukehren”. Abgebildet war eine schwarze Schönheit. Dies würde man heute wohl keinem Art Director mehr durchlassen.

Werbung für BASF im Jahr 1973

Und Zündapp legte eine Bikini-Frau auf das wassergekühlte Kleinmotorrad KS 50. Ja, so war das vor 40 Jahren.

Werbung für Zündapp KS 50 watercooled im Jahr 1973

Alle erwähnten Werbeillustrationen finden sich gross und unbeschnitten im Zwischengas-Archiv .

 

Die Pferde ziehen besser vorne

Bruno von Rotz - 25.09.2013

Karikatur auf Saab Preisliste von 1967

Auto-Preislisten waren und sind ja gemeinhin eine reichlich trockene Sache, es geht ja nur um Daten und Fakten. Im Jahr 1967 aber fand offensichtlich der Saab-Vertrieb in der Schweiz, dass man einen Vorzug der verkauften Modelle hervorheben müsse und bildete eine Karikatur auf der Rückseite ab, die den Vorteil des Frontantriebs illustrieren sollte. Damals war der Glaubenskrieg, was die bessere Antriebsform sei, noch voll im Gang, verfügten doch die meisten Fahrzeuge der Mittelklasse noch über die sogenannten “Standard-Bauweise”, hatten also den Motor vorne und die angetriebenen Räder hinten.

Der Saab 96, den es in unterschiedlichen Konfigurationen mit V4-1,5-Liter und mit Zweitaktmotor gab, verfügte über Frontantrieb, genauso wie der Sportwagen Saab 97 Sonett.

Übrigens kostete der günstigste Saab damals in der Schweiz CHF 8’650 und alle Wagen verfügten über Zweikreis-Bremsen, vorn Scheiben, 3-Punkt-Sicherheitsgurten, Lichthupe, Scheibenwaschanlage, Heizung, Entfroster für Windschutzscheibe und vordere Seitenscheiben, Klimaanlage, selbsttätige Entlüftung, Alternator und Außenrückspiegel. "Klimaanlage" war damals im Übrigen ein Synonym für Belüftungseinrichtung und implizierte nicht automatisch einen Klimakompressor.

Ja, so war das damals.

Die Preisliste ist natürich im Archiv von Zwischengas zu finden. Und einen Bericht zum Saab 96 haben wir natürlich auch schon früher publiziert.

Saab 96 von 1963

 

Parken bald nur noch für Oldtimer legal?

Bruno von Rotz - 24.09.2013

Buckel-Volvo auf grossem Parkfeld

Nun, wir geben es zu, der Titel ist etwas marktschreierisch. Aber tatsächlich birgt das Parken (oder Parkieren) moderner Autos, vor allem, wenn sie die Ausmasse eines SUVs mit fast zwei Metern Breite annehmen, ein durchaus erhebliches Bussenrisiko. In der Schweiz jedenfalls besagt der relevante Gesetzesartikel in der Signalisationsverordnung (SSV):
“Markierungen für den ruhenden Verkehr Art.79, 1ter: Wo Parkfelder gekennzeichnet sind, dürfen Fahrzeuge nur innerhalb dieser Felder parkiert werden. Parkfelder dürfen nur von den Fahrzeugarten benützt werden, für die sie grössenmässig bestimmt sind; für die Signalisation gilt Art. 48 Abs. 11.”

Exakt dem Wortlaut entlang interpretiert muss ein Fahrzeug also mit all seinen Extremitäten (also auch den Rückspiegeln) im Feld zu stehen kommen. Ein Audi Q7 ist mit Spiegeln weit über zwei Meter breit, viele Parkfelder messen gerade einmal 1,8 Meter, vor allem, wenn der Platz knapp ist oder wenn seit Jahrzehnten nichts mehr angepasst wurde.

Alfa Romeo Giulia SS geparkt

Da passen zwar ein Alfa Romeo Giulia SS, ein VW Käfer oder ein Opel Kadett A perfekt - auch die Rückspiegel waren, wenn überhaupt vorhanden, früher viel kleiner und näher am Auto montiert - aber bereits bei neuzeitlicheren Klassikern oder Autos mit luxuriösen Dimensionen wie dem Rolls-Royce Corniche wird es eng. Parkplatzmarkierungen haben schlicht das enorme Grössenwachstum des Personenkraftwagens nicht mitgemacht!

Rolls-Royce Corniche passt nur knapp auf das Standard-Parkfeld

Ein wenig Entwarnung können wir aber noch geben. Nach Rückfrage bei der Stadtpolizei Zürich wurde uns mitgeteilt, dass in der Praxis nur Fahrzeuge gebüsst würden, deren Räder sich nicht innerhalb des Feldes befänden. Golf-Fahrer können also aufatmen, Gross-SUV-Besitzer aber müssen weiterhin nach grossen Parkfeldern suchen. Aber die gibt es ja auch ab und zu, wie unser Bild vom gelben Volvo (oben) zeigt.

Und zudem ist zu sagen, dass das Problem nicht ganz neu ist!

 

Als es noch einen Ölmessstab gab

Bruno von Rotz - 23.09.2013

Ausschnitt aus der Bedienungsanleitung des Triumph TR 2 - Motorraum

Im Jahr 2013 mag der Titel dieses Blogbeitrags noch erstaunen, werden doch noch immer viele Autos mit einem Ölmessstab ausgeliefert. Doch bereits jetzt muss mancher Wagen darauf verzichten. Anstelle davon gibt es dann die Möglichkeit, die Messung elektronisch via Bordcomputer vorzunehmen. Was auf den ersten Blick wie eine Bedienungserleichterung und ein Komfortmerkmal wirkt, entpuppt sich bei tatsächlicher Nutzung schon bald als ein Ärgernis.

“2 Minuten warten, der Motor muss betriebswarm sein”, meint der Rechner und lässt einen untätig sitzen und warten. Nach einiger Zeit erscheint dann tatsächlich ein symbolisierter Ölmessstab auf dem LCD-Bildschirm, oder aber, der Text “bitte nachfüllen”. Natürlich folgt man der Aufforderung und giesst 0,5 Liter des inzwischen teurer als eine wirklich gute Flasche Burgunder gewordenen Longlife-Öls in den Einfüllstutzen.

Und sogleich geht das Spiel von neuem los. Denn natürlich konnte man im Motorraum nicht gleich überprüfen, ob der halbe Liter ausreichte, nein, man muss wieder den Computer bitten, nachzumessen. Wenn man Glück hat, genügte die eingefüllte Menge und es erscheint ein reichlich unexakt anzeigendes Skalensymbol. Wenn der Rechner aber noch nicht zufrieden ist oder Probleme mit dem Sensor vorliegen, dann muss der Fahrer inzwischen reichlich beunruhigt weiteres Öl in den Motor einflössen. DIe Möglichkeit einer manuellen Kontrolle fehlt.

Diese Systeme sind eigentlich nur praktisch, wenn sie nicht benötigt werden. Aber wenn bekannte Grossserienhersteller von Premiumautomobilen einen Ölverbrauch von bis 0,7 Liter pro 1'000 km für problemlos halten und daher des öfteren ein Nachfüllen nötig wird, dann hört der Spass auf. Spätestens dann zieht man den herkömmlichen Ölmessstab, wie er auf dem Bild im Triumph TR2 zu finden (F) ist, den modernen Lösungen vor. Auch deshalb, weil man damit innert Sekunden weiss, woran man ist und auch, weil man ja am Messstab nicht nur den Ölstand sondern auch ein wenig den Gesundheitszustand des Öls ablesen konnte. Und eine schöne Tradition ist das Ziehen dieses simplen Messgeräts ja sowieso ...

 

Fast 25 Audi 200er quattro 20 V zu fast 25 Jahren Audi 200 quattro 20V

Holger Merten - 22.09.2013

Audi 200 quattro 20 V von 1989 in Ingolstadt (© Holger Merten)

Auf der Piazza des Audi Forums in Ingolstadt fand Ende August  2013 ein Audi 200 quattro 20V Treffen statt. Was eher als lockere Ausfahrt in der Region vorhandener 20V stattfinden sollte, kann getrost mit rund 25 Fahrzeugen als das erste grosse Treffen dieses exklusiven Modells angesehen werden. Der Audi 200 20V quattro ist als Liebhaberobjekt in der Szene angekommen.

Um 11 Uhr fuhren die ersten Teilnehmer auf die Piazza vor dem Audi Museum vor. Hatte Initiator und Organisator des Treffens, Daniel Salzbrenner, mit einer guten Hand voll Fahrzeuge gerechnet, wurde er gleich mal überrascht. Denn schon um 11:30 standen knapp 20 Fahrzeuge vor dem Audi Museum. Und am Ende waren fast 30 Limousinen und Avant versammelt.

Audi 200 quattro 20 V von 1989 in Ingolstadt (© Holger Merten)

Selbst eine weite Anfahrt konnte Teilnehmer nicht abschrecken und so reisten sogar einige Fans des Modells aus dem Nachbarland Österreich an, wo der 200er 20V seinerzeit wegen der erhobenen Luxusteuer ein Exot blieb.

Um 13 Uhr fand auf Einladung von Audi eine umfassende Besichtigung des Museums statt. Aktuell steht kein 200er 20V in der Ausstellung, aber deren Zeitgenossen Audi 100, der Ur-quattro und der V8 entschädigten trotzdem. Nach viel Fachsimpelei um Ausstattung, Ersatzteile und kleine und grosse technische Probleme starteten die Fahrzeuge dann zu einer Ausfahrt ins nahe Altmühltal.

Wunderbar donnerten die 5-Ender durch die Landschaft, in den Ortschaften drehten sich die Hälse, ob der Power-Armada. Besonders die Generation der 50 - 70 jährigen - wohl ehemalige Audi Mitarbeiter - wussten sofort, was da anrollt und drehten die Hälse, zeigten den Enkeln die Besonderheiten des 20V.

Vom normalen 200er unterschied sich der 20V nämlich nicht nur durch 4-Ventil-Zylinderkopf aus dem Sport quattro, der den 2,1 Liter grossen Motor, damit satte 55 Katalysator-PS mehr auf die Kurbelwelle wuchtet, sondern auch durch ausgestellte Kotflügel vorn und hinten mit 215/15/60er Reifen, auf Wunsch auch mehr, und die wuchtigen US-Stosstangen sowie eine aufwändige zweilflutige Auspuffanlage.

Audi 200 quattro 20 V von 1989 in Ingolstadt (© Holger Merten)

Schon damals spektakulär: der Sound, der aus den Doppelendrohren bollerte. Das vom Ur-quattro bekannte - eher an einen US-V8 erinnernde Grummeln - kann auch der 20V beim Durchdrücken des Gaspedals hervorzaubern. Etwas eleganter als das Sport-Coupé, aber nicht minder sportlich. Unser schwarzes Exemplar, Erstauslieferung VW-Werk Wolfsburg, also eine Direktionslimousine in bestem Zustand, war dazu mit einem originalen MTM-Chiptuning für den Serienmotor ausgestattet, 272 PS, die beim Gasgeben enorm Schwung in die Fuhre bringen. Hoppla, wir wunderten uns erst einmal über das dünne Lenkrad, das aber einem mühelosen Halten der Linie aber dank des sehr gut abgestimmten Sportfahrwerks auf den Landstrassen im Altmühltal nicht im Wege stand. 0-100 km/h in unter 6 sek (Serie 6,6 sek).  Das optimierte Modell hatte zudem einen deutlich höheren Büffelrücken von Drehmoment bis 5'000 U/min, um danach nochmals mit Schub nachzusetzen. Insider reden von einem max. Drehmoment von über 450 Nm bei ungefähr 2'200 U/min  (Serie 309 Nm bei sagenhaft niedrigen 1'950 U/min).

Und mit einem roten Bereich ab knapp 7'000 U/min. konnte der Motor die Abstammung zum Sport quattro Triebwerk wahrlich nicht verleugnen.

Audi 200 quattro 20 V von 1989 in Ingolstadt (© Holger Merten)

Als Audi den 200er 20 V im Frühjahr 1989, sechs Monate nach der Präsentation der ersten Oberklasse-Limousine von Audi, dem V8, in Genf zeigte, verstand mancher das Auto nicht auf Anhieb. Schliesslich war der Audi 200 bereits sechs Jahre auf dem Markt und der Modellwechsel stand kurz bevor. Zudem hatte das Sportmodell im Vergleich zum V8  drei Zylinder und 30 PS weniger (250 PS), und vier Ventile hatte der V8 auch. Warum also neben dem V8 nochmals einen aufgewerteten 200er, der ausstattungsbereinigt annähernd gleich teuer war wie der V8 in den Ring schicken?

Den Journalisten war dies nach den ersten Testfahrten der Journalisten sofort klar. Der Wagen wurde nur noch gelobt: Leichter, schmaler, schneller als der V8 war der 200er 20V ein absolutes Sportgerät. Und mit dem Avant quasi der erste sportliche Lifestyle-Sportkombi von Audi, noch vor den später präsentierten Modellen RS2 Avant und dem S4 oder S2 der Audi 80/100 Nachfolgemodelle.

Der Audi 200 quattro 20V Avant war der erste Serienkombi, der weit über 240 km/h ging. Selbst Vergleiche mit kleinen Ferrari musste der Audi über sich ergehen lassen, dies aber mit klaren Vorteilen beim Platzangebot für die 4,80m lange Audi-Limousine.

Am Abend klang das Treffen beim Beisammensein aus, die letzen Teile, Erkenntnisse und Adressen wurden ausgetauscht. Alle waren sich einig, das wird nicht das letzte Treffen gewesen sein. Das glauben wir auch nicht, denn so fangen die ersten Treffen an, und irgendwann wird es heissen: "Weisst Du noch 2013, beim ersten Treffen in Ingolstadt….?".

Audi 200 quattro 20 V von 1989 in Ingolstadt (© Holger Merten)

 

Klassikerperlen der Zukunft - Mercedes Benz 500 SEC

Bruno von Rotz - 21.09.2013

Mercedes Benz 500 SEC von 1981 (© Daimler AG)

Über 74’000 Coupés der Baureihe 126 wurden hergestellt, sie hiessen Mercedes Benz 380 SEC, 420 SEC, 500 SEC und 560 SEC.

Für das luxuriöse Coupé wurde der Radstand der vielleicht innovativsten S-Klasse aller Zeiten um 8,5 cm gekürzt. Bruno Sacco passte die Karosserielinie an die Bedürfnisse des sportlichen Coupés an, übernahm von der S-Klasse was ging und schuf einen eleganten Heckabschluss sowie ein Gesicht, das alsbald auch nachgerüstet an anderen Daimlern zu finden war, weil es den Leuten so sehr gefiel.

Bruno Sacco und der Mercedes Benz SEC der Baureihe W 126 (© Daimler AG)

Das moderne und vergleichsweise zeitlose Design macht gerade der Baureihe 126 den Übergang ins Klassikersegment schwer, aber es ist alles da, was nötig ist, um auch als Sammlerfahrzeug zu bestehen: Elegante Linienführung, interessante formale und technische Lösungen und eine umfangreiche Fangemeinde.

Interieur des luxuriösen Mercedes Benz SEC Coupés, gebaut von 1981 bis 1986 (© Daimler AG)

Ein gut erhaltenes SEC-Coupé mit dem grandiosen V8-Fünfliter und Velours-Ausstattung ist gewiss ein angenehmer Reisebegleiter und ein zukünftiger Wertzuwachs ist mehr als nur wahrscheinlich.

 

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