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Archivierte Einträge:

Autoelektrik- und Elektronik vor 40 Jahren

Bruno von Rotz - 30.04.2013

Schaumodell Bosch Elektrik- und Elektronik-Komponenten am Pariser Automobilsalon 1972

Als wir über dieses Bild stolperten, mussten wir schmunzeln. Bosch demonstrierte anlässlich des Pariser Autosalon 1972 stolz mit einem vereinfachten Schaumodell eines Mercedes Benz SLs, wie wichtig die Elektrik- und Elektronikteile im Automobilbau geworden waren.

Sehr schön sieht man die Kerzen, den Alternator. den Anlasser, den Kühlventilator, Lampen, Zündspule und die Batterie, sowie Scheibenwischer, Hupe und ein paar weitere Kleinteile. Ziemlich übersichtlich das ganze, vor allem wenn man es mit den Myriaden von Elektromotoren und Microchips vergleicht, die sich heute in einem modernen Fahrzeug tummeln, verbunden über ein Bussystem und kilometerlange Kabelstränge.

 

The Great Gatsby - von Rolls-Royce zu Duesenberg

Bruno von Rotz - 29.04.2013

Duesenberg J 1931 in Pebble Beach 2012

Aufmerksame Trailer-Fans werden es bereits gemerkt haben, Jay Gatsby fährt im Remake des Filmes “The Great Gatsby” keinen Rolls-Royce Phantom I mehr, sondern einen Duesenberg Model J (oben ein Bild eines ähnlichen Modelles in Pebble Beach).

Der Film von Baz Luhrmann wird diesen Sommer in die (amerikanischen) Kinos kommen und nicht nur die Schauspieler wurden erneuert, sondern auch die Musik. Und eben auch die Autos, wo man offensichtlich auf amerikanische Klassiker zurückgreifen wollte, obschon man argumentieren könnte, dass die Duesenberg sicher weniger aristokratisch als die RR und mehr “nouveau riche” waren in den Zwanzigern, wie das Wall Street Journal beiläufig bemerkte.

Duesenberg Model J im Film "The Great Gatsby"

Wer sich den Trailer anschauen will, hier ist er:

 

Wenn ein Toyota mehr wert wird als die Klassiker von Ferrari, Lamborghini und Mercedes-Benz

Bruno von Rotz - 28.04.2013

Toyota 2000 GT 1967 (© Darin Schnabel - Courtesy RM Auctions)

Über die letzten Jahre haben die berühmten Mercedes Benz 300 SL in Flügeltüren-, aber auch Roadster-Ausführung für immer neue Preisrekorde an Versteigerungen gesorgt. Hätte man noch vor wenigen Jahren mit 200’000 bis 300’000 Euro einen guten SL der Fünfziger- oder Sechzigerjahre kaufen können, sind die Preise teilweise bis in siebenstellige Dollar-Regionen gestiegen. Entsprechend hoch sind denn auch die Erwartungen der Auktionshäuser, respektive der Besitzer, die ein derartiges Fahrzeug versteigern lassen. Auch gestern Abend erwartete man bei RM Auctions wieder Rekordpreise, insbesondere da es sich um sorgfältig restaurierte Fahrzeuge handelte. In Ford Worth wurden gleich zwei Roadster und ein Flügeltürer angeboten.

Mercedes-Benz 300 SL Roadster 1961 (© Darin Schnabel - Courtesy RM Auctions)

Umso erstaunter mag man deshalb sein, dass die beiden Roadster im Schatten eines Japaners standen, der für einen Rekordpreis gesorgt hatte. Es handelte sich dabei um einen Toyota 2000 GT von 1967, für den der Meistbietende sage und schreibe 1,05 Millionen USD bot und dieser Betrag muss noch um 10% aufgerundet werden, um auch noch für Aufpreis/Kommissionen geradezustehen. Während also die beiden SL Roadster unter der omminösen Millionengrenze blieben, schaffte der Toyota den Sprung in die Superliga.

Cockpit des Toyota 2000 GT 1967 (© Darin Schnabel - Courtesy RM Auctions)

Nun, völlig überraschend kommt dies natürlich nicht. Denn er ist selten (nur 337 Stück wurden gebaut) und schön, besitzt einen starken Motor und darf wohl zurecht als den ersten Supersportwagen bezeichnet werden, der in Japan entstand. Damals wollte ihn allerdings niemand kaufen, denn es fehlte den Japanern an Prestige.

Heute ist das offensichtlich anders, denn während man für den Toyota in Topzustand jetzt also eine Million zahlt, erhält man bereits für die Hälfte einen Lamborghini 350 GT oder für einen Drittel einen Ferrari 365 GTB/4 Daytona. So ändern sich die Geschmäcker.

Frontansicht Toyota 2000 GT 1967 (© Darin Schnabel - Courtesy RM Auctions)

Einen umfangreichen Bericht zur Versteigerung von RM Auctions in Texas haben wir soeben publiziert, mit allen Ergebnissen und Hunderten von Fotos. Alle Bilder stammen von Darin Schnabel - Courtesy RM Auctions.

 

Der elegant verkleidete Volkswagen aus Minneapolis

Bruno von Rotz - 27.04.2013

Bradley GT von 1973

Ende der Sechzigerjahre machten sich Gary Courmeya und David Bradley Fuller auf, ihren Traum vom eigenen Sportwagen zu verwirklichen. Entstanden daraus ist der Bradley GT, ein Sportwagen auf VW-Käfer-Chassis, mit hübscher Kunststoff-Karosserie. Man konnte ihn in unterschiedlichen Fertigsstellungsgraden kaufen und dann selber komplettieren. Die verwendeten Teile stammten aus der Grossserie, neben dem VW Käfer dienten auch Chevrolet Corvairs als Ersatzteilquellen.

Bis anfangs der Achtzigerjahre wurden immerhin etwa 6’000 dieser Kits verkauft und offensichtlich haben einige davon überlebt und sind heute in Sammlerhänden. Die meisten waren mit Flügeltüren ausgerüstet und überzeugen auch heute noch durch ein modisches und gefälliges Design mit Klappscheinwerfern.

Bradley Automotive wollte nach dem GT auch noch einen rafinierteren GT II verkaufen, der zum Teil sogar mit Elektroantrieb ausgerüstet wurde, doch 1981 ging das Unternehmen bankrott.

1973 aber verkaufte Bradley noch viele Autos und konnte sich sogar die hier gezeigte Anzeige in Road & Track leisten. In 50 Farben konnte man den Bausatz bestellen und vom Heimwerker wurden keine Schweisserkenntnisse gefordert. Gemäss Anzeige war der “VW in Disguise” nicht nur hübsch, sondern auch ökonomisch und konnte mit ein wenig Tuning 140 Meilen pro Stunde erreichen.

Werbung für den Bradley GT in der Nummer 4/1973 von Road & Track

 

Ein besonderer Wagen für Jacques Meyerie

Bruno von Rotz - 26.04.2013

Michelotti-Boudot-Conrero von 1962  (© Archiv Automobil Revue / zwischengas.com)

Einen ganz besonderen Sportwagen liess sich ein Herr Jacques Meyerie aus Lyon 1962 von Giovanni Michelotti gestalten und von Conrero bauen. Der Wagen ist unter den Namen “Michelotti-Boudot-Conrero” bekannt und basierte technisch auf der Plattform des Renault Dauphine.

Der Motor wurde von Conrero umfangreich umgebaut, erhielt einen neuen Zylinderkopf mit obenliegenden Nockenwellen (bi’albero) und leistete mit 998 cm3 beeindruckende 95 PS bei 7’400 U/Min. Das Drehmoment erreicht 98 Nm bei 5’500 Umdrehungen.

Michelotti-Boudot-Conrero von 1962 - Heckansicht (© Archiv Automobil Revue / zwischengas.com)

Die Karosserie bestand aus Aluminiumblech und zeigte Ähnlichkeiten mit Alpine-Modellen, aber auch mit dem ASA 1000. Das Heck war sehr geometrisch und kantig gestaltet und damit völlig eigenständig. Die Motorhaube auf dem Heck öffnete nach hinten. Sogar an ausschwenkbare Fensterchen hinter den Türen hatte man gedacht.

Michelotti-Boudot-Conrero von 196 mit offener Motorhaube  (© Archiv Automobil Revue / zwischengas.com)

Das Leergewicht des Sportwagens soll 600 kg betragen haben, was mit den fast 100 PS für  mehr als eindrucksvolle Fahrleistungen gesorgt haben dürfte. Über den Verbleib des Einzelstücks ist uns nichts bekannt.

Einen umfangreichen Bericht über das Schaffen Giovanni Michelottis haben wir gerade eben publiziert und natürlich finden sich wie immer die hier gezeigten Bilder in grosser Auflösung im Zwischengas-Archiv.

 

Gerüchte vor 40 Jahren - der 911-Nachfolger

Bruno von Rotz - 25.04.2013

Porsche 911 1972 (© Porsche AG)

Vor genau 40 Jahren glaubte die amerikanische Zeitschrift das Ende des Porsche 911 für besiegelt.

In der Ausgabe vom April 1973 ging Road & Track von der sicheren Annahme aus, dass der Porsche 911 für das Modelljahr 1975 einen völlig neuen Nachfolger erhalten werde, nicht zuletzt wegen der neuen amerikanischen Stossstangen-Gesetzgebung (“Motor Vehicle Information and Cost Savings Act”.

Man ging von einem Achtzylindermotor aus und zwar von einem luftgekühlten Boxermotor mit rund 3 bis 3,5 Liter Hubraum. Allerdings war den RT-Leuten auch ein anderes Gerücht zu Ohren gekommen. Es werde an einem wassergekühlten V8 mit 4,5 Litern Hubraum gearbeitet, der als Frontmotor eingebaut werden solle. Dieses Gerücht passte zu Aussagen des früheren Porsche-Pressechefs Rico Steinemann, der hochdrehenden, kleinen Motoren wegen der Abgasgesetzgebungen ein baldiges Ende prophezeite.

Road & Track konnte es sich sehr wohl vorstellen, dass Porsche mit einem frontgetriebenen V8-Modell eine völlige Kehrtwendung machen würde, denn es schien sehr unwahrscheinlich, dass Porsche noch einmal einen heckgetriebenen Sportwagen konzipieren werde und die Mittelmotorbauweise erlaubte ja kaum vier Sitze.

Porsche 911 S 2.7 Targa 1975 (© Porsche AG)

40 Jahre später sind wir natürlich klüger. Der V8 kam schliesslich 1977 tatsächlich, er hiess 928 und war, wie die Geschichte zeigt, nicht in der Lage, den 911 abzulösen. Für das Modelljahr 1974 aber führte Porsche das G-Modell ein, das mit neuen Stossstangen (und den berühmten Faltenbälgen) in der Lage war, die amerikanischen Aufprallgesetze zu erfüllen und über geradezu legendäre 14 Jahre gebaut wurde, bis der 964 1988 den Langläufer ablöste.

 

Der Charme der Sechzigerjahre

Bruno von Rotz - 24.04.2013

Lotus Elan von 1966 in der Serie "Mit Schirm, Charme und Melone"

Als ich gestern Abend mehr oder weniger zufällig wieder einmal eine alte Folge der Fernsehserie “The Avengers”, bei uns unter dem Titel “Mit Schirm, Charme und Melone” laufend, sah, freute ich mich sofort wieder an den schönen und stilvollen Automobilen. Steed fährt einen Vorkriegs-Bentley, Emma Peel einen herrlichen Lotus Elan Serie 3 (Bild oben). Was mir allerdings auch auffiel, war ein unpassender Aussenspiegel an Steeds Bentley (auf dem Foto allerdings nicht zu erkennen).

Bentley 3 Litre von John Steed

Aber natürlich, wer in den Sechzigerjahren seinen Bentley im Alltagsverkehr fuhr, wollte wohl auf die Vorteile eines praktischen Rückspiegels nicht verzichten und über Originalität und FIVA-Chartas dachte damals natürlich noch niemand nach.

Und was mich freute, ist, dass man damals die Geräusche der Autos noch so beliess, wie sich tatsächlich aufgenommen wurden. Wunderschön, diese Auspuffsymphonien des Bentleys und des Lotus.

 

Falls Du seit Deiner Kindheit eine Corvette wolltest, dann hast Du lange genug gewartet

Bruno von Rotz - 23.04.2013

Teil eines Werbeinserats für die Chevrolet Corvette C3 von 1973 in Road and Track

Im April 1973, also vor genau 40 Jahren, erschien in Road & Track eine ganzseitige Werbung für die damals aktuelle Chevrolet Corvette C3. Der Text begann mit: “Erinnerst Du Dich an das erste Mal, als Du eine Corvette sahst? Wie sie aussah? Wie Du Dich dabei fühltest?”

Und in diesem Stile ging es weiter, bis dann der Schlusssatz alles klarmacht: “Schliesslich, wenn das Kind, das immer eine Vette wollte, keine verdient, wer dann?”

Natürlich führt die Werbung auch alle Verbesserungen des Baujahres 1973 ins Feld, um die Käufer zu überzeugen. Da werde neue Reifen erwähnt, neue Motoren, eine bessere Geräuschisolation, stärke Stossstangen, usw.

“Building a better way to see the U.S.A.”, schrieb sich Chevrolet damals auf die (eigene) Fahne und offensichtlich funktionierte die Werbung damals nicht schlecht, denn 1973 konnten 10% mehr Corvette verkauft werden als im Vorjahr.

Werbeinserat für die Chevrolet Corvette C3 im Jahr 1973 in Road and Track

 

Lebensgefährliches Papier

Werner Bartholai - 22.04.2013

Peugeot 404 wird in Paris von Papierrollen eingedeckt (1965)

Vor Papier fürchten wir uns normalerweise nicht, ausser vielleicht vor bedruckten, denn schon manche Karriere wurde durch einen Zeitungsartikel beendet und manche Hoffnung durch eine nachträglich als Plagiat erkannte gedruckte Doktorarbeit zerstört.

Für diesen Taxifahrer in Paris im Jahr 1965 waren die Auswirkungen aber völlig anders. Ein mit Papierrollen beladener Lastwagen war zur Seite gekippt und hatte seine Fracht auf  einen Peugeot 404 entladen.

Gottseidank konnte der unglückliche Taxifahrer nach einer halben Stunde von der Feuerwehr unverletzt aus seiner wenig vergnüglichen Lage befreit werden. 

Peugeot 404 wird in Papier unter Papierrollen begraben (1965)

 

Die Globalisierung machte im Bernischen Pause

Bruno von Rotz - 21.04.2013

Velorex 16/350 von 1971

Ob es am neuerlichen Wintereinbruch lag? Jedenfalls wollten sich die Bieter an der übersichtlichen Versteigerung, die gestern in Wangen an der Aare stattfand, nicht aus dem Fenster lehnen.

Als Beispiel mag ein Dreirad des Typs Velorex 16/350, ein originelles Kleinstfahrzeug aus der ehemaligen Tschechoslowakei, dienen. Gerade einmal 2’500 Franken wollte der Meistbietende zahlen, im Februar 2013 war ein ähnliches Fahrzeug bei RM Auction anlässlich der Versteigerung des Bruce Weiner Museums noch für USD 12’650 USD zugeschlagen worden.

Simca 6 von 1950 an der Verkaufsausstellung in Wangen an der Aare

Und da spricht man von immer stärker globalisierten Preisen? In Wangen an der Aare jedenfalls hatte die Globalisierung Pause, denn auch für weitere Fahrzeuge, darunter ein Simca 6, ein Lea Francis Woody oder ein Alvis TB 14 wurden keine Weltmarktpreise geboten. Oder lag es doch am Schnee, der den potentiellen Käufern auf den Magen geschlagen hatte?

Lea Francis Woody von 1951

Ein Blick auf das Angebot und die Schätzpreise kann im News-Archiv von Zwischengas geworfen werden.

 

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