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SC73

Wird der Gaisberg zum Eisberg?

Daniel Reinhard - 31.05.2013

Porsche 910 am Gaisbergrennen 2013 (© Daniel Reinhard)

In ganz Europa spielt das Wetter verrückt. Gerade geht offensichtlich den regenreichste und sonnenärmste Mai seit Beginn der meteorologischen Aufzeichnungen zu Ende.

Wie soll es da in Salzburg besser sein, wo seit gestern das Gaisbergrennen - traditionell eingeläutet durch den Stadt-Grand-Prix - stattfindet.

Schneesicher dank Winterrausrüstung - VW Käfer am Giasbergrennen 2013 (© Daniel Reinhard)

Die ganz Vorsichtigen haben bereits Skier am Auto montiert, um im Notfall am zum Eisberg verwandelten Gaisberg ein Vorwärtskommen zu sichern, da ja keiner weiss, wie tief die Schneefallgrenze heute fallen wird. Bei den erwarteten Niederschlagsmengen könnte es schnell passieren, dass nur noch die Winterausrüstung ein Herunterkommen ermöglicht.

Stadt-GP des Gaisbergrennens - Regen und Schirme dominieren (© Daniel Reinhard)

Wie bereits beim Start zur Mille Miglia wurde auch der gestrige erste Tag vom Gaisbergrennen durch den Regen beherrscht. Völlig durchnässt und von beinahe winterlichen Temperaturen unterkühlt trotzten die Fans mit Schirm und Winterjacke dem garstigen Wetter am Streckenrand. Für Wärme im Herzen und Freude in den Augen sorgten die vorbeiziehenden Oldtimer-Raritäten und die meisten Besucher harrten denn auch bis zum Ende des Stadt-Grand-Prix an der Strecke aus.

Alter Morgan mit Schirm am Gaisbergrennen 2013 (© Daniel Reinhard)

Wir werden über das gesamte Gaisbergrennen in Form einer ausführlichen Bildreportage berichten.

 

Die Zeit bis zum Sommerbeginn mit unserem Cabriolets-Rätselraten überbrücken ...

Bruno von Rotz - 31.05.2013

Quiz 17 - Cabriolets

Schon immer war für Sonnenanbieter und Frischluftfreunde das Cabriolet das erstrebenswerte Automobil. Meist sportlich angehaucht erfreuten die offenen Varianten populärer und seltener Fahrzeuge auch den Freund geschmackvollen Designs.

Um die Freude auf den (hoffentlich bald) kommenden Sommer zu erhöhen, haben wir für unser neues Quiz einige seltene Cabriolets/Roadster/Spider/Barchettas aus unserem Archiv herausgezogen, die nun zu erraten sind. Jedes Fahrzeug stammt von einem anderen Hersteller, immerhin acht Nationalitäten sind vertreten.

Zu gewinnen gibt es nichts, es geht einfach um die Freude am Raten. Zum Quiz geht es hier .

Tags: 
Quiz

 

Design als Kunst und Lebensnerv - in Turin vor 35 Jahren

Bruno von Rotz - 30.05.2013

Ferrari BB von 1972 - Drahtgitter als Ausstellungsobjekt an der Designschau Cultura e Progetto in Turin im Jahr 1978

Vom 18. April bis 18. Mai 1978 fand im “Palazzo della Promotrice delle belle arti” in Turin die Ausstellung “Cultura e Progetto” statt, anlässlich der die “Carrozzeria Italiana” gefeiert wurde. Erstmals überhaupt legte dieser wichtige Industriezweig, der allerdings bereits 1978 vom Aussterben bedroht war, Rechenschaft über sein Schaffen ab.

Die Liste der anwesenden Grössen des italienischen Karosserieschaffens, die an der Pressekonferenz der Ausstellung eifrig Auskunft gaben, liest sich wie ein “Who is Who”: Giovanni Michelotti, Feiice Cornacchia, Nuccio Bertone, Dante Giacosa (Ausstellungspräsident), Carlo Bianchi Anderloni, Giorgio Giugiaro. Sergio Pininfarina.

Gezeigt wurden einige der schönsten Entwürfe überhaupt, darunter der Cisitalia 202 von 1947 ...

Cisitalia 202 1947 - gezeigt an der Ausstellung "Cultura e Progetto" in Turin im Jahr 1978

... , der Lamborghini Miura von 1966 ...

Lamborghini Miura von 1966 an der Ausstellung Cultura e Progetto in Turin im Jahr 1978

... , der Ferrari Berlinetta Boxer von 1972 (als Drahtskelett, siehe Bild oben), aber auch moderne und sperrige Entwürfe wie der Bertone Cababo von 1966 ...

Bertone Carabo von 1968 an der Ausstellung Cultura e Progetto in Turin im Jahr 1978

... oder der Ferrari Modulo von Pininfarina.

Ferrari Modulo von 1970 an der Ausstellung "Cultura e Progetto" in Turin im Jahr 1978

Zu sehen waren zudem der Isotta Fraschini 8A mit Karosserie von Sala, die Lancia Flaminia Limousine, der Alfa Romeo 6C 2500 S Touring, aber auch das Alfa-Romeo-Taxi-Projekt von Giugiaro, nebst vielen anderen Ausstellungsobjekten. Der Katalog alleine war wohl einen Besuch in Turin wert. 

Herausgestrichen wurde besonders auch die interdisziplinäre Arbeitsweise der italienischen Designers, die teilweise im Alleingang ganze Autos konzipierten, wie dies Luigi Fabio Rapi mit dem Isotta Fraschini Monterosa gezeigt hatte.

Einen umfangreichen Bericht über die vor 35 Jahren beendete Ausstellung gab es in der Nummer 22/1978 der Automobil Revue . Die hier gezeigten Bilder sind natürlich auch im Zwischengas-Bilderarchiv in grösserer Auflösung zu finden.

 

Unsere persönlichen Favoriten von Villa d’Este

Bruno von Rotz - 29.05.2013

Maserati A6G/54 Spider Zagato 1955

Nachdem unsere Kollegen von Classic Driver sich ihre Favoriten herausgesucht haben, wollen wir auch Farbe bekennen und sechs Fahrzeuge zeigen, die uns ganz besonders gut gefallen haben.

Da wäre einmal der Maserati A6G/54 Spider von Zagato aus dem Jahre 1955. Geradezu schlicht in seiner Formgebung wirkt er auch heute noch überaus gefällig und beinahe zeitlos. Die beiden Modelle von Frua haben uns auch gefallen, und die Wahl der Zagato-Version soll als “primus inter pares” verstanden werden, nachdem die Ferrari in dieser Klasse die Preise einheimsten.

Lamborghini 350 GTV 1963

Für uns war es ein aussergewöhnliches Ereignis, den ersten je gebauten Lamborghini, den 350 GTV von 1963 , in natura zu Gesicht zu kriegen. Darum darf er auch in unserer Favoritenliste nicht fehlen.

Isotta-Fraschini 8A Castagna 1930

Isotta-Fraschini Fahrzeuge sind selten und immer edel und schön. Der von Castagna im Jahr 1930 karossierte Wagen macht hier keine Ausnahme, darum gehört er auch auf unsere Liste.

Lagonda LG45 Rapide Open Tourer 1937

Wir haben eine Schwäche für Lagondas und als wir die geschwungenen Auspuffrohre des LG45 Rapide Open Tourer von 1937 erblickten, da war auch dieser in unserer persönlichen Favoritenauswahl gesetzt.

Talbot-Lago T14 LS 1956

Der kleine Talbot-Lago T14 von 1956 wirkt sehr elegant und gleichzeitig dynamisch, bietet interessante Rundungen und Details, ein sehr stimmiges Design mit ausgewogenen Proportionen.

Bandini 750 Siluro Barchetta 1955

Und da wir eine Schwäche für kompakte Sportwagen haben und uns die Bandini-Kreationen schon immer gefallen haben, gehört natürlich auch der Bandini 750 Siluro von 1955 in unsere Auswahl.

Ferrari 250 LM Pininfarina 1964

Und weil wir nicht zählen können, rutsch noch ein zusätzlicher Wagen auf unsere Favoritenliste. Es ist der Ferrari 250 LM von 1964 . Zu schön sind unsere Fotos geworden, zu atemberaubend ist dieses Pininfarina-Design.

Erst, wenn man selber versucht, einige wenige Fahrzeuge auszuwählen, merkt man, wie schwierig das Ausscheiden ebenfalls schöner und prachtvoller Fahrzeuge ist. Die Arbeit der Jury war auch dieses Jahr in Cernobbio wahrlich nicht einfach ...

Zum Corso d’Eleganza Villa d’Este ist ein umfangreicher Bericht erschienen, der natürlich auch die grossformatigen Bilder der hier präsentierten Fahrzeuge enthält.

 

Die Qualitäten eines Rolls-Royce

Bruno von Rotz - 28.05.2013

Rolls-Royce Silver Ghost Austrian Alpine Contest Car 1912

Viel eindrücklicher und überzeugender kann man wohl die Qualitäten eines Rolls-Royce nicht darstellen. Am Concorso d’Eleganza Villa d’Este war auch ein inzwischen über 100 Jahre alter Rolls-Royce Silver Ghost von 1912 zu Gast, nicht in der Schönheitskonkurrenz, sondern im Rahmenprogramm sozusagen.

Immerhin aber fuhr der Besitzer seinen Wagen durch die Garde der Ehrengäste, genauso wie es auch die Teilnehmer des Concorso getan hatten. Er sei auf Achse gekommen, raunte der ältere Herr hinter dem Lenkrad ins Mikrophon. Und er beabsichtige jetzt noch alle Alpenpässe, die sein Wagen 1913 anlässlich der Österreichischen Alpenfahrt, die er damals siegreich absolvierte, nochmals zu befahren, fuhr er fort. Und dann würde er auf Umwegen wieder heimkehren, so dass am Schluss eine Fahrstrecke von rund 6’000 km zusammenkäme.

Welchem hundertjährigen Auto würde man eine derartige Langstreckenfahrt zumuten, wenn nicht einem Rolls-Royce? Die Besitzer der meisten derart alten Autos kriegen schon Sorgenfalten, wenn eine Fahrt einige hundert Kilometer dauert und auch eine Fahrt über steile Alpenpässe traut man den wenigsten zu. Da zeigt es sich also, aus welchem Holz die Rolls-Royce damals geschnitzt waren. Und entsprechend dürfen sie denn auch stolz ihre Kühlerfigur in den Wind strecken, auch wenn es sich wie bei diesem von James Radley karossierten Silver Ghost, dessen Chassis im April 1912 übrigens 800 englische Pfund inklusive der Extras kostete, um eine ganz spezielle und lustvolle Ausführung handelt.

Besondere Kühlerfigur des Rolls-Royce Silver Ghost Austrian Alpine Contest Car 1912

Zum Corso d’Eleganza Villa d’Este ist ein umfangreicher Bericht erschienen, der natürlich auch die grossformatigen Bilder des Rolls-Royce Silver Ghost zeigt.

 

The Italian Job und die Persuaders am Concorso in der Villa d’Este

Bruno von Rotz - 27.05.2013

Aston Martin DB4 Convertible fon 1962 - der Wagen, den Charlie Croker im Film "The Italian Job" von 1969 fuhr

Film- und Fernsehserie werden sofort mit dem Kopf nicken, wenn die Namen Charlie Croker und Brett Sinclair fallen. Vielen Besuchern des Concorso d’Eleganze Villa d’Este aber mussten die Hintergründe zweier ausgestellter Aston Martin zuerst erklärt werden.

Da war einmal der Aston Martin DB 4 Convertible von 1962, elegant und natürlich als Klassiker gesucht. Das ausgestellte Exemplar aber hatte einst im Film “ The Italien Job Sir Michael Caine alias Charlie Croker als fahrbaren Untersatz gedient. Charlie Croker übrigens war im Film übrigens der Anführer einer Bande, die in Turin eine Goldlieferung, die für Fiat gedacht ist, an sich rissen und mit drei Mini-Cooper und den Goldbarren flüchtete, indem sie durch Computermanipulation (im Jahr 1969!) einen Verkehrszusammenbruch inszenierten.

Brett Sinclairs Aston Martin DBS, der für die Fernsehserie "Die Zwei" ("The Persuaders") auf V8 aufgepeppt wurde

Und da war ein orange-farbener  - die Farbe heisst eigentlich “Bahama Yellow”, um genau zu sein - Aston Martin DBS von 1970. Er wurde in der Fernsehserie “ The Persuaders ” (in der deutschen Synchronisation hiess die Serie “Die Zwei”) als Fahrzeug von Brett Sinclair alias Roger Moore genutzt.

Weil man zwar den neuen V8 anpreisen wollte, aber keinen vorrätig hatte, änderte man einfach die Modellbezeichnungen und die Räder am Auto. Das in der Serie verwendete Nummernschild “BS 1” wurde bei der Restaurierung durch das Aston-Martin-Werk gleich auch noch auf Vordermann gebracht.

Brett Sinclairs Nummernschild "BS 1" gehört auch heute noch zum Aston Martin DBS

Ein ausführlicher Bericht zum Concorso d’Eleganza Villa d’Este folgt schon bald.

 

Symbiose in Cernobbio

Bruno von Rotz - 26.05.2013

Bugatti 57SC Atlantic 1938 am Concorso d'Eleganza von Villa d'Este 2013

In Amelia Island und in Pebble Beach ist es schon lange üblich, um den Concours d’Elegance auch eine Auktion zu organisieren. 2011 und jetzt wieder 2013 wird dies auch in Cernobbio, wo der Concorso d’Eleganza Villa d’Este stattfindet, so organisiert. Und es scheint, dass dabei alle profitieren.

Ralph Lauren nimmt den Publikumspreis Coppa d'Oro vor der Villa d'Este entgegen

Während also im Park der Villa d’Este Ralph Lauren am Nachmittag des Samstags noch für seinen Bugatti 57SC Atlantic von 1938 die Coppa d’Oro entgegennehmen konnte und die Besucher die vielen schönen Klassiker bewunderten, ersteigerten am Abend bei RM Auctions zahlungskräftige Bieter mögliche Kandidaten für zukünftige Concorsi. Und da hatte es nicht wenige und sie waren offensichtlich gefragt.

Ferrari 340/375 MM für 8,8 Millionen versteigert an der RM Auction Villa Erba

Für den Ferrari 340/375 MM von 1953, der vor fast genau 60 Jahren bei den 24 Stunden von Le Mans mitfuhr (aber nicht gewann, denn die Jaguar C-Type waren nicht zu schlagen), fiel der Hammer nach rund 20 Minuten Bieterkampf erst bei 8,8 Millionen Euro.

Auch andere mögliche Villa d’Este Teilnehmer wie der Ferrari 400 Superamerica überschritten die Million deutlich und ein Merdedes-Benz 300 SL Roadster lag mit 995’000 Euro nur knapp darunter. Und auch der Concorso-Teilnehmer des letzten Jahres, ein Moretti 750 Gran Sport Berlinetta von 1953 schlug sich mit 120’000 Euro beachtlich und wird sicher schon bald wieder an einer Schönheitskonkurrenz zu sehen sein. Allerdings in Cernobbio, denn in der Villa d’Este kann ein Wagen nur einmal auftreten.

Ausführliche Berichte über den Concorso d’Eleganza und die Versteigerung folgen in Kürze.

 

Nostalgie ziert den Weltmeister-Helm

Daniel Reinhard - 25.05.2013

Sebastian Vettels Helm von Monaco 2013 zeigt Motive aus den Sechzigerjahren

Der dreifache Weltmeister Sebastian Vettel wechselt sein Helm-Design von Rennen zu Rennen. Als in den frühen Sechzigerjahren zaghaft mit dem Helm-Design begonnen wurde (Ricardo Rodriguez fuhr 1961 mit dem Ferrari Pferd auf seiner gelben Schale und Graf Berghe von Trips immer mit dem Wappen der Scuderia Colonia), blieben die Piloten meist über ihre gesamte Karriere einem Helm-Design treu.

Legendär dabei sind die klassischen Helm-Designs von Siffert, Hill, Stewart, Fittipaldi, Pace, Villeneuve usw! Noch heute sind sie auf jedem Foto sofort zu identifizieren.

Mit den Fahrern der Neuzeit wird diese Erkennung zunehmend schwieriger. Die Startnummern auf den Autos werden immer kleiner und weichen den grossen Sponsor-Aufschriften.  Schon in wenigen Jahren wird man intensiv recherchieren müssen, um einen bestimmten Fahrer identifizieren zu können.

Und für Generationen danach könnte das Erraten von Fahrernamen sogar zu einer  "Wetten dass"-Nummer werden. Und vielleicht schafft es dann nur noch ein Fan mit Ausnahmebegabung, die Helme der Fahrer im neuen Jahrtausend korrekt zuzuordnen. 

Wenigstens lässt Vettel am kommenden Sonntag mit seinem Helm die Nostalgie aufleben und zeigt diverse Motive vom GP Monaco des Jahres 1960, als Stirling Moss im Lotus 18 das Rennen wie auch im Jahre danach für sich entschied.

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Gestohlener Porsche 356 von 1955

Werner Bartholai - 24.05.2013

Gestohlenes Porsche 356 Pre-A Coupé von 1955

Während sich viele Sammler und Besitzer klassischer Autoraritäten ob der stetigen Wertsteigerung die Hände reiben, zeigen die ansteigenden Oldtimerpreise auch negative Auswirkungen. Der Diebstahl von teuren automobilen Raritäten wird zum lukrativen Geschäft. Und leider haben die alten Autos gut ausgerüsteten Diebesbanden nur wenig entgegenzusetzen.

So entwendeten dreiste Täter am 17./18. Mai 2013 (kurz nach Mitternacht) einen Porsche 356 von 1955 direkt vor dem Eingang des Steigenberger Hotels in Bad Neuenahr, indem sie zunächst die Beifahrertüre aufbrachen und dann einfach den Wagen mit einer Limousine abschleppten. Die ganze Aktion lief in wenigen Minuten ab, so dass offensichtlich niemand einschreiten konnte.

Der unglückliche Besitzer sucht nun Hinweise auf die Täter und den Verbleib seines Fahrzeugs (Chassis 54146, Motor P61327, Kennzeichen MG-PK 356H). Dazu hat er sogar extra eine Website eingerichtet . Wir würden es ihm gönnen, wenn der Wagen wieder zum Vorschein käme.

 

Alpenfahrt oder Alpenrennen?

Bruno von Rotz - 23.05.2013

Lancia auf der Alpenfahrt im Jahr 1931

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts (oder sogar noch etwas darüber hinaus) waren Alpenfahrten beliebte Veranstaltungen, um die Qualitäten des immer besser werdenden Automobils zu beweisen und den Fahrern sportliche Herausforderungen zu bieten. Dies waren keine “Kaffeefahrten”, mussten doch teilweise lange Strecken in kurzer Zeit zurückgelegt werden und das Strassennetz wies natürlich vor 60 oder 80 Jahren nicht die Qualität von heute auf.

Als Beispiel soll hier die Reichs- und Alpenfahrt des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs von 1928 herangezogen werden. “An den 6 Fahrttagen sind total 2839 Kilometer zurückzulegen, was einem Mittel von 473 Kilometer pro Tag entspricht”, schrieb damals die Automobil Revue und wies auf die enormen Herausforderungen für die Teilnehmer hin, die fast Tag und Nacht fahren mussten, um die erforderlichen Strecken zurückzulegen.

Die Freuden an den für den Sieg erforderlichen hohen Tempi waren nicht ungeteilt und die Automobil Revue echauffierte sich denn auch auf der Titelseite der Ausgabe 61/1928 “lautstark” über die teilweise rücksichtslose Fahrerei, die weder auf Geschwindigkeitsbegrenzungen, die damals teilweise noch 12 km/h oder sogar 8 km/h betrugen, noch auf die anderen Verkehrsteilnehmer Rücksicht nahm.

Doch auch die Widerstand leistenden lokalen Behörden, Bauern und anderen Betroffenen in der Schweiz machten es den deutschen Schnellfahrern und Alpenbezwinger nicht einfach, wie ein Bericht in der deutschen Motorsportzeitung bewies:

“Es ist vorgekommen, das Fahrzeuge von der Einwohnerschaft mit Steinen beworfen worden sind, man hat im Kanton Glarus mit Gerätschaften des Strassenbaus in der hohlen Gasse bei Küssnacht - frei nach Tell! - Felsbrocken die Böschung abwärts gewälzt, so dass einer Limousine fast das Dach eingeschlagen worden wäre, man hat - ganz besonders in Graubünden - Kuh-, Schwein- und Ziegenherden absichtlich und mit offenkundigem Zweck der Durchfahrtsbehinderung auf die Strassen getrieben, hat dann, als dies MIttel nicht mehr half, weil die Fahrzeuge sich gewaltsam einen Weg bahnten, Krankenfahrstühle mit alten Leuten quer über die Strassen gestellt, um die Teilnehmer zum Halten zu zwingen. Im Kanton Glarus wurden sandgefüllte Karren hinter Strassenkurven quer auf die Strasse gestellt, um Unfälle herbeizuführen, Feuerwehrschläuche quer über die Strassen gespannt usw.. Aber auch die Polizei half, Fahrzeuge wurden angehalten und unter Hinweis auf angebliche Geschwindigkeitsüberschreitungen hohe Geldsummen als ‘Busse’ verlangt, Vorderräder bis zur Zahlung mit Ketten gesperrt, in einem Sonderfall mit vorgehaltener Pistole (!) Zahlung eines hohen Frankenbetrags erpresst.”

Ja, es wurde damals mit harten Bandagen gekämpft, auf beiden Seiten. Und wenn wir uns heute manchmal über fehlende Toleranz und Unverständnis von Motorsport-Gegnern aufregen, zeigt dieses Beispiel, dass die Welt vor vielen Jahren auch nicht immer besser war.

MG TD auf der Internationalen Alpenfahrt 1951

 

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