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SCW19

Die Katze ist aus dem Sack - die FIVA-Charta von Turin

Bruno von Rotz - 31.01.2013

Restaurierungs- oder Erhalungsprojekt - Röhr Junior 6/30 PS 1934 Scheunenfund

Jetzt ist sie also offiziell, die bereits berühmt gewordene Charta von Turin. Bereits vor Erscheinen der endgültigen Version, die jetzt in deutsch, englisch und französisch vorliegt, gab es bei Diskussionen rote Köpfe. Und schon wurde interpretiert und schlussgefolgert, was die Charta ermögliche oder verhindere. Und natürlich gibt es potentielle Verlierer und Gewinner, wie immer, wenn man beginnt, etwas genauer zu regeln.

Dabei ist das Ansinnen ein gutes. Wenn wir dem historischen Automobil eine Zukunft garantieren wollen, wenn wir sicherstellen wollen, dass es auch in fünf, zehn oder fünfzig Jahren noch möglich sein soll, mit einem bis dahin vielleicht 50- oder gar 100-jährigen Fahrzeug auf öffentlichen Strassen zu fahren, dann müssen wir einen glaubwürdigen Gegenpol gegen neue Gesetzte und Bestimmungen erreichten, die andernfalls vielleicht nur noch Zero-Emission- und 100%-unfallsicheren Fahrzeugen die Fahrerlaubnis erteilen würden.

Der Öffentlichkeit, den Gesetzgebern und den Ämtern soll mit der Charta eine Leitlinie kommuniziert werden, an der man erkennen kann, ob ein Automobil ein Kulturgut und damit schützenswert ist, oder eben nicht. Nun, hier beginnt natürlich auch der heikle Teil der Geschichte. Aus der Charta lässt sich natürlich auch interpretieren, wann ein Fahrzeug kein Kulturgut ist, wann es nicht mehr schützenswert und gegebenenfalls nicht mehr verkehrszulassungsfähig ist. Aber eben, soweit sind wir noch nicht, denn erst die nun zu schreibenden Anleitungen, Ausführungsbestimmungen, etc. werden Klarheit darüber geben, was genau Sache ist.

Die Charta selber gibt erste Definitionen und Begriffe vor, unterscheidet zwischen Erhaltung, Konservierung und Restaurierung. Sie hebt die Wichtigkeit von Fahrzeughistorien, Dokumentationen und Archiven hervor und sie macht im Anhang Vorschläge für ein Markierungssystem, bei dem Teile mit Buchstaben gekennzeichnet werden, um später noch sagen zu können, ob es sich dabei um eine exakte Rekonstruktion eines Originalteiles, einen freien Nachbau oder sogar um eine Ergänzung oder Erweiterung des ursprünglichen Teils handelt. Soweit so gut.

Es war ein langer und intensiver Prozess. Die Arbeitsgruppe “Charta von Turin / FIVA Kulturkommission” mit den Mitgliedern Thomas Kohler, Gundula Tutt, Rainer, Hindrischedt, Mario De Rosa, Alfieri Maserati, Stefan Musfeld & Mark Gessler hatte es nicht einfach. Verschiedene Kräfte zogen und schoben, es gab parallele Entwürfe, immer wieder neue Vorstösse und schliesslich auch noch den Druck, jetzt endlich mit etwas konkretem herauszukommen. Gestern nun wurde die Charta publiziert, nachdem sie bereits am 27. Oktober 2012 ratifiziert wurde.

Wir geben der Einfachheit halber hier den vollständigen Wortlaut der Charta in Deutsch wieder. Die Originale sind wie bereits erwähnt auf den Webseiten der FIVA in englisch und französich und beim FSVA z.B. in deutsch nachzulesen.

Und natürlich sind wir gespannt auf die Diskussionen, die Interpretationen und die Verfeinerungen. Wir bleiben am Ball

Charta von Turin

Definitive Version, publiziert am 29. Januar 2013

EINLEITUNG

Die Fédération Internationale des Véhicules Anciens (FIVA) ist der Weltverband der Oldtimerclubs. Sie unterstützt und fördert die Erhaltung und verantwortungsvolle Nutzung von historischen Fahrzeugen als bedeutsamen Teil unseres technischen und kulturellen Erbes.

Historische Fahrzeuge sind wichtige Zeugnisse der Geschichte, sei es als Transportmittel, in Bezug auf die Entwicklung und den Stand der Technik ihrer Zeit sowie nicht zuletzt durch ihren Einfluss auf die Gesellschaft.
Diese Charta umfaßt mechanisch angetriebene, nicht-schienengebundene Landfahrzeuge. Ein Fahrzeug gilt als historisch, wenn es den Kriterien der Charta und den geltenden FIVA-Definitionen entspricht.
Die Charta kann überdies Gebäude und Artefakte, die im Zusammenhang mit historischen Fahrzeugen und der Zeit ihrer Nutzung stehen, wie beispielsweise Fabriken, Tankstellen, Strassen oder Rennstrecken, einschließen.

Die Besitzer historischer Fahrzeuge, die Kuratoren von Sammlungen und die Restaurierer historischer Fahrzeuge engagieren sich bereits seit vielen Jahren erfolgreich bei der Rettung, Erhaltung und Instandhaltung von historischen Fahrzeugen.

Diese Charta wurde von der FIVA als Anleitung bei Entscheidungen und Maßnahmen, die im Zusammenhang mit historischen Fahrzeugen stehen, verabschiedet. Die Charta von Turin fasst die Leitsätze für Nutzung, Unterhalt, Konservierung, Restaurierung und Reparatur von historischen Fahrzeugen zusammen.

Diese Charta basiert auf der Charta von Venedig der UNESCO (1964), der Charta von Barcelona (2005, historische Wasserfahrzeuge) und der Charta von Riga (2003, historische Schienenfahrzeuge) und ist vom Geist dieser Dokumente inspiriert.


CHARTA

Artikel 1, “Ziel”

Ziel dieser Charta ist es, die Fahrzeuggeschichte gemeinsam mit dem zugehörigen Design, der entsprechenden Technik und Funktion sowie ihrer dokumentierten Historie zu erhalten, ebenso wie die Erkenntnisse über ihre vielfältigen Einflüsse auf die Gesellschaft und ihr Umfeld.

Um historische Fahrzeuge zu verstehen, sie zu schätzen und das nötige Wissen um ihre Erhaltung und ihren Betrieb, insbesondere auf öffentlichen Strassen, zu sichern, sollten alle verfügbaren wissenschaftlichen und technischen Kenntnisse und die auf diesem Gebiet tätigen Einrichtungen einbezogen werden.

Artikel 2, “Zukunft”

Erhaltung, Restaurierung und alle verwandten Arbeitsprozesse zielen ab auf die Bewahrung von historischen Fahrzeugen, sowohl als technische Artefakte als auch als Zeugen der Transportgeschichte und Kultur.

Es ist unerlässlich, das dabei verwendete Fachwissen sowie die entsprechenden Materialkenntnisse und Methoden an spätere Generationen weiterzugeben. Es ist außerdem unser Ziel, das Spezialwissen, die Fachkenntnisse und die Fähigkeiten zu bewahren, die sich auf die Herstellung und den Betrieb von historischen Fahrzeugen beziehen.

Artikel 3, “Pflege”

Dauerhafte und nachhaltige Pflege ist unerlässlich für das Überleben von historischen Fahrzeugen.

Eine aktive Nutzung von historischen Fahrzeugen, insbesondere auf öffentlichen Strassen, ist wichtig, um sie zu begreifen sowie zur Bewahrung und Weitergabe der Kenntnisse über ihren Betrieb und Unterhalt an spätere Generationen.

Artikel 4, “Standpunkt”

Es fördert den Erhalt historischer Fahrzeuge, wenn sie als wesentlicher Bestandteil des öffentlichen Lebens und als Beitrag zu unserem kulturellen Erbe angesehen werden.
Daher ist die Möglichkeit ihrer Nutzung wichtig und wünschenswert. Im Zusammenhang mit einer Nutzung sollen sie jedoch nicht weiter als nötig verändert werden.

Unvermeidbare Modifikationen sollen die historische Substanz nicht beeinträchtigen. Prinzipiell sollen sie die zeitgenössische Technik und die zeitgenössische Erscheinung nicht verändern.

Artikel 5, “Verfahren”

Die Bewahrung von historischen Fahrzeugen kann Eingriffe in unterschiedlichem Umfang notwendig machen.

Erhaltung bedeutet die Pflege und den Schutz eines Fahrzeuges oder Objektes vor Beschädigung und Verfall, so dass sein Zustand, seine individuelle Qualität und sein spezifischer Erinnerungswert gewahrt bleiben.

Konservierung umfasst alle Eingriffe, die das Fahrzeug oder Objekt sichern und seiner Stabilisierung dienen, ohne den Bestand zu verändern und ohne seinen historischen oder materiellen Zeugniswert in irgendeiner Weise zu gefährden. Es wird damit also ausschließlich der weitere Verfall verhindert oder zumindest aufgehalten. Solche Maßnahmen sind meist äußerlich nicht sichtbar.

Restaurierung umfasst alle Maßnahmen zur Ergänzung von fehlenden Teilen oder Bereichen mit dem Ziel, einen früheren Zustand des Objektes wieder ablesbar zu machen. Die Restaurierung wird generell weiter eingreifen als eine Konservierung. Restaurierte Bereiche sollen sich harmonisch in den historischen Bestand einfügen, bei genauerer Untersuchung jedoch sicher von diesem unterscheidbar sein.
Reparatur hingegen bedeutet die Anpassung, Instandsetzung oder den Ersatz von vorhandenen oder fehlenden Bauteilen. Die Reparatur hat zum Ziel, die volle Funktionsfähigkeit des Objektes wieder herzustellen und nimmt häufig keine Rücksicht auf die authentische, zum Fahrzeug gehörende Substanz.

Erhalt, Konservierung und Restaurierung sind spezialisierte Prozesse. Ihr Ziel ist es, den technischen, ästhetischen, funktionalen, sozialen und historischen Wert eines Fahrzeuges zu erhalten und aufzuzeigen.
Sie sollte immer das originale Erscheinungsbild und die historischen Grundlagen des jeweiligen Fahrzeugs verstehen und berücksichtigen. Sie sollen auf dem Respekt vor dem im Einzelnen überlieferten Bestand und den Informationen aus authentischen Dokumenten basieren

Artikel 6, “Geschichte”

Veränderungen, aus der normalen Gebrauchszeit, eines historischen Fahrzeuges gegenüber dem Auslieferungszustand sind Zeugnisse der Fahrzeuggeschichte. Diese sollten daher erhalten bleiben.
Die Restaurierung eines historischen Objektes erfordert darum nicht, sein Aussehen und seine technischen Merkmale ins Erscheinungsbild des ursprünglichen Baujahres zurückzuversetzen.

Eine Restaurierung hin zur Erscheinung einer bestimmten Epoche sollte erst nach sorgfältiger Prüfung historischer Aufzeichnungen und Dokumente sowie nach sorgfältiger Planung ausgeführt werden.
Bauteile und Materialien, welche durch neue ersetzt wurden, sollten durch einfache und dauerhafte Markierungen leicht erkennbar gemacht und von der historischen Substanz unterschieden werden.
Für solche ersetzten Bauteile empfiehlt die FIVA ein Markierungssystem (s. Anhang 1)

Artikel 7, „Genauigkeit“

Bei der Restaurierung historischer Fahrzeuge sollten bevorzugt die historisch korrekten Materialien und Arbeitstechniken benutzt werden, es sei denn, diese können aus Gründen der Sicherheit, der Gesetzgebung oder der Verfügbarkeit nicht länger verwendet werden.

Speziell bei der Konservierung der historischen Substanz können sich die traditionellen Materialien als unzureichend erweisen. Wie bei der Restaurierung können dann solche modernen Ersatzmaterialien und Techniken herangezogen werden, deren Eignung und langfristige Beständigkeit wissenschaftlich nachgewiesen oder durch praktische Erfahrung erprobt sind.

Artikel 8 „Erscheinungsbild“

Alle vorgeschriebenen Veränderungen, die außerhalb der normalen Gebrauchszeit notwendig werden, sollen sich unauffällig in die originale Struktur und das Erscheinungsbild einfügen.
Solche Einbauten sollen reversibel sein. Alle wesentlichen Originalteile, die entfernt wurden, sollen für eine mögliche zukünftige Wiederverwendung und als Referenz für ihre ursprüngliche Substanz und Machart zusammen mit dem Fahrzeug aufbewahrt werden.

Artikel 9, “Planung”

Alle Arbeiten an einem historischen Fahrzeug sollten genau geplant sowie nachvollziehbar und angemessen dokumentiert werden.
Die entsprechenden Aufzeichnungen sollten mit dem Fahrzeug aufbewahrt werden.

Artikel 10, „Archive“

Alle Personen, Einrichtungen und Organisationen, die am Erhalt, der Konservierung, der Restaurierung, der Reparatur und dem Betrieb von historischen Fahrzeugen beteiligt sind, sollten geeignete Vorkehrungen für den Schutz ihrer Aufzeichnungen und Archive treffen.

Artikel 11, “Status”

Institutionen, die sich mit dem Erhalt und der Weitergabe von Wissen für den Erhalt und den Betrieb von historischen Fahrzeugen beschäftigen, sollen sich bei internationalen und nationalen Behörden um eine Anerkennung als kulturerhaltende Institutionen bemühen.

Sammlungen und Archive von Schriftgut, Plänen und anderen Artefakten, die im Zusammenhang mit historischen Fahrzeugen stehen sollten als Kulturgut bewahrt werden.

Anhang 1:

Vorschläge zu einem Markierungssystem

Dabei werden die folgenden Buchstaben als permanente Markierung verwendet:

  • NB = für „newly built“
    (so exakt wie möglich in Art und Material kopiert & direkt nach einer nachgewiesen originalen Vorlage neu angefertigt)
  • FR = für „free reconstruction“ 
    (frei rekonstruiert, ohne direkte historische Vorlage in Form, Material und Herstellungstechnik. Dieses Teil erfüllt jedoch technisch die Funktion eines ehemals vorhandenen historischen Bauteiles)
  • CS = für „conservational stabilization“ 
    (eine spätere zur Erhaltung eingefügte Verstärkung der historischen Substanz)

Wenn möglich wird empfohlen, einem solchen Kürzel folgend, die Jahreszahl der Nachfertigung anzufügen.

 

Eine Prospekt-Rarität - Alpine-Renault A310 Prototyp von 1971

Bruno von Rotz - 30.01.2013

Alpine A 310 Prototyp von 1971

Als Jean Rédélé im März des Jahres 1971 die Alpine A310 in Genf vorstellte, waren die Arbeiten wohl noch nicht soweit fortgeschritten wie erhofft. Der Wagen war noch weitgehend unerprobt und ein Prototyp.

Heckansicht des Alpine A 310 Prototyps von 1971

Genauso schnell wie mit dem Auto musste es wohl auch mit der Broschüre gehen, die am Stand abgegeben wurde. Auf dem in wenig überzeugender Druckqualität wiedergegebenen Schwarz-Weiss-Faltblatt war der Prototyp - von allen Seiten abgelichtet - mehrfach abgebildet, leicht erkennbar an den obenliegenden Hecklampen, die beim Serienmodell unter die Stossstange wanderten.

Titelblatt des Alpine A310 Prospekts von 1971Auch die technischen Daten waren unvollständig erfasst. Aber immerhin konnten Interessenten etwas nach Hause nehmen, um sich auf die Serienversion zu freuen, die bereits im Sommer in Produktion ging.

Die Druck-Auflage dürfte klein gewesen sein, umso erfreulicher für uns ist es, dass wir eine Kopie auftreiben konnten und dass diese jetzt im Zwischengas-Archiv zu finden ist.

Einen ausführlichen Bericht zum A310 haben wir vor einigen Wochen veröffentlicht.

 

 

Über die Reinigung von Weisswandreifen

Bruno von Rotz - 29.01.2013

Weisswandreifen am BMW 501

Im Jahr 1955 war in der Betriebsanleitung des BMW 501 V8 zu lesen, wie mit Weisswandreifen umgegangen werden solle:

“Weisswandreifen werden mit einem Schutzanstrich geliefert, der erst nach Fertigmontage mit warmem Seifenwasser abzubürsten ist.

Im Betrieb sind Weißwandreifen ebenfalls mit Seifenwasser zu reinigen. Bei stärkerer Verschmutzung kann auch eines der Reinigungsmittel IMI, ATA, VIM usw., keinesfalls aber Benzin, Benzol, Petroleum, Öl oder verwandte Reinigungsmittel verwendet werden.

In hartnäckigen Fällen hilft eine Mischung von 5 Teilen Schmierseife, 5 Teilen Salmiakgeist, 40 Teilen Brennspiritus und 50 Teilen Wasser oder eine Paste aus Brennspiritus mit feinem Bimspulver oder mit einem der obengenannten Reinigungsmittel.

Diese Pasten dürfen nicht mit der Lackierung in Berührung kommen. Abschließend die Reifen mit klarem Wasser und Bürste nachreinigen.”

Die ganze Betriebsanleitung zum BMW 501 V8 von 1955 , in der natürlich auch Fahr- und nicht nur Reinigungshinweise stehen, gibt es wie gewohnt im Zwischengas-Archiv und den Bericht zum BMW 501 findet man da natürlich auch.

 

Als Regazzoni Foitek besuchte

Daniel Reinhard - 28.01.2013

Clay Regazzoni besucht Karl Foitek beim Garagenjubiläum im Jahr 1982

Das zwanzigjährige Jubiläum der Garage Foitek im Jahr 1982 liess sich selbst Clay Regazzoni nicht nehmen. Höchst persönlich besuchte er seinen Freund Karl Foitek zum Firmenjubiläum an der Brauerstrasse in Zürich.

Karl Foitek (inzwischen 81 Jahre alt), durchlief als Fahrer, als Manager seines Sohnes Gregor, wie auch wirtschaftlich, alle Höhen und Tiefen der Sport- und der Geschäftswelt. Doch er liess sich nie unterkriegen. So gelangte er mit Gregor bis in die Formel 1 und vor einem Jahr konnte er gar das fünfzigjährige Jubiläum der inzwischen unter der Führung seiner drei Söhne Frank, Reto und Gregor im September 2008 neu gegründeten „Foitek Automobile AG“ in Altendorf feiern.

Leider stattet heute kein Fernando Alonso oder Felipe Massa mehr einen spontanen Besuch ab. Die Szene hat sich drastisch verändert. Die heutigen Fahrer sind unter Dauerstress und überhaupt nicht mehr für spontane Aktionen zu haben. Karl Foitek hatte früher des öfteren prominenten Besuch, so kam nicht nur Regazzoni gelegentlich vorbei, sondern auch Grössen wie Silvio Moser, Charles Vögele oder Walter Habegger, um nur einige Beispiele zu nennen.

 

Jetzt schlägt es Dreizehn - Vorschau auf die Aflenzer Winterclassic 2013

Bernhard Brägger - 27.01.2013

VW Käfer an der Aflenzer Winterclassic

Start und Ziel der Aflenzer Winterclassic ist der Kurort Aflenz in der Hochsteiermark. Aflenz war bereits1914 bei der ältesten Rallye der Welt - der Österreichischen Alpenfahrt – Durchfahrtsort mit Passier- und Zeitkontrolle für die 75 Wagen. Damals fuhr man in acht Etappen unglaubliche 2951 km. Auf unbefestigten Straßen!

Aflenzer - Porsche 911 auf der Wertungsprüfung Rettenegg

Die Aflenzer Winterclassic ist eine klassische Rallye nach dem Vorbild der Internationalen Österreichischen Alpenfahrt der 50er- und 60er-Jahre, als in der Steiermark Rallyeasse wie Maurice Gatsonides, Paddy Hopkirk, Hannu Mikkola, Ove Anderson, Björn Waldegaard, Alcide Paganelli oder Achim Warmbold ihre Werkswagen gnadenlos über das Hiaslegg, den Lonschitz, den Eibeggsattel, die Teichalm oder das Niederalpl prügelten. Aber auch die Österreicher Richard Bochnicek, Johannes Ortner, Klaus Russling, Günther Janger und viele andere mischten ganz vorne mit. Nur vereinzelt wagten sich Schweizer auf die knüppelharten Spezialprüfungen.Und auch all die grossen Sportwagenhersteller waren dabei: Steyr-Puch, Saab, Citroen, Porsche, Austin und Morris, BMW, Ford Escort oder Renault Alpine.

Aflenzer - Porsche 356 B mit Maszynski und Marek

Die Aflenzer-Winterclassic knüpft auch 2013  an diese grosse Rallyevergangenheit in der Steiermark an. Natürlich geht es nicht wie anno dazumal um die begehrten Alpenpokale oder um Punkte in der Europa-Rallyemeisterschaft. Trotzdem, die Aflenzer Winterclassic gehört zu den fahrerisch anspruchsvollsten, historischen Automobilveranstaltungen Europas.

Das Konzept ist fair und einfach. Die Fahrzeuge sind 30 Jahre und älter. Auch für sportliche Fahrzeuge aus den 30er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts ist eine Kategorie ausgeschrieben. Die Aflenzer-Winterclassic führt die Teilnehmer über kleine Nebenstraßen auf schneebedeckte Almen, in tiefe Täler, über vereiste Pässe. Eine Herausforderung an die Fahrer und das klassische Automobil. 720 Kilometer und 25’000 Höhenmeter müssen überwunden werden. Die meisten Kilometer finden auf Schnee und Eis statt. Gefahren wird nach Karten. Die Sollzeiten an den Kontrollen und am Ziel der Wertungsprüfungen werden in vollen Minuten gemessen.


Aflenzer Winterclassic - ohne Spikes geht gar nichts

Auch ehemalige Rallyefahrer - heute auf historische Wagen umgestiegen - aus Österreich, der Schweiz und Deutschland werden für Stimmung auf den Schnee und Eisgassen sorgen. Aus dem Zeitplan sind einige für spektakulären, historischen Rallyesport garantierende Wertungsprüfungen ersichtlich. Und an diversen Punkten können die Rallyefahrzeuge aus vergangenen Zeiten bei den Servicearbeiten:beobachtet werden: Porsche 356, 911, 944, Lancia Fulvia Zagato 1600, Alfa Romeo GTV, Ford Escort RS, Austin A30, Volvo 122S, Saab 96, Alvis DKC 731, Renault Alpine und viele mehr.

Der Zeitplan

Freitag, 15. Februar 2013

  • 14.00    Aflenz Hotel Post - Karlon: 1. Fahrzeug am Start
  • 14.25    Seebergsattel: 1. Fahrzeug auf der Wertungsprüfung
  • 16.45    St. Kathrain/Hauenstein: 1. Fahrzeug Servicezeit 10 Min.
  • 18.45    Naas/Raabklamm: 1. Fahrzeug Wertungsprüfung
  • 18.59    Jägerwirt/Semmriach: 1. Fahrzeug Servicezeit 45 Min.
  • 21.26    Aflenz Hotel Post: 1. Fahrzeug am Ziel

Samstag 16. Februar 2013

  • 09.00    Aflenz Hotel Post Karlon: 1. Fahrzeug am Start
  • 09.32    Hiaslegg: 1.Fahrzeug auf der Wertungsprüfung
  • 11.49    Reichenfels: 1. Fahrzeug Servicezeit 45 Min.
  • 13.58    Pack: 1. Fahrzeug Durchfahrt
  • 15.37    Graden: 1. Fahrzeug Servicezeit 10 Min.
  • 16.18    Eckwirt/Graden: 1. Fahrzeug Wertungsprüfung
  • 16.35    Geistthal: 1. Fahrzeug Durchfahrt
  • 18.25    Aflenz Hotel Post Karlon : 1. Fahrzeug am Ziel

Die definitive Startliste ist auf auf der Website der Alfenzner unter NEWS veröffentlicht. Wir danken für die Bilder, die von Susi Tragner, Joseph Prein und Christian Houdek stammen.

VW 1300 im Drift an der Aflenzer Winterclassic 2012

 

Oldtimer-Fahrer werden geschröpft - von Jahr zu Jahr mehr

Bruno von Rotz - 26.01.2013

Geschröpfte Oldtimer-Fahrer

Die Staatskassen brauchen Geld, die Strassen leiden. Da kommen die Autofahrer als Unterstützer gerade recht. Auch die Oldtimer-Fahrer. Zwar profitieren die Besitzer alter Fahrzeuge je nach Land auch von vorteilhaften Regelungen, aber in manchen Aspekten werden sie auch gleich behandelt wie jeder andere Personenwagen und dies kann schmerzen - im Portemonnaie.

Die Benzinwahl wird eingeschränkt, respektive die beste Lösung für den alten Wagen teuer gemacht. Die österreichische Autobahn-Vignette hat für dieses Jahr (moderat) aufgeschlagen, für die Nutzung ihrer Autobahnen aber wollen die Schweizer ab 2015 CHF 100.00 pro Jahr statt 40.00 haben. Dies entspricht einem Aufschlag von wirklich nicht bescheidenen 250%. Dabei war diese schweizerische Autobahn-Vignette einst als temporäre (und sicher nicht definitive) Lösung eingeführt worden.

Den Oldtimer-Sammler trifft es besonders hart, denn wenn er nach den Buchstaben des Gesetzes handeln will, braucht er pro Auto, das irgendwann vielleicht seinen Reifen auf eine Autobahn setzt, eine Vignette, für den Anhänger eine weitere und für das Zugfahrzeug natürlich auch noch. Die Kosten pro Kilometer Autobahnbenutzung können in Zukunft schnell mal 20 oder 50 Rappen pro km betragen.

Da steht also der Oldtimer-Besitzer vor einem Dilemma, wenn er z.B. von Bern nach St. Gallen an ein Treffen fahren möchte, was vielleicht seine einzige Langstreckenfahrt des ganzen Jahres ist. Soll er nun auf Landstrassen ausweichen und mitten durch die wenig automobilfreundliche Metropole Zürich fahren oder die Investition von 100 Franken tätigen? Man kann zwar das Kennzeichen von einem Auto zum anderen wechseln und damit die Verkehrssteuern senken, das gleiche klappt aber bei der Vignette aus gesetzlichen Gründen nicht. Seltsam!

 

Gar nicht zimperlich - Warnung vor dem Bahnübergang

Bruno von Rotz - 25.01.2013

Warnschild vor Bahnübergang im Jahr 1960

Eindeutig und drohend zeigte die Warntafel beim Bahnübergang im Jahr 1960, dass die Überquerung mit Risiken verbunden war.

Unbewachte Kreuzungen zwischen Eisenbahnzügen und Automobilen führten zu gar manchem Unfall, so dass sich wohl die damaligen Behörden gezwungen sahen, drastisch auf diese Gefahren hinzuweisen. Ob es wirklich etwas genutzt hat? Heute sind unbewachte Bahnübergänge jedenfalls eine Minderheit, Gott sei Dank!

 

Der andere Cheetah

Bruno von Rotz - 24.01.2013

Cheetah aus England, 1961, Kitcar für den Selbstbau

Wenn Auto-Interessierte den Namen “Cheetah” hören, dann denken sie an den schnellen Sportwagen aus den USA , der Mitte der Sechzigerjahre für Furore auf den amerikanischen Rennstrecken sorgten und den Shelby Cobras gewaltig an den Karren fuhren.

Einen Cheetah gab es aber auch in England. Anfangs der Sechzigerjahre konnte man bei einem der Kitcar-Hersteller für wenig Geld ein Chassis und eine hübsche Karosserie kaufen. Als begabter Handwerker baute man daraus mit einem passenden Motor zusammen einen hübschen offenen Sportwagen mit Hardtop. Wenig ist bekannt über Hintergründe und Ausstoss, aber optisch war das Ergebnis durchaus überzeugend.

P.S. Einen weiteren Cheetah, respektive gleich mehrere davon, gab es dann auch noch in der Schweiz. Charles (Chuck) Graemiger schuf in den Achtzigerjahren unter anderem einen Gruppe-C-Sportwagen mit einem von Heini Mader vorbereiteten Cosworth DFL Motor. Und, als ob das alles noch nicht verwirrend genug wäre, baute auch Brian Shead in Mordialloc bei Melbourne (Australien) in den Sechziger- bis Achtzigerjahren eine ganze Reihe von Cheetah-Rennwagen, hauptsächlich Monoposti für die Formel Junior, Formel 2 und 3.

 

Ein Foto in zehn Sekunden

Daniel Reinhard - 23.01.2013

Jaguar E Type und ein Polaroid-Foto im Jahr 1963

Zu Zeiten des Jaguar E-Types kannte das Polaroid-Foto jedes Kind.

Edwin Herbert Land stellte am 21.2.1947 auf der Versammlung der Optical Society of America eine revolutionäre fotografische Aufnahmetechnik vor - Fotos, die sich selber entwickelten und nach rund zehn Sekunden sichtbar waren.

Ab 1963 waren die Polaroid-”Filme” auch in Farbe erhältlich und nach rund einer Minute sichtbar. Profi-Fotografen nutzten diese Technik, um Lichtführung, Belichtung, störende Reflexe oder Schlagschatten, zu kontrollieren. Das „Pola“ war nahezu identisch zum später belichteten Dia.

Der bei späteren Polaroid-Varianten sichtbare Entwicklungsprozess erinnerte ein wenig an Zauberei, die raffinierte Technik wurde bewundert. Aber auch auf dem Polaroid war nur zu sehen, was auch wirklich fotografiert werden konnte. Auf dem hier gezeigten Polaroid-Werbesujet ist das Model auf dem Bild im Auto sitzend zu sehen, im Hintergrund aber steht das Modell vor dem Auto. Die Dame hatte halt eben 10 Sekunden Zeit um auszusteigen ...

Im heutigen digitalen Zeitalter kann man über diese teure Technik nur noch schmunzeln. Kostete doch damals eine Packung mit 20 professionellen „Farb-Polas“ in der Grösse von 9x12cm rund 120 Franken, was einen Einzelbildpreis von 6 Franken ergab. Doch damals waren wir froh über die Schützenhilfe der „Polas“, denn sie gaben uns eine grosse Sicherheit, vor Ort das Richtige getan zu haben und man war gefeit vor bösen Überraschungen. Diese Versicherung war noch immer billiger, als die Wiederholung eines gesamtes Shootings, falls das überhaupt möglich gewesen wäre.

Inserat Polaroid 1963 - Jaguar E Type und das Model

 

Rallye-Ikone Saab gewinnt den WinterRaid 2013

Bruno von Rotz - 22.01.2013

Saab 96 von Musfeld am WinterRaid 2013 in den Dolomiten

Man fühlt sich an die Rallye Monte Carlo erinnert, an “Carlsson auf dem Dach”. Ja, Eric Carlsson gewann 1962 auf dem Saab 92 die berühmte Rallye rund um das kleine Mittelmeer-Fürstentum. Jetzt ist es zwar ein Saab 96, den Stephan Musfeld und Jürg D. Toffol antreiben, aber auch er sieht richtig rallye-mässig auf. Und mit ihm geht das erfahrene Team mit nur 70 Fehlerpunkten als Sieger des diesjährigen WinterRaid hervor. Zweite werden Philipp Buhofer und Peter Lustenberger auf einem Austin-Healey BN-7 3000 Mk2 aus dem Jahre 1960, auch der Healey verdiente sich seine Sporen bei vielen Rallies ab. Und genauso gehört die Lancia Fulvia von 1972, die von Christopher und Tim Oechsle gelenkt wurde, zu den Rallye-Siegern der Vergangenheit. Und wäre dies noch nicht genug Monte-Carlo-”Feeling”, so traf auf dem fünften Platz auch noch ein Mercedes-Benz 220 Sb ein, nicht unähnlich dem Wagen, mit dem Börhinger/Lang 1962 Zweite hinter Carlsson wurden im Monte-Carlo-Rallye des Jahres 1962.

Und es gibt noch mehr Parallelen. Der WinterRaid 2013 gereichte seinem Namen zur Ehre. Schneemassen, Kälte, Tages- und Nachtetappen, Ausflüge in die Dolomiten und bis nach Cortina d’Ampezzo forderten von den Rallye-Teilnehmern viel. Aber genau so soll ja ein Winter-Rallye auch sein!

Das Bild zeigt den Saab von Musfeld in den Dolomiten (Copyright: www.reneofficlalphotographer.eu). Die vollständigen Ranglisten sind auf der Website des WinterRaid zu finden.

 

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