Denn sie wissen eigentlich genau was sie tun! - vom Porsche 550 zum Carrera GT - von James Dean zu Paul Walker

Daniel Reinhard
11.12.2013

Porsche 550 Spyder an der Mille Miglia 1955 (© Porsche AG)

Porsche verbindet in guten wie in schlechten Zeiten. Am 30. November 2013 verunglückte der US-amerikanische Schauspieler und Produzent Paul Walker in Valencia (Kalifornien) auf dem Beifahrersitz eines roten Porsche Carrera GT tödlich. Der am 12. September 1973 geborene Schauspieler gab in der Film-Serie "The Fast & the Furious" den Ermittler. Wie seine Vorgänger, zum Beispiel Steve McQueen in "Bullitt" oder "Le Mans",  zeigt auch Paul Walker seine grosse Liebe zum Automobil und zum Speed in seiner Filmrolle als Brian O`Conner in "The Fast & the Furious".

Der dritte im Bunde mit viel Benzin im Blut war James Dean bekannt unter anderem aus dem Film "Denn sie wissen nicht was sie tun". Dazu kommen noch Paul Newman im Film "Indianapolis - Wagnis auf Leben und Tod" und nicht zuletzt auch James Garner in "Grand Prix".

James Dean verunglückte am 30. September 1955 in Chalome Kalifornien in einem Porsche 550 Spyder. 58 Jahre später folgt ihm Paul Walker im Porsche Carrera GT. Steve McQueen erlag am 7. November 1980 im Alter von 50 Jahren seinem Krebsleiden.
Bis auf James Garner hatten alle vier eine enge Beziehung zum Hause Porsche. James Dean, Steve McQueen und nicht zu vergessen Paul Newman fuhren selbst engagiert Rennen. Steve McQueen, wohl der talentierteste von allen, hatte seinen grössten Erfolg 1970 mit dem zweiten Platz bei den 12 Stunden von Sebring auf einem Porsche 908. Selbst Jo Siffert äusserte sich sehr positiv zu Queens Fahrtalent.

Paul Newman erreichte 1979 im Alter von 54 Jahren bei den 24 Stunden von Le Mans im Team von Rolf Stommelen auf einem Porsche 935 den 2. Platz, so schreibt es zumindest heute die Statistik. Dieser Erfolg wird auch kaum geschmälert, wenn man weiss, dass fast ausschliesslich der Deutsche Vollprofi am Steuer sass.

Porsche 550 Spyder (1955) - Schnittzeichnung

Im September 1955 kaufte sich James Dean seinen zweiten Rennwagen, einen silberfarbenen Porsche 550 Spyder . Auf der Fronthaube des Wagens war die Nummer 130 lackiert, während auf dem Heck sein Spitzname "Little Bastard" stand. Für den Spyder hatte Dean seinen alten 356 Speedster in Zahlung gegeben und noch 3000 US-Dollar draufgelegt. Mit dem Wagen (Chassis-Nummer 550-0055) wollte er am 1. Oktober 1955 an einem Autorennen in Salinas, Kalifornien teilnehmen. Es sollte nicht soweit kommen, denn auf dem Weg zum Rennen an der Kreuzung California State Route 41 mit der California State Route 46 bei Cholame kam Dean und seinem Beifahrer Wüterich ein Ford entgegen. Dessen Fahrer Fahrer Donald Turnupseed bog nach mehrmaligem Beschleunigen und Abbremsen unvermittelt nach links ab und nahm Dean die Vorfahrt. James Dean erlag seinen Verletzungen.

Als Dean einmal gefragt wurde, was er von Leuten hält, die auf dem Highway rasen, antwortete er: „Früher bin ich auch ganz schön gerast und habe unnötig viel riskiert. Aber seit ich Rennen fahre, bin ich auf der Straße besonders vorsichtig geworden. Die Leute haben ja oft gar keine Ahnung, was für einen gefährlichen Mist sie bauen. Man weiß nie, was so ein Typ auf der Straße als nächstes tut. Auf dem Rennplatz gibt es viele Leute, die über neue Regeln und Sicherheitsmaßnahmen nachdenken. Ich bin in letzter Zeit sehr vorsichtig im Straßenverkehr. Ich habe überhaupt keine Lust mehr zu rasen. Es heißt, dass man als Rennfahrer gefährlich lebt, aber ich fordere lieber auf der Rennbahn das Glück heraus als auf dem Highway.“

Seine Abschiedsworte in dem Werbespot waren: „Fahrt vorsichtig! Vielleicht bin ich es, dem ihr damit eines Tages das Leben rettet.“

Schnittzeichnung des Porsche Carrera GT (© Porsche AG)

Auch Paul Walker starb unschuldig, denn er sass nicht selbst am Steuer. Er war als Beifahrer mit seinem Freund dem Rennfahrer Roger Rodas auf dem Heimweg von einer Autoshow, die "Reach Out Worldwide" die zu Gunsten von Opfern des Taifuns Haiyan veranstaltet wurde. Wieso und warum Rodas die Kontrolle über den Porsche Carrera GT verlor, dann in den Laternenmast raste, so dass der Wagen zum Schluss an einem Baum in Flammen aufging, wird wohl für immer ein Rätsel bleiben.

Porsche Carrera GT in Fahrt (© Porsche AG)

Wie sagte Walker: "If one day the speed kills me, do not cry because I was smiling!".

Walter Röhrl und der Porsche Carrera GT (© Porsche AG)

Am Auto sollte es eigentlich nicht gelegen haben, denn dieses hatte Walter Röhrl sorgfältig abgestimmt. Eigentlich war der Porsche Carrera GT - genau wie der legendäre 550 Spyder - für den Renneinsatz vorgesehen, doch als dieses Projekt gestrichen wurde, konvertierte man das Mittelmotorfahrzeug zum ultraschnellen Strassensportwagen und baute es 1270 Mal. Röhrl brachte dem ursprünglich im Grenzbereich schwierig zu fahrenden Wagen Manieren bei und meinte nach den Abstimmungsänderungen: “Den kann nun jeder fahren, wenn`s koa Depp is."

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