Nie zuvor gab es ein Auto wie Gilda – oder etwa doch?
In den Fünfzigern war noch Chrysler der US-Autokonzern mit der engsten Verbindung zu italienischen Karosseriebauern gewesen. Dreissig Jahre später orientierten sich hingegen Ford und General Motors nach Italien, um dort ihre Vorzeige-Cabriolets bauen zu lassen. Ford hatte bereits 1970 den ehemaligen Chrysler-Partner Ghia übernommen. Cadillac tat sich mit Pininfarina zusammen.
Die jeweiligen Resultate wurden auf dem Pariser Salon 1986 erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Aber während der Cadillac Allanté anschliessend auf dem "längsten Fliessband der Welt" in Serie ging, war der Vignale Gilda von Anfang an als reines Ausstellungsfahrzeug gedacht und blieb ein Einzelstück. Dessen Name allerdings ein wenig in die Irre führte.
Wenngleich beide Karosseriebauer seit 1969 unter einem Dach vereint waren – offiziell war das schwarze Cabriolet bei Ghia gebaut worden. Den Namen von Rita Hayworths berühmtester Filmfigur teilte es sich obendrein mit deren vierrädriger Raumschiffstudie von 1955. Der Karosserieentwurf selbst war indes amerikanischen Ursprungs: Er stammte aus den Styling-Büros in Dearborn.
Unter dem schlichten Blechkleid steckte die obligatorische Fox-Plattform, weshalb der Ford im Gegensatz zum Cadillac klassisch von den Hinterrädern angetrieben wurde. In Veröffentlichungen ausschliesslich beim Vornamen Vignale gerufen, wird die konzernmarkenlose Studie inoffiziell Lincoln zugerechnet. Der Bogen zwischen den Rückleuchten soll an die stilprägenden Reserveräder der Continental-Coupés erinnern.
Auch die Tokyo Motor Show im November 1987, für die Gilda ein neues, metallisch-dunkelrotes Lackkleid erhalten hatte, änderte nichts an Fords fehlenden Produktionsabsichten. Ganz konkurrenzlos blieb der Cadillac Allanté trotzdem nicht. Chrysler war in der Zwischenzeit nach Italien zurückgekehrt und sprang 1988 mit dem TC by Maserati in die Bresche.


_RM.jpg)























