Originalgetreu bis ins Detail
Es gibt Autos, die wurden meist von Beginn an gehätschelt, gepflegt und so erhalten, wie sie ausgeliefert wurden. Kaum jemand hätte wohl daran gedacht, an einen Ferrari 330 GTC breite ATS-Räder zu schrauben oder eine wilde Lackierung zu applizieren.
Anders mit dem Lotus Seven. Er ging meist durch viele Hände und jeder Besitzer hinterliess seine persönliche Note, sei es durch Einbau von Hosenträgergurten, Anbringen von mehr oder weniger passenden Leichtmetallrädern, Ersatz der Frontscheibe durch Brooklands-Scheibchen, Montieren von Semislicks oder gar Optimieren der Aerodynamik. Und nicht wenige Ford-Motoren mussten der Lotus-Twincam-Variante Platz machen, oder umgekehrt. Auch die Lackierungen wechselten häufig mehrfach und das Lenkrad wurde gerne durch ultrakleine Varianten ersetzt.
Natürlich war dies die Freiheit der Besitzer und jeder durfte seinen Seven so haben, wie er ihn mochte. Aber es gibt auch Ausnahmen!
Eine dieser Ausnahmen ist der Lotus Seven der Serie 3, den Bonhams an der MPH-Versteigerung (siehe die gerade publizierte umfangreiche Ankündigung ) anbietet.
Nicht nur legte dieser Seven, ausgerüstet noch immer mit dem originalen Ford-Escort-Kent-Crossflow-Motor, nur wenige Meilen zurück, nachdem er 1969 nach Kanada ausgeliefert wurde, der Wagen wurde auch weitgehend im Originalzustand belassen.
Ein paar Verbesserungsmassnahmen musste sich aber auch der Seven gefallen lassen, etwa modernere Caterham-Kotflügel oder neue Schlussleuchten, aber all dies wurde nach seiner Rückkehr nach Europa wieder korrigiert, so dass der Wagen jetzt als einer der vermutlich originalsten Lotus Seven Serie 3 dasteht.
Wie weit man es getrieben hat, zeigt die Abbildung, die ein frühes Foto eines Serie-3-Seven mit dem roten Exemplar von Bonhams vergleicht. Sogar die Batterie sieht aus wie aus den späten Sechzigerjahren.
Hoffen wir, dass dieser Lotus am 20. März 2021 bei Bonhams einen neuen Besitzer findet, der diese Originalität zu schätzen weiss …


























