Modifiziert oder original?

Bruno von Rotz
09.03.2021

Lotus Elan Sprint DHC von 1972

Wer mit seinem Auto an einem Concours d’Elégance teilnehmen will, dem geht vermutlich Originalität über alles.

Aber was ist, wenn es vor allem um Fahrfreude und Einsetzbarkeit geht? Bereitet ein komplett originalgetreues Fahrzeug wirklich mehr Fahrspass? Muss die Auspuffanlage den Originalspezifikationen entsprechen oder ist ein langfristig vielleicht günstigerer Edelstahlauspuff auch okay? Wie steht es mit zusätzlichen Anzeigen zwecks besserer Überwachung der Technik oder wie wär’s mit einem (versteckten) USB-Anschluss, um das Mobiltelefon aufzuladen? Sonnenlandstoff anstatt Kunststoff für’s Verdeck, Leder anstatt Kunstleder oder schwer zu beschaffenden Ersatzstoff für die Sitze? Rollgurten an Stelle von Statikgurten? Eine programmierbare, elektronische Zündung? Alufelgen anstatt Stahlräder? Ein Alternator an Stelle der Lichtmaschine. Etwas grössere/breitere Reifen, weil die original spezifizierten doch sehr mickrig wirken?

Viele Veränderungen am Auto dienen der besseren Fahrbarkeit, erhöhen die Sicherheit oder verringern mittelfristig die laufenden Kosten. Wer das Auto vor allem zum Fahren hat, dem ist damit vermutlich sogar besser gedient. Und Freude am Fahren streben wir doch eigentlich alle an …

Am Ende aber gehört der Wagen natürlich dem Besitzer und er kann damit machen was er will. Wenn er sich aber auch ein wenig als Kulturgut-Bewahrer sieht, dann legt er zumindest ersetzte Originalteile auf die Seite, weil ein zukünftiger Besitzer ja dann vielleicht wieder auf den Originalzustand zurückrüsten will …

Archivierte Einträge:

von Strich 8
16.03.2021 (23:02)
Antworten
Hallo Herr von Rotz,

Sie schreiben Ein Alternator anstelle der Lichtmaschine. Wo sehen Sie den Unterschied? Ein Alternator ist insbesondere im schweizerischen Sprachraum ein Synonym für Lichtmaschine (LiMa).
Im Englischen wird zwischen Generator und Alternator unterschieden, im Deutschen meist nur von der Lichtmaschine allgemein gesprochen.
Alternator und Generator unterscheiden sich in ihrer Konstruktion und haben unterschiedliche Eigenschaften. Grund genug, sich die beiden Bauformen der Lichtmaschine einmal genauer anzusehen.
Die korrekte englische Bezeichnung für den Generator ist Dynamo. Der Begriff beschreibt einen Gleichstromgenerator mit Kommutator. Die korrekte deutsche Bezeichnung ist demnach Gleichstromlichtmaschine. Der englische Begriff Alternator beschreibt hingegen eine Wechsel- oder Drehstromlichtmaschine.
Dass es drei unterschiedliche Bauarten von Lichtmaschinen gibt, liegt an den jeweils benötigten Technologien. Die von einem Wechselstromgenerator erzeugte Wechselspannung muss für die Versorgung der elektrischen Verbraucher zuerst gleichgerichtet werden. Entsprechend kompakte und leistungsstarke Halbleitergleichrichter waren jedoch erst in den 1960er Jahren verfügbar. Vorher wurden daher ausschließlich Gleichstromlichtmaschinen verwendet, bei denen ein sogenannter Kommutator auch als Polwender bezeichnet für die Erzeugung des Gleichstroms sorgte. Der Kommutator wandelt die von den in der Lichtmaschine rotierenden Wicklungen erzeugte Wechselspannung in eine Gleichspannung um. Die rotierenden Wicklungen bewegen sich in einem von den feststehenden Feldwicklungen erzeugten Magnetfeld.
Im Automobilbereich wurde die Gleichstromlichtmaschine in den 70er Jahren von der Wechsel- beziehungsweise Drehstromlichtmaschine abgelöst.

Drei Typen von Lichtmaschinen
Gleichstromlichtmaschine (Dynamo): Sie ist ein sogenannter Nebenschlussgenerator mit Eigenerregung, bei dem die Gleichrichtung des induzierten Wechselstroms im Kollektor erfolgt. Die stromerzeugenden Wicklungen rotierten innen und der Generatorstrom wird folglich über Kommutator und die Kohlebürsten nach außen transportiert.
Wechselstromlichtmaschine (Alternator): Sie besteht aus einem Rotor und einem Stator und erzeugt einphasigen Wechselstrom (Zweiphasenwechselspannung), proportional zur Drehzahl des Rotors.
Drehstromlichtmaschine (Alternator): Sie wirkt entgegengesetzt zur Wechselstromlichtmaschine, die Funktionen von Rotor und Stator sind im Vergleich zur Gleichstromlichtmaschine entgegengesetzt. Der Rotor kann dabei als Elektromagnet oder als Permanentmagnet eingesetzt werden. Mit der Drehstromlichtmaschine wird eine Dreiphasenwechselspannung erzeugt.
von de******
16.03.2021 (11:30)
Antworten
Mein Vater hatte einen BMW327, deswegen habe ich mir vor 40Jahren auch einen gekauft und restauriert. Ich dachte oft daran: Was hätte mein Vater gemacht, wenn er ihn lange behalten hätte? Er hätte sicher auch Verbesserungen vorgenommen. Ich habe in meinem eine moderne Ölpumpe und einen Ölfilter, sowie einen moderneren Kabelbaum eingebaut. Auch habe ich ihn nach meinem Geschmack dunkelgrün und elfenbein lackieren lassen. Er war komplett dunkelgrün.
Außerdem besitze ich noch einen Triumph TR3 mit elektronischer Zündung und Edelstahlauspuff und einen Alfa Romeo Giulia GTC mit Ledersitzen.
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