Wenn sich die Benutzerschnittstelle ändert …

Bruno von Rotz
11.03.2021

Telefon vor 10 und vor 30 Jahren

Viele von uns wuchsen noch mit Telefonapparaten auf, bei denen man mittels einer drehbaren Scheibe und Pulswahl mit einem Gesprächspartner “am anderen Ende der Leitung “in Kontakt trat. Solche Geräte gibt es eigentlich fast nur noch im Museum oder in der Requisitenkammer eines Filmstudios. Und obwohl wir diese Apparate wie selbstverständlich über Jahrzehnte nutzten, käme es uns heute seltsam vor, müssten wir Telefonnummer noch via Wählscheibe eingaben.

Schon bald wird es Autofahrern nicht nur mit dem Schalten (= manuelles Wechseln der Übersetzungsstufe) so gehen, auch die Nutzung des Bremspedals wird zunehmend in Frage gestellt  werden oder dient nur noch dem Notfalleinsatz. Ansonsten ist “Einpedal-Fahren” (“one pedal driving”) angesagt. Wenn man den Fuss hebt, verzögert das (Elektro-) Fahrzeug je nach Einstellung fast so kräftig wie bei einem normalen Bremseinsatz.

Und genauso wenig, wie wir uns vor 50 Jahren hätten vorstellen können, dass einst eine Zahlen-Tastatur die Funktion der Wählscheibe übernimmt, können wir heute kaum glauben, dass dereinst das Bremspedal, das Lenkrad oder andere heutige Bedienungselemente verschwinden werden. Und wie stärker sich die Bedienungselemente zukünftiger Autos verändern werden, umso schwieriger wird es für zukünftige Generationen sein, unsere gestrigen und heutigen Autos zu lenken. Aufhalten lässt sich der Fortschritt nicht …

Archivierte Einträge:

von Cr******
18.03.2021 (08:50)
Antworten
Technotratische EU-Kommissare und Lobbyisten haben uns zwangsverordnete Dauerüberwachung eingebrockt.

Interessant ist hierbei auch die Lasten-/Nutzenverteilung:
ALLE LASTEN, nämlich die Haftung wird - selbst bei selbstfahrenden Autos (!) - wie in alter Zeit dem Halter/Fahrer angelastet !
ALLE NUTZEN, nämlich die umfangreiche Nutzung der produzierten Daten (auch durch Drittverwender) teilen sich Autohersteller, Versicherungskonzerne und andere Parasiten untereinander auf.
Der Produzent dieser Daten, nämlich Halter/Fahrer geht komplett leer aus !

Vielen Dank, liebe Bundestags-Hinterbänkler und EU-Technokraten, dass ihr mal wieder vor dem Großkapital eingeknickt seid, dessen wahre Handlanger ihr seid !
Antwort von pa******
20.03.2021 (11:30)
Guten Tag,
für Personen wie Sie die eine effiziente "Lasten-/Nutzenverteilung" wollen eignet sich am besten ein Fahrrad. Schon mal versucht ???

Praktisch, handlich, steuerfrei, umweltfreundlich, top Image, günstig in der Anschaffung, fast 0 Parkplatzsorgen, Ersatzteile sind günstig und ohne Probleme zu bekommen, man kann alles selbst machen, so gut wie keine Elektronik, keine Datenschleuder, Haftung wie immer.

Die Versicherung, der Hersteller und die anderen "Parasiten" gehen komplett leer aus.
Lobby hat das Fahrrad auch keine.

Im Bundestag interessiert vom Verkehrsminister bis zum Hinterbänkler das Thema auch keinen.
Was wollen Sie mehr. ... ok, es hat max. 2 Räder. Aber man kann auch nicht alles haben.

Viele Grüße vom Ponyhof.


An Alle anderen hier:
Last Euch von den Kupferwürmern nicht unterkriegen und hoffentlich werden aufladen und Updates überall und zuverlässig, schnell und einfach möglich werden - Amen.
Antwort von cr******
20.03.2021 (18:45)
@pa***:
Ich habe die Fakten beschrieben.
Sie haben mit unsachlicher Polemik geantwortet.
Als Lobbyist würde Sie niemand einstellen...zu plump...
von Stefan Dierkes
16.03.2021 (14:34)
Antworten
Das Telefon ist ein prima Beispiel für die Veränderung der Benutzerschnittstelle. Inzwischen sind wir schon (mindestens) in der sechsten Generation:
1. Kurbel + Amtsvermittlung
2. Wählscheibe
3. Tasten
4. Folientastatur + Adressbuch (die letzten noch erhältlichen Festnetztelefone)
5. Touchscreen + Adressbuch (Smartphone)
6. Sprachwahl und Adressbuch (z.B. Bluetooth-Ohrstöpsel oder im Auto mit Smartphone- oder Smartwatch-Anbindung).

Beim Auto war die Bedienung lange Jahrzehnte sehr statisch. Doch die Weiterentwicklung nimmt jetzt endlich Fahrt auf. Neben dem genannten One-pedal-driving sind der Wegfall des Autoschlüssels, des Zündschlosses und der Handschaltung bereits Stand der Technik. Licht und Scheibenwischer bedient der Automat und je nach Assistenzsystem auch das Fahr- und Bremspedal und die Lenkung. Erste Fahrzeuge ohne Lenkstock- und Gangwahlhebel kommen dieses Jahr auf den Markt. Der Wegfall weiterer Bedienelemente ist nur noch eine Frage der Zeit, denn in absehbarer Zukunft können wir uns chauffieren lassen und anderen Tätigkeiten zuwenden.

Ich freue mich riesig, an dieser beschleunigten Fahrt in die Zukunft dabei sein zu dürfen, und bin hoffentlich noch lange nicht zu alt, um auf dem Laufenden bleiben zu können. Und am Wochenende setze ich mich in mein Oldtimer-Cabrio, habe Spaß damit und probiere aus, ob ich mit der 60 Jahre alten Bedienung noch klar komme. Neueste und historische Technik halten mich beide auf sehr unterschiedliche Weise jung. Ich liebe beides.
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