Allradantrieb brauchen nur übermotorisierte Fronttriebler
Man kann es sich heute kaum mehr vorstellen, dass ein Entwicklungschef einer grossen Automarke sagt, dass Allradantrieb nur ein notwendiges Übel für übermotorisierte Fronttriebler sei. Tatsächlich äusserte sich Friedrich van Winsen, verantwortlich für die Personenwagen-Entwicklung von Daimler-Benz, in etwa so anfangs der Achtzigerjahre. Mercedes hatte damals zwar schon Autos mit Allradantrieb, aber dies waren veritable Geländewagen mit Starrachsen hinten und vorne oder dann Nutzfahrzeuge.
Nun mit dem Audi Quattro und dessen Nachkommen änderte sich dies in den Achtzigerjahren ziemlich schnell und heute sind vierradangetriebene Autos praktisch bei jedem Hersteller und fast in jeder Baureihe zu finden.
Dass man in den Fünfziger- oder Sechzigerjahren weniger nach Allradantrieb fragte, hing sicher auch damit zusammen, dass man deutlich weniger Leistung zur Verfügung hatte, die zudem meist auf die Hinterräder losgelassen wurde. Mit GTI und Co aber wurden frontgetriebene Autos immer schneller. Lange meinte man, dass bei 200 PS für den Frontantrieb Ende der Fahnenstange sei, doch auch diese Limite wurde dank besserer Sperrdifferentiale und elektronischen Hilfsmitteln irgendwann pulverisiert.
Was man allerdings nie komplett beseitigen konnte, sind einige Nachteile, die der Allradantrieb schon in den Achtzigerjahren hatte. Er machte nämlich die Autos schwerer sowie durstiger. Und dies ist auch heute noch so. Aber der Sicherheitsgewinn kompensiert diesen Aspekt für die meisten Käufer und zum SUV, der heutzutage beliebtesten Fahrzeugkategorie, gehört der Allradantrieb sowieso dazu.
Über dein 4Matic-Allradantrieb von Mercedes-Benz, vorgestellt an der IAA in Frankfurt im September 1985, haben wir im Zusammenhang mit dem Mercedes-Benz 300 TE 4Matic eben ausführlich berichtet.


























