FF - Jensen vor Ferrari
Alle Welt bestaunt heute den Ferrari FF, einen vergleichsweise praktischen allradgetriebenen Frontmotor-Supersportkombi. Dabei gab es das erste derartige Auto schon 1966, nämlich den Jensen FF, der nicht nur die beiden Buchstaben in der Typenbezeichnung vorwegnahm, sondern auch das Antriebskonzept und die praktische Formgebung.
Technisch war der Jensen FF ein Pionier, das erste Serienautomobil mit permanentem Allradantrieb. Die Konzeption des Antriebs kam vom Traktorhersteller Harry Ferguson und war schon in einem Formel-1-Fahrzeug (Ferguson P99) erprobt worden. Auch wies der Jensen FF bereits ein Antiblockiersystem auf (Dunlop Maxaret).
Die ganze Technologie machte das Fahrzeug sehr teuer und zudem gab es nur eine Rechtslenkerversion, da die Entwicklung einer zusätzlichen Linkslenkerversion zu teuer war.
Die Schweiz war im Prinzip ein idealer Markt für den FF, entsprechend konnte Importeur Edgar Schwyn denn auch eine ganze Reihe von Fahrzeugen absetzen. Doch als die Kunden nach ein oder zwei Jahren das Fahrzeug eintauschten und einen neuen Wagen kauften, wollte die gebrauchten FF, die im übrigen mit einem astronomischen Verbrauch von sich reden machten, niemand mehr kaufen. Die exklusiven Sportwagen standen und standen. Edgar Schwyn fuhr dann halt die Fahrzeuge jeweils in seinen Ferien nach England zurück, wo der Gebrauchtwagenpreis, auch wegen der serienmässigen Rechtslenkung, höher war.
Kommerziell war der Jensen FF kein Erfolg, rund 320 Stück wurden zwischen 1966 udn 1971 verkauft. Aber eine Pionierleistung war das Auto auf jeden Fall!


























