Und Sie finden, alte Autos sind teuer?

Bruno von Rotz
17.11.2017

Dino 206 P Berlinetta Speciale von Pininfarina (1965/1966) (© Artrucial)

Auch im Jahr 2017 wurden weltweit wieder viele Oldtimer und Youngtimer an Versteigerungen verkauft, zu mitunter überraschend hohen Preisen. Alleine die 20 wertvollsten zwischen Dezember 2016 und November 2017 gehandelten Autos erzielten zusammen EUR 146,4 Millionen oder CHF 163,9 Millionen, pro Wagen wurden also rund EUR 7,3 Millionen oder CHF 8,2 Millionen bezahlt. Das tönt teuer.

Aston Martin DBR 1 (1956) (© Tim Scott - Courtesy RM/Sotheby's)

Für den Aston Martin DBR1 von 1956, den RM/Sotheby’s in Monterey am 18./19. August 2017 verkaufen konnte, wurden sogar EUR 19,2 Millionen oder CHF 21,8 Millionen bezahlt. Deutlich günstiger war das Einzelstück Dino 206 P Berlinetta Speciale von Pininfarina (Bild oben), immerhin von der Form her sozusagen der Vater aller Dino 206/246 GT und mitunter auch noch des Fiat Dino Spiders. EUR 4,4 Millionen oder CHF 4,65 reichten damals bei Artcurial in Paris für den Kauf. Dies ist natürlich immer noch viel Geld, schliesslich handelt es sich “nur” um ein Auto.

Leonardo da Vincis Salvator Mundi - teuerstes Bild der Welt

Wenn man aber in den Kunsthandel schielt, dann erscheinen einem die aktuellen Höchstnotierungen für Autoklassiker überhaupt nicht mehr übertrieben. Gerade eben wurde das Bild “Salvator Mundi” von Leonardo da Vinci für USD 450.3 Millionen verkauft. Für diese Summe hätte man die 155 teuersten Auktions-Autos des Jahres 2017 zusammen erwerben können, eine sicherlich eindrückliche Sammlung mit vielen begehrenswerten Porsche, Ferrari, Aston Martin, Bugatti. etc. Und der Da Vinci ist kein Einzelfall. Für einen de Kooning zahlte ein Käufer im Jahr 2015 wertberichtigt USD 303 Millionen, für einen Cezanne im Jahr 2011 USD 266 Millionen. Man müsste schon weit hinunter blättern in der ewigen Liste der teuersten Kunstwerke, bis man zum Gegenwert des Aston Martin DBR1 gelangt.

Kunst ist aktuell bei den Investoren gefragter als Automobile, die Wachstumsraten sind bei Bildern grösser als bei Automobilen, zumindest in der jüngsten Vergangenheit. Aber vielleicht ist dies gut so, denn Fahrzeuge sollen gefahren werden und nicht stehend als Investitionsobjekte darben.

Archivierte Einträge:

von phantom
28.11.2017 (14:22)
Antworten
Bilder haben natürlich einen grossen Vorteil, sie hängen an der Wand und brauchen deshalb und sowieso viel weniger Platz :-). Oldtimer könnte ich nirgends wo unterstellen bei mir. Für Bilder könnte ich wohl noch einen Platz finden.
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