Einloggen und mehr sehen: Login
 
 
Jetzt einloggen oder kostenlos registrieren...
... und viel mehr Fotos und Artikel sehen.
Archivierte Einträge:
 

Aus dem Leben eines Mechanikergesellen - die Öldruckanzeige und ihre Tücken

Der Mechanikergeselle - 13.11.2017

Persönliches Archiv
Sie können nur dann Inhalte dem persönlichen Archiv hinzufügen, wenn Sie angemeldet sind.

Sie haben Benutzername und Passwort?
Dann melden Sie sich an (Login).

Noch kein Benutzername?
Die Registrierung ist kostenlos und dauert höchstens eine Minute.

Öldruckanzeige beim BMW 501

Einer unserer Kunden halte mit seinem Wagen eine Ferienreise nach Spanien gemacht. Im Lande der Toreros bemerkte er plötzlich einen Ölfleck auf seiner Hose, und das war ärgerlich. Ärgerlich war auch die Ursache dieses Flecks. Das Öldruckmanometer war undicht geworden und dadurch war Öl hinter der Armaturentafel heruntergetropft.

Mit diesem Schaden suchte unser Spanienfahrer in Barcelona eine Werkstatt auf und bat um Abhilfe. Dort sagte man ihm, daß man kein neues Manometer montieren könne, weil das für diesen Wagentyp in ganz Barcelona nicht aufzutreiben war. Man machte sich aber anbötig, das defekte Manometer abzudichten, und damit war der Kunde ein verstanden. Diese Arbeit nahm nicht viel Zelt in Anspruch. Das Manometer war wieder dicht, zeigte allerdings keinen Druck an. Das störte den Kunden jedoch nicht, weil er wußte, daß der Motor genügend Öldruck hatte, und er ja nur bis zur Heimkunft ohne Öldruckkontrolle fahren wollte.

In heimatlichen Gefilden angelangt, kam dieser Kunde auch sofort in unsere Werk statt gerollt und ließ sich ein neues Öldruckmanometer montieren. Diese Arbeit war schnell ausgeführt. Allerdings waren wir nicht wenig erstaunt, daß beim Probelauf das neue Manometer auch keinen Druck anzeigte.

Da kam uns die Angelegenheit doch ziemlich „spanisch" vor. Daß das neue Manometer nicht in Ordnung wäre, erschien unwahrscheinlich. So wurde denn die Öldruckleitung am Manometer nochmals gelöst und der Motor angelassen. Dabei stellte man fest, daß kein Öl aus der Leitung herauskam. Der Motor hatte aber guten Öldruck. Das sah man, als die Öldruckleitung am Motoranschluss gelöst wurde. Gebrochen war die Leitung auch nicht. Also mußte sie verstopft sein! Das war sie auch, und zwar mit Blei aus Barcelona.

Dort halte man das Öldruckmanometer einfach so abgedichtet, daß man in die Druckleitung am Manometeranschluss einen Bleistopfen steckte und die Leitung wieder fest schraubte. Nach Entfernen dieses Bleistopfens zeigte das Manometer den Öldruck einwandfrei an.

Wir hatten es schon öfters gehört, daß unsere spanischen Berufskollegen sich praktisch in jeder Lage zu helfen wissen und im Improvisieren ganz groß sind. Das war auch hier geschehen.

Dieser Text stammt aus der Ausgabe 26 des Jahrgangs 1959 der Zeitschrift “Krafthand” .

Logo Krafthand klein

Neueste Kommentare

 
 
ka******:
14.11.2017 (12:49)
«Vorsprung durch Technik»?
Antwort von 219w105
14.11.2017
Ist halt doch nir ein überteuerter "Premium?-"VW und es sind halt nur "Premiummechaniker" bei VW!
hinti.org:
13.11.2017 (18:26)
Mir ist ein ähnlicher Fall bekannt, als dem Besitzer eines Audi 100 Automatik plötzlich rotes Öl auf die Hose tropfte.
Ursache war eine verstopfte Getriebeentlüftung, wobei sich durch die Wärmeausdehnung das ATF den Weg via Tachosaite nach draussen suchte - also just ins Instrumentenbrett und von dort auf besagtes Beinkleid...
Möchten Sie einen Kommentar abgeben?
  • Sie haben bereits einen Benutzernamen für Zwischengas?
    Dann melden Sie sich an (Login).
  • Sie haben noch kein Profil bei Zwischengas? Die Registrierung ist kostenlos und geht ganz schnell.
  •  

    Weitere Blog-Einträge: