Auch dies ist ein Oldtimer ...
Unglaublich aber wahr, das abgebildete Solarfahrzeug ist inzwischen 31 Jahre alt. Gestartet war der von Mercedes-Benz in Zusammenarbeit mit der kleinen Schweizer Firma Alpha Real gebaute Solarrennwagen an der der Tour de Sol .
Vom Bodensee zum Genfersee ging damals die Fahrt. 58 Fahrzeuge nahmen damals mit temporärer Strassenzulassung an der 368 km langen Fahrt, die ohne Nachladen von der Steckdose in fünf Tagesetappen bewältigt werden musste, teil. Und als Sieger ging das professionell vorbereitete Solarauto von Mercedes/Alpha Real ins Ziel, gefolgt von den Fahrzeugen des Technikum Biel und der ETH Zürich.
Die Euphorie war gross, das Medienecho ebenfalls. Die doch reichlich niedrigen Geschwindigkeiten von 20 bis maximal 80 km/h und die geringe Nutzlast - selbst der Pilot musste möglichst leicht und klein sein - dämpften allerdings die Erwartung, schon bald die Benzinschlucker mit derartigen Fahrzeugen ersetzen zu können. Immerhin kostete damals alleine die Miete der Batterie 20’000 Franken, die Solar-Panels, beim Mercedes waren es 4,3 Quadratmeter, schlugen mit weiteren 10’000 Franken zu Buche. Und dann die Arbeitsstunden …
Besonders interessant ist aber, dass die Automobil Revue im Nachgang die Gelegenheit hatte, das Mercedes-Solarauto einem Test zu unterziehen und dabei wurden auch die Fahrleistungen gemessen. Den Sprint von 0 bis 80 km/h schaffte das rund 180 kg schwere Fahrzeug in 47,5 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit wurde mit 80 km/h (Mittel aus zwei Richtungen) gemessen. Den Kilometer mit stehendem Start absolvierte die silberne Flunder in 59 Sekunden. Fahrleistungen wie ein Citroën 2 CV der Fünfzigerjahre, damals rund 12 PS stark, vermeldeten die AR-Tester. Kein Wunder lief das Auto nicht schneller, denn der Motor leistete gerade einmal 2,5 PS.
Auch das Fahren war deutlich anspruchsvoller, als man es sich vielleicht hätte vorstellen können. Der Motor verkraftete Ströme über 40 Ampère schlecht und so war ein sorgsamer Umgang mit dem “Gas”pedal angebracht. Bei 50 km/h musste ein erstes, bei 60 km/h ein zweites Mal geschaltet werden.
Die Solarzellen reichten dem Renner übrigens nur für einen Drittel der Energie, die für Tempo 50 km/h aufgebracht werden mussten, ohne Batterien ging es also schon damals nicht. Es wäre sicherlich interessant zu sehen, um wieviel effizienter moderne Solarzellen, Batterien und Elektromotoren heute sind, wenn man sie mit dem selben Fahrzeugkonzept nutzen würde.
Der ganze Bericht war in der AR 31/1985 zu finden. Die Fotos gibt es im Zwischengas-Archiv .


























