Klassikerperlen der Zukunft - Toyota IQ und Aston Martin Cygnet

Bruno von Rotz
08.03.2016

Toyota IQ und Aston Martin Cygnet

Er war wirklich kurz, genau genommen 2,985 Meter lang, der Toyota IQ. Ein Smart der aktuellen Generation ist 2,695 Meter lang, als nochmals 30 Zentimeter kürzer. Also was am Toyota sollte da auf besondere Intelligenz (IQ) hinweisen? Nun, der Toyota hatte eben nicht nur zwei sondern vier Sitze. Nicht alle waren für Erwachsene gedacht, aber deren drei davon schon, eine gewisse Kompromissbereitschaft vorausgesetzt. Damit war der Toyota also ein deutlich vollwertigeres Auto als der Smart, mit dem er direkt konkurrierte. Die Motoren hatten dafür mindestens drei, teilweise sogar vier Zylinder und bis zu 98 PS. Ziemlich viel Holz für einen rund eine Tonne wiegenden Kleinwagen.

Toyota IQ beim Einparken

Der IQ spaltete die potentiellen Käufer in zwei Gruppen, die einen liebten ihn, die anderen würdigten ihn nicht mal eines Blickes. Und dies war hauptsächlich wegen seines Aussehens, wobei vor allem die Frontgestaltung gewöhnungsbedürftig war.

Toyota IQ

Genau hier setzten dann die Aston Martin Designer an, die aus dem Intelligenz-Wägelchen einen jugendlichen Schwan (englisch: Cygnet) machten. Der Cygnet hatte denn auch eine aston-typische Front und natürlich den stärksten lieferbaren Motor.

Aston Martin Cygnet

Zudem gab es ihn in allen Farben, in denem man auch seinen DB9 oder V8 Vantage bestellen konnte. Für Aston Martin war der Cygnet ein Mittel, den Flottenverbrauch zu senken, da war der verwandelte IQ mit 113 g/km CO2-Ausstoss natürlich ein Wort. Allerdings ging die Rechnung nicht ganz auf, denn statt der geplanten Tausenden von Jungschwänen konnte Aston Martin nur deren 150 (gemäss BBC) absetzen. So zog man beim Luxussportwagenhersteller den Stecker und gab das Projekt im September 2013 auf. Trotz Aston-Kühler und netten Farben sowie aufgewertetem Interieur war offensichtlich der Aufschlag von über 100% gegenüber dem Toyota-Spenderfahrzeug doch zu hoch gewesen.

Aston Martin Cygnet Interieur

Und genau dies könnte die Aston-Martin-Variante des IQ zur noch überzeugenderen Klassikerperle machen, denn an Exklusivität mangelt es dem Cygnet nun ja wirklich nicht. Da hat es der deutlich günstigere IQ schon schwerer, obschon er nur von 2008 bis 2014 gefertigt wurde und die Absatzhoffnungen von Toyota nicht erfüllte.

Toyota IQ Interieur

Wer weiss, schon mancher hässliche Schwan (oder war es eine Ende oder ein Käfer) erobern die Herzen der Klassikerkäufer erst im Nachhinein, vielleicht wird es auch mit dem IQ so sein?

Archivierte Einträge:

von hartmutschoen
15.03.2016 (11:13)
Antworten
Dank großer Fahrzeugbreite, einem komfortablen Fahrwerk und leisem Motor, vergißt man beim Fahren vollkommen in einem Kleinstwagen zu sitzen. Kleiner Wendekreis, niedriger Spritverbrauch, Frontantrieb mit 15" oder 16" Bereifung, 4 Sitzplätze, davon 3 vollwertige, lassen den iQ konkurrenzlos davonziehen.
Dazu erhält man ein ersklassiges stufenloses Getriebe, Klimaautomatik, KeylessEntry, 9 Airbags, Bremsassistent, Lederlenkrad und vieles mehr.
Durch die niedrigen Produktionszahlen und die Toyota gewohnte Zuverlässigkeit hat er ohne Frage das Zeug zum Klassiker.
Unterstützung gibts im engagierten, unabhängigen, deutschsprachigem Forum: www.iQ-board.de
von mi******
08.03.2016 (15:58)
Antworten
Warum dem IQ ein größerer Markterfolgt letztlich verwehrt blieb, hat sicherlich unterschiedliche Ursachen. Das durchdachte Innenraumkonzept und die erfreulich kompakten Abmessungen standen einer langweiligen und uninspirierten Gestaltung der Innenausstattung gegenüber. Da haben die Gestalter bei Smart einen überzeugenderen Ansatz gefunden, auch wenn der Innenraum dort bisweilen den Charme einer Einwegverpackung versprüht. Auf mich wirke der IQ in dieser Form nie schlüssig.
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