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32 Jahre Kameradschaft mit Veteranenbesitzern über Landesgrenzen hinweg

Richi Berchtold - 07.10.2014

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Ehrwürdiges Cabriolet an einem der Voralberger Treffen

1980 gründeten einige Besitzer alter Autos und Motorräder den Vorarlberger Motor Veteranen Club. Einige waren schon vorher Mitglied in der SMVC Sektion Ostschweiz. Unter der Leitung des Präsidenten Osi Tschugmell und seiner Frau Berthi wagte sich der junge Klub bereits 2 Jahre später an die Organisation eines internationalen Treffens. Etliche Schweizer reisten in der Folge mit ihren Schmuckstücken nach Bludenz.

Nach dem ersten herzlichen Händeschütteln bei der Anmeldung und einer kurzen Fahrzeugprüfung schickte man uns in die Garage des Bürgermeisteramtes. Dort wurde auch ich von einem netten Herr begrüsst mit den Worten: “Herzlich willkommen in Bludenz, es freut mich, dass sie da sind; ich bin der Bürgermeister von Bludenz, mein Name lautet Hermann Stecher.”

Nachdem der Peugeot 177 R parkiert war, kam er wieder zu mir und fragte, wo wir denn logierten. Sofort half er, das Gepäck in einen der "Shuttlebüschen” umzuladen. Hermann Stecher hatte das Ehrenpatronat für diese Veranstaltung übernommen.Er war während dem Treffen immer dabe und fuhr mit verschiedenen Teilnehmern mit. Die Wirtschaftsgemeinschaft sponserte sehr grosszügig und die Bevölkerung war begeistert.

Leider erkrankte dieser wirkliche “Vater” des Städtchens kurz nachher schwer und verstarb.

Der Stumpen gehörte natürlich dazu

1985 wollten die Grünen die Durchführung des zweiten Bludenzertreffens verhindern. Sie drohten, jedes Veteranenfahrzeug zu beschädigen. Osi Tschugmell telefonierte mit allen Angemeldeten, um sie zu warnen. Gleichzeit beorderte der neue Bürgermeister Dr. Kraft alle bekannten Grünen ins Bürgermeisteramt. Er erklärte klipp und klar, auch er habe das Ehrenpatronat übernommen. Er habe bereits eine Bürgerwehr organisiert und wenn nur ein einziges Fahrzeug beschädigt werde, gebe es soviel Verletzte, dass man in den umliegenden Gemeinden nach Spitalbetten suchen müsse. Er sei nicht darauf angewiesen Bürgermeister zu sein!

Als wir die Fahrzeuge für die erste Etappe aufstellten, konnte an den Gesichtern einfach abgelesen werden, wer sich über unsere Anwesenheit freute und wer uns schlecht gesinnt war.

In einem guten Gespräch mit Dr. Kraft und Osi machte ich den Vorschlag: “Wir kommen ja heute zum Mittagessen wieder nach Bludenz, da könnten wir doch die Grünen einladen, mit uns einen halben Tag mitzufahren und ihnen erklären, was unsere Anliegen sind.”

Gesagt, getan. Zu mir und meiner damals sechsjährigen Tochter stieg ein Bergführer zu. Eine gute halbe Stunde wollte er mir klar machen, wie wir der Umwelt schadeten. Schliesslich kam auch ich zu Wort und ich fragte ihn, ob denn von keinem Berggänger, der mit ihm unterwegs gewesen sei, je ein Papiernastuch oder eine kleine Konservenbüchse auf einem Berg liegengeblieben sei, was doch eine wirklich grosse Umweltverschmutzung wäre.

Nach der Jause waren wir per Du und ich amüsierte mich, wie unser Gast die Fahrt genoss. Als wir uns vor dem Mittagessen verabschiedeten, fragte er, ob er am Nachmittag nochmals mitkommen dürfe. Wir lachten und erlebten auch eine schöne Nachmittagsfahrt.

Im Vorkriegsauto immer im Mittelpunkt

1988 war ich mit meinen ehemaligen Berufsschullehrer als Beifahrer in Bludenz. Auch Emil staunte, wie herzlich die ganze Atmosphäre war und wie sich die Bevölkerung für die alten Autos interessierte.

1991 konnte ich nach einem unverschuldeten Unfall nicht mehr mit meinem 1929er Peugeot nach Bludenz fahren. Zum Glück war ein 1951er Peugeot verfügbar. Nachdem ich mit einer Vollbremsung einen Unfall verhindert hatte, als ein Alltagsautomobilist mit Anlauf rückwärts auf die Strasse fuhr, brach nach der letzten Sonderprüfung eine Differentialwelle. Sofort war Hilfe da, das Auto wurde zu einer Werkstatt gebracht, ich konnte die Welle ausbauen. Ein Mitarbeiter von mir brachte eine Ersatzwelle nach Buchs. Kostenlos wurde mir ein Auto zur Verfügung gestellt und ich konnte die Welle in Buchs holen. Kommentar des Bürgermeisters am andern Morgen: “Na Mensch, das hätt’i nicht geglaubt, das ich dieses Auto wieder auf der Rallye-Strecke sehen tät!”
Auch an den folgenden Treffen, die jetzt “Trophy” hiessen, gab es immer wieder freudige Wiedersehen mit Bludenzern.

Ein Brasier an einem der Voralberger Treffen

2011 und 2014 war Feldkirch der Startort. Das Städtle Bludenz hatte nicht mehr so viel Geld, um uns wie bei früheren Treffen am ersten Abend zum Essen einzuladen. Aber auch in Feldkirch und unterwegs freuten sich viele Zuschauer am rollenden Museum.

Publikum in passender Bekleidung

Bei der Veranstaltung 2014 war ein Stanley-Dampfauto wieder der absolute Star. Schon in den Achtzigerjahren fuhr ein solches Dampfauto bei der Ausfahrt mit. Als Verbrauchszahlen waren damals bekannt: Für 180 km musste der Beifahrer 35 Liter Petrol in Apotheken kaufen und 250 Liter Wasser  holen, wenn möglich in Käsereien, denn deren Wasser war nicht komplett kalt und der Dampfdruck sank nicht so stark wie beim Nachfüllen mit kaltem Wasser.

2014 waren wir noch zu Zweit von der alten Garde, die bereits bei den ersten Treffen im Voralberg dabei waren. Und wir hoffen natürlich, dass es nicht das letzte Mal war.

Neueste Kommentare

 
 
phantom:
07.10.2014 (15:12)
Bravo Richi, guter Artikel mit Deinem Rückblick über 34 Jahre. Du bist ein Oldtimer-Pionier.

Ich wünsche Dir, dass Du noch lange so rüstig bleibst, wie ich Dich immer wieder erlebe und und Du noch oft zu diesem Treffen fahren kannst.
Antwort von pe******
10.10.2014 (21:00)
Lieber Ruedi
Danke für Deinen Komentar.Zum Glück gibt es in der im
Moment struben Zeit auch noch solche Erlebnisse!
Viele liebe Grüsse
Richi
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