Klassikerperlen der Zukunft - Volvo 480 ES

Bruno von Rotz
03.10.2014

Volvo 480 ES 1985 (© Volvo)

Wäre der Film “The Saint” - hierzulande lief er unter dem Titel “Der Mann ohne Namen” - mit Val Kilmer zehn Jahre früher gedreht worden, dann hätte sich der Abenteurer Simon Templar wohl am Lenkrad eines Volvo 480 ES wiedergefunden und nicht in einem goldfarbenen Volvo C70. Damit wäre er auch dem Vorbild aus der gleichnamigen Fernsehserie, welches durch Roger Moore verkörpert wurde, deutlich näher gewesen, denn der “richtige” Simon Templar fuhr einen Volvo P 1800. Und der wiederum sah dem 1985 erstmals gezeigten Volvo 480 ES deutlich ähnlicher als das grössere und auf Luxus getrimmte C70 Coupé.

Silhouette des Volvo 480 ES 1985 (© Volvo)

Entstanden war der 480 ES aus einer wahrlich galaktischen Initiative des Autobauers aus Schweden, in der die Nachfolger der damals aktuellen Modellgenerationen entwickelt wurden.

Kreative Werbeaufnahme des Volvo 480 ES 1985 (© Volvo)

Offiziell präsentiert wurde der ungewöhnliche Sportwagen mit dem steilen Heck, das an die “Schneewittchensarg “genannte Kombivariante des Volvo P 1800 erinnerte, im März 1986 auf dem Genfer Salon, erste Bilder waren allerdings bereits im Oktober 1985 gezeigt worden. Das Design des neuen Wagens gestaltete der Holländer John De Vries. Die Technik war für Volvo-Begriffe revolutionär, denn der 480 ES war der erste Volvo mit Frontantrieb. Um diesen Umstieg zu schaffen, besorgte man sich Lotus-Unterstützung und kaufte den quer eingebauten Frontmotor bei Renault ein.

Interieur des Volvo 480 ES 1985 (© Volvo)

Der Volvo 480 ES war nicht billig, aber auch nicht überteuert. Nur etwas leistungsschwach war er mit den 109 PS, die in der Katalysatorvariante sogar auf 95 PS reduziert wurden. Aus diesem Grunde wurde 1988 eine Turbo-Variante des 1,7-Liters nachgeschoben, doe trotz Katalysator immerhin 121 PS auf die Vorderräder führte. Später kam noch ein Zweiliter dazu.

Volvo 480 ES Turbo 1988 (© Volvo)

Der Volvo 480 ES war mit umfangreichen elektronischen und elektrischen Hilfsmittel ausgerüstet, was nicht immer zu der erwarteten hohen Zuverlässigkeit führte. Trotzdem kann man den Wagen als Erfolg betrachten, denn immerhin 76’375 Exemplare verliessen bis zum 7. September 1995 das Fliessband. Heute sind sie weitgehend von der Strasse verschwunden und die Überlebensrate dürfte nicht allzu gross sein, so dass man sie bald wieder als Klassiker an Oldtimer-Veranstaltungen erblicken wird ...

Weitere mehr oder weniger kontroverse Klassierperlen finden sich im eigens eingerichteten Themenkanal auf Zwischengas .

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