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Günstige Youngtimer-Cabriolets für diesen Sommer

Bruno von Rotz
26.06.2014

Audi Cabriolet 1992

Ja, es gibt sie, die günstigen Gelegenheiten im Leben. Wer zum Beispiel schon länger von einem Youngtimer träumte und beim Fahren gerne die Haare im Wind hat, der sollte sich jetzt vielleicht den Kauf eines Mercedes Benz 300/500 SL, Alfa Romeo Spiders, Audi Cabriolets, BMW 3-er Cabrios oder Mazda MX-5 überlegen.

Alle diese Autos sind in genügender Menge “auf dem Markt” und bieten viel Fahrvergnügen für den Gegenwert eines Einsteiger-Smarts. Wir reden in diesem Zusammenhang über 5000 bis 15000 Franken (oder 4000 bis 12000 Euro). Eine überknappe Brieftasche reicht also nicht, aber man muss auch kein Rockefeller sein, um unbeschwert Sommer-Cabriofreuden mit vier/fünf/sechs oder acht Zylindern erleben zu können.

Cabriolets weisen auch im zweiten und dritten Lebensalter oftmals geringe km-Stände auf und wurden in den meisten Fällen pfleglich behandelt und vielleicht als Liebhaberobjekte sogar vor Salzwasser geschützt. Entsprechend gut ist denn auch oft der Erhaltungszustand, was die Risiken für den Käufer senkt.

High-Tech Noblesse - Mercedes Benz 300/500 SL R129

Mercedes Benz 500 SL 1992

Der Mercedes Benz 300 SL / 500 SL der Baureihe R129 war das Cabriolet der Superlative in den Neunzigerjahren. Innovativ war das sich ohne jegliches Zutun mithilfe vieler Motoren und einer aufwändigen Mechanik öffnende und schliessende Dach, das natürlich unter einer festen Klappe verschwand. Bruno Sacco hatte schnörkellose und meist gerade verlaufende Linien gezeichnet, die Motorenbauer spendierten Sechs- bis Zwölfzylinderaggregate von 180 bis fast 400 PS. Integralsitze und eine Aufpreisliste, die es locker zuliess, den Grundpreis von knapp sechsstellig um mehrere Zehntausender aufzustocken, gehörten ebenfalls zum Paket, genauso wie das serienmässige Hardtop, das den Wagen auch wintertauglich machte.

Kein Wunder war der R129 beliebt, kein Wunder wurden über 200’000 verkauft. Und so gibt es auch auf dem Gebrauchtwagenmarkt ein grosses Angebot. Und man erhält viel Technik für erstaunlich wenig Geld. Billige Werkstattrechnungen sollte man aber nicht erwarten, wenn doch einmal etwas schief läuft.

Italienische Klassik - Alfa Romeo Spider

Alfa Romeo Spider Serie 4 1998

1966 stellte Alfa Romeo den Duetto Spider in Genf vor, 1970 schnitt man ihm das Heck ab und machte ihn zum Fastback-Spider. Weitere 13 Jahre später montierten die Mailänder vorne eine Frontschaufel und hinten Gummi-Spoilerlippe und benannten ihn Aerodinamico, um ihm schliesslich ab 1989 als Serie 4 Version wieder eine klassischere Front und ein runderes Heck zu geben.

Beliebt war der Alfa Romeo Spider immer, da hätte es auch nicht den Film “The Graduate” gebraucht. Mit italienischem Temperament, dem berühmten Zweinockenwellen-Vierzylinder, dem allerdings Katalysator und Lärmvorschriften etwas den Schneid nahmen, und südländischem Flair im Interieur fuhr er sich in die Herzen der Leute.

Am Angebot an Fahrzeugen im Youngtimer-Alter mangelt es nicht, aber billig sind gute Spider nie gewesen.

Pioniertat BMW 3-er Cabriolet E30

BMW 325i Cabriolet 1990

Während die Mailänder dank dem Spider immer und als einer der wenigen Autohersteller immer im Vollcabriolet-Markt präsent waren, musste man viele Jahre zurückschauen, bis man auf den Ahnen des 1985 vorgestellten BMW 325i Cabriolets stiess. Über lange Jahre hatte Baur mit targa-ähnlichen Konstruktionen für frische Luft in BMW-Limousinen gesorgt, dann präsentierte BMW im Alleingang einen richtig offenen E30, der auch prompt einschlug wie eine Bombe. Die Linie stimmte und mit der Übertotpunkt-Kinematik liess sich auch das Dach ohne viel Aufwand montieren, wenn es nicht unter einer Klappe verschwunden war. Vier Personen hatten locker Platz und der berühmte Reihen-Sechszylindermotor summte sein schönes Lied im Bug, wenn der Käufer nicht gerade zum günstigeren Vierzylinder gegriffen hatte.

Die damalige Beliebtheit zeigt sich noch heute, die Preise für gut erhaltene 3-er-Cabrios sind vergleichsweise hoch.

Der Anfang einer neuen Generation - Mazda MX-5

Mazda MX-5 1991

Hätte es den Mazda MX-5 (auch Miata genannt) nicht gegeben, vielleicht wäre die grosse Cabriolet-Renaissance, die in den Neunzigerjahren einsetzte, ausgeblieben. Die Japaner (zusammen mit ihrem amerikanischen Designcenter) den richtigen Riecher und amalgierten die englische Sportwagenlegende Lotus Elan mit moderner und alltagsfester japanischer Technik. Heraus kam ein hübsches Cabriolets für zwei, das alles Verkaufserwartungen übertraf. Zwischen 1989 und 1998 verliessen mehrere Hunderttausend der knapp 1000 kg schweren Klappscheinwerfer-Roadster das Werk und machten Cabriolets-Fans rund um die Welt glücklich. Und weil der Japaner fast ohne Schwächen war, haben viele überlebt. Exemplare mit wenig Kilometer sind vergleichsweise teuer.

Fast Follower Audi Cabriolet

Audi 2.3 E Cabriolet 1992

Audi war mit dem auf dem Coupé des Typs 89 basierenden Audi 2.3 E Cabriolet 1991 gewiss kein Vorreiter. BMW hatte ja schon ein halbes Jahrzehnt früher vorgelegt und Audi konnte beobachten und das übernehmen, was sich bewährt hatte.
So brachte man ein mit dem 2,3-Liter-Reihen-Fünfzylinder ausreichend motorisiertes und mit einem einfach zu montierenden Verdeck ausgerüstetes Cabrio auf den Markt und baute dann die Antriebsseite zunehmend aus. Optisch wurde der offene Audi während seiner neunjährigen Bauzeit nur dezent aufgefrischt.

Mit Frontantrieb war man im Sommer und Winter gut gerüstet, das gefütterte Verdeck machte ein Hardtop unnötig. Auch zu viert konnte man offen unterwegs sein, solange kein Windschott an Bord war. Geschaltet wurde von Hand oder per Automat.

Einen Kultstatus hat der Wagen noch nicht, darum sind die aufgerufenen Preise selbst für Fahrzeuge mit geringen Laufleistungen relativ tief. Und es gab auch einige kultige Farben wie z.B. Ginstergelb oder Gomera perleffekt.

Die Qual der Wahl

Ob Mercedes, BMW, Audi, Alfa oder Mazda - Offenfahrfreuden bereiten alle diese Autos. Sie passen beim Kauf auch annähernd in dasselbe Budget, was erstaunt, kostete doch 1990 der Teuerste (Mercedes) etwa fünfmal mehr als der Günstigste (Mazda). Entscheidungskriterien werden die Anzahl Sitzplätze sein, die erwartete Leistungsfähigkeit und natürlich die einzukalkulierenden Unterhaltskosten. Und vermutlich vor allem ästhetische Kriterien. Das Schöne - das Angebot ist gross und vielfältig.

Gäbe es Alternativen? Natürlich, immer. Wer weniger “Mainstream” gehen will, kann auch zu einem Jaguar XJS Cabriolet, einer Chevrolet Corvette, einem Toyota MR2, einem Mazda RX-7 Turbo Cabriolet, einem Citroën Mehari oder einem Maserati Biturbo Spyder greifen. Nur um ein paar Beispiele zu nennen. Geringere Stückzahlen und je nachdem kapriziösere Technik könnten allerdings später zu Kopfweh, spricht höheren Folgekosten führen. Aber das muss natürlich nicht sein.

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Archivierte Einträge:

von 42******
11.08.2018 (17:31)
Antworten
Oh da fehlen aber noch einige, wie der C70 von Volvo, als T5 mit 240 PS, oder der CLK, oder Chrysler oder auch Saab...
von wu******
10.08.2018 (20:11)
Antworten
...schade, dass die MGf und TF nicht dazu gehören :(
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