Klassikerperlen der Zukunft - BMW 320i/325i Cabriolet E30
Ein Klassiker war er eigentlich schon, als ich ihn mir 1988 neu zulegte. Der BMW E30 als Cabriolet, zwar in der kleineren Variante mit zwei Litern Hubraum, aber immerhin. Den seidenweich laufenden Reihen-Sechszylinder jedenfalls hatte er an Bord, auf die Ledersitze verzichtete ich. Dafür gab es Nachtdesign und Metallic-Lack. Die schnörkellos elegante Linie war serienmässig, die vier vollwertigen Sitzplätze auch.
BMW hatte Pionierarbeit geleistet, denn kaum ein anderer Autohersteller wagte es, in der zweiten Hälfte der Achtzigerjahre ein Vollcabriolet zu präsentieren. Der Mazda MX-5 war noch gar nicht geboren, aber das E30-Cabriolet gab es bereits 1985 als 325i auf der IAA zu sehen.
Etwas ganz besonderes war damals die Übertotpunkt-Kinematik. Was kompliziert tönte, war für den Fahrer einfach. Das Dach konnte aus dem Fahrersitz aufgespannt werden, indem der hintere Teil des Verdecks nach unten gepresst wurde, wenn man es vorne nach unten zog. Wenn es nicht gebraucht wurde, verschwand das robuste Dach unter einer Klappe, eine Persenning war damit wie beim Mercedes SL nicht nötig.
Und sogar einen ansehnlichen Kofferraum hatte der offene BMW und dies bei insgesamt kompakten Ausmassen. Dafür war er wegen der nötigen Verstärkungen 125 kg schwerer als die Serienlimousine.
1991 gab es ein Facelift, das das Cabriolet nicht unbedingt schöner machte, aber den Trends der Zeit anglich.
Heute gibt es (noch) ein grosses Angebot an offenen E30-BMWs mit 1,8-, 2- und 2,5-Liter-Motoren. Eine Rarität ist er also (noch) nicht. Eine Klassikerperle aber vermutlich schon, denn sein Design wirkt selbst über 25 Jahre nach seiner Präsentation noch frisch und zeitlos. Und dies kann man von manchem Zeitgenossen von damals nicht behaupten ...


























