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Der Schweizer Oldtimer-Dachverbandskonflikt aus Sicht des "einfachen" Oldtimerfahrers

Bruno von Rotz
23.06.2014

Fiat 500B 1940 (© Bruno von Rotz)

Seit einigen Monaten ist Feuer unter dem Dach bei den Schweizer Oldtimer-Dachverbänden. Ende 2013 wurde bekanntlich ein neuer Dachverband (FSVH) gegründet mit dem Ziel, die bisherigen beiden (Swiss Oldtimers und FSVA) zu beerben. Während Swiss Oldtimers an der letzten Delegiertenversammlung die Grundlagen für eine mögliche Auflösung schaffte, sprachen sich jetzt die Delegierten des FSVA dagegen aus, weil sich nun eine neue Lösung, nämlich die Fusion der bisherigen Dachverbände, als machbare Alternative auftat. Bisher galt diese vielleicht vernünftigste Option als unmöglich, da sie mit den Leuten am Ruder nicht umsetzbar erschien.

Während also die grauen Eminenzen in den Verbänden diskutieren und stritten, kriegte der Mann oder die Frau im Oldtimer auf der Strasse nur wenig davon mit. Ihn oder sie plagen andere Probleme, wenn nicht gerade vielleicht Fussball oder Ski-WM die Gespräche dominieren.

Nur ein Teil der Oldtimer-Fahrer ist Mitglied in einem Verein und damit meist auch indirekt Mitglied in einem Dachverband und die meisten wüssten wohl nicht einmal, welchem Dachverband ihr eigener Oldtimer-Verein angehört.

Die Anliegen des “einfachen” Schweizer Oldtimer-Besitzers sind pragmatisch. Wenn sie könnten, würden sie sich zum Beispiel die Abschaffung der jährlichen Abgaskontrolle für Fahrzeuge im Oldtimer-Alter wünschen, hätten alle Veteranenfahrzeuge mit mindestens 30 Jahren auf dem Buckel (nicht nicht nur jene bis 1970) von der Tagfahrlichtpflicht ausgenommen, würden sich über tiefere und vielleicht auch hubraumunabhängige Strassensteuern und eine Befreigung von der Autobahn-Vignette freuen, würden sich mehr Augenmass bei der Zulassung von alten Fahrzeugen auf den Strassenverkehrsämtern und den vereinfachten und gar steuerbegünstigten Import von historischen Autos aus dem Ausland erträumen, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Zudem gilt es, die bereits erkämpften Privilegien zu sichern und der Losung, dass alte Autos auf der Strasse fahren sollen, Rechnung zu tragen.

Ja, es gibt viel Arbeit für einen vereinigten Schweizer Oldtimer-Dachverband und es wäre aus Sicht des Oldtimerfahrers schön, wenn sich deren Vertreter untereinander schnell einigen könnten und ihre Energie wieder den gemeinsamen Zielen und den Problemen des Oldtimerfahrers auf der Strasse zuwenden könnten.

Maxwell AB 1911 (© Bruno von Rotz)

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von wa******
27.06.2014 (11:05)
Antworten
Danke für den pointierten Kommentar – einschliesslich der darüber gesetzten Photographie!
Nach langer Zeit des misstrauischen Gegenüberstehens wurden endlich ein Konzept und damit ein gangbarer Weg vorgestellt, an Stelle zweier bisheriger nun einen einzigen Dachverband zu errichten. Die Verantwortlichen hatten so die ihnen obliegende Führungsfunktion wahrgenommen und umgesetzt! Das Vorgeschlagene war nicht sakrosant, konnte es gar nicht sein: jedwede Änderung, Anpassung, Berichtigung, Verbesserung etc. wäre zu allgemeiner sowie spezieller Zufriedenheit ohne weiteres zulässig und anbringbar gewesen. Bei ruhiger Überlegung ist dieser Schluss zwingend! Wer anderes vorgibt und danach handelt, setzt sich leicht dem Vorwurf der Unredlichkeit aus wie auch dem, schliesslich alle in der Schweiz in irgendeiner Weise mit dem Thema 'Oldtimer' Befassten zu desavouieren.
von pa******
25.06.2014 (19:14)
Antworten
Ich finde es traurig, dass die zwei Verbände es nicht schaffen sich für die Sache und gegen persönliche Profilierungsneurosen einzelner zu entscheiden. Die Schweiz ist nun wirklich klein genug, um gemeinsam für eine Sache einstehen zu können. Wir haben genug Persönlichkeiten, welche mehr "liefern als lafern" die haben aber keine Zeit und Energie sich mit Stellungskämpfen in der Organisation zu beschäftigen. Raus mit den Streithänen , rein mit den Machern.
Hätten die Herrschaften statt rumzustreiten aufgepasst, hätte man z.B. im Kt. Zürich diese unglaubliche Ungerechtigkeit der Strassenabgaben vor deren Inkrafttreten verhandeln können. Nun nachträglich etwas versuchen zu ändern wird doppelt und dreifach schwerer.
Toll gemacht... streitet ruhig weiter und vergesst alles um Euch herum..
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