Der Schweizer Oldtimer-Dachverbandskonflikt aus Sicht des "einfachen" Oldtimerfahrers
Seit einigen Monaten ist Feuer unter dem Dach bei den Schweizer Oldtimer-Dachverbänden. Ende 2013 wurde bekanntlich ein neuer Dachverband (FSVH) gegründet mit dem Ziel, die bisherigen beiden (Swiss Oldtimers und FSVA) zu beerben. Während Swiss Oldtimers an der letzten Delegiertenversammlung die Grundlagen für eine mögliche Auflösung schaffte, sprachen sich jetzt die Delegierten des FSVA dagegen aus, weil sich nun eine neue Lösung, nämlich die Fusion der bisherigen Dachverbände, als machbare Alternative auftat. Bisher galt diese vielleicht vernünftigste Option als unmöglich, da sie mit den Leuten am Ruder nicht umsetzbar erschien.
Während also die grauen Eminenzen in den Verbänden diskutieren und stritten, kriegte der Mann oder die Frau im Oldtimer auf der Strasse nur wenig davon mit. Ihn oder sie plagen andere Probleme, wenn nicht gerade vielleicht Fussball oder Ski-WM die Gespräche dominieren.
Nur ein Teil der Oldtimer-Fahrer ist Mitglied in einem Verein und damit meist auch indirekt Mitglied in einem Dachverband und die meisten wüssten wohl nicht einmal, welchem Dachverband ihr eigener Oldtimer-Verein angehört.
Die Anliegen des “einfachen” Schweizer Oldtimer-Besitzers sind pragmatisch. Wenn sie könnten, würden sie sich zum Beispiel die Abschaffung der jährlichen Abgaskontrolle für Fahrzeuge im Oldtimer-Alter wünschen, hätten alle Veteranenfahrzeuge mit mindestens 30 Jahren auf dem Buckel (nicht nicht nur jene bis 1970) von der Tagfahrlichtpflicht ausgenommen, würden sich über tiefere und vielleicht auch hubraumunabhängige Strassensteuern und eine Befreigung von der Autobahn-Vignette freuen, würden sich mehr Augenmass bei der Zulassung von alten Fahrzeugen auf den Strassenverkehrsämtern und den vereinfachten und gar steuerbegünstigten Import von historischen Autos aus dem Ausland erträumen, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Zudem gilt es, die bereits erkämpften Privilegien zu sichern und der Losung, dass alte Autos auf der Strasse fahren sollen, Rechnung zu tragen.
Ja, es gibt viel Arbeit für einen vereinigten Schweizer Oldtimer-Dachverband und es wäre aus Sicht des Oldtimerfahrers schön, wenn sich deren Vertreter untereinander schnell einigen könnten und ihre Energie wieder den gemeinsamen Zielen und den Problemen des Oldtimerfahrers auf der Strasse zuwenden könnten.

































