Verleiht Flügel - Opel Commodore B Jumbo 6000

Bruno von Rotz
23.10.2013

Opel Commodore Jumbo 6000 im Jahr 1973 auf dem Hockenheimring

Im Frühjahr 1972 führte Opel das Commodore B Coupé ein. Als 2.8 GS/E konnte der Wagen auch leistungshungrige Käufer ansprechen, aber niemand trieb es soweit wie die Steinmetz-Truppe, die 1973 einen grundlegenden Umbau präsentierte.

Kotflügelverbreiterungen, monströse Front- und Heckspoiler und ein Small-Block-Chevy-Motor mit sechs Litern Hubraum und über 500 PS machten den 1’020 kg schweren Wagen, der sinnigerweise Jumbo 6000 genannt wurde, über 300 km/h schnell, auf jeden Fall schnell genug, um die damals präsenten Ford Capri und BMW CSL Coupés locker abzuhängen.

Leider aber gab es keine passende Rennserie für den schnellen Opel und am Ende des Tages schauten auch keine nennenswerte Rennerfolge heraus. Der Wagen soll noch in den Siebzigerjahren verschrottet worden sein. Schade!

Und dies schrieb damals die Automobil Revue in der Nummer 49/1973:

“Opel-Tuner Klaus Steinmetz (Rüsselsheim) hat sich für die nächste Saison einen besonderen Gag einfallen lassen: er nahm einen «abgemagerten» Opel Commodore und rüstete ihn mit einem 510 PS abgebenden Chevrolet-V8-Motor von 5990 cm3 Inhalt (Motor des Diplomat) aus. Auf Wunsch wird auch ein Formel-5000-Triebwerk installiert (485 PS). Um das eine runde Tonne wiegende Auto auch bei hohem Tempo gut am Boden zu behalten (Spitze 300km/h), versah man es mit überdimensionierten Spoilern oder Stabilisationsflügeln. «Jumbo 6000» wurde das Ungetüm getauft.

Steinmetz hofft, seinen Silhouette Car (eine vielleicht entstehende Fahrzeugkategorie) bei Interserie-Rennen einsetzen zu können. Als Sportwagen der Gruppe 5 darf der Jumbo nicht starten, weil er über drei Liter Hubraum aufweist. Der Jumbo ist verkäuflich: 118’000 DM oder ca. 145’000 sFr. kostet das Superding. Daneben baut Steinmetz auch eine zahmere Strassenversion ohne «Leitwerk» mit 3,4-Liter-Sechszylindermotor (208 PS), welche für 29700 DM angeboten wird. Über die neuen Hochleistungsfahrzeuge aus dem Hause Steinmetz werden wir noch ausführlicher berichten.”

Das hochauflösende Foto findet man natürlich auch (wie immer) separat in unserem Archiv.

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