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Der nicht immer faire Kampf der Antriebstechnologien

Bruno von Rotz
17.06.2020

Motor Mazda RX7 (© Mazda/ Werk)

Schon fast von Anfang an stritten unterschiedliche Antriebstechnologien beim Automobil um ihre Vorherrschaft. Um 1900 waren sowohl Benzin-Verbrennungsmotoren als auch Dampfantriebe und Elektromotoren im Rennen. Die Dampfmaschine erwies sich zu mühsam und der Elektroantrieb krankte schliesslich an einer zu geringen Reichweite, nachdem er vorübergehend bezüglich Einfachheit die Nase vorne gehabt hatte.

Ab den Zwanzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts setzte sich der Benzinmotor im Personenwagen komplett durch, Dieselmotoren feierten zunächst eher ein Nischendasein. Elektromotoren gab es fast nur in Versuchsfahrzeugen oder für spezielle Anwendungen (z.B. reine Stadtautos).

In den Sechzigerjahren erschien ein neuer aussichtsreicher Konkurrent auf dem Parkett, der Kreiskolben- oder Wankelmotor. Viele Autofirmen versuchten einen Fuss in der neuen Technologie zu haben, denn der Wankelmotor wies einige bestechende Vorteile auf, nämlich den kompakten Aufbau, den virbrationsarmen Lauf und die geringe Teilemenge, resultiertend in weniger Komplexität. Hätte er nicht auch wesentlich Schwächen gehabt, vielleicht würden wir heute alle Wankel fahren.

Im neuen Jahrtausend setzte dann langsam die Renaissance des Elektroautos ein, getrieben von Umweltbedenken (Abgase, Lärm) gegenüber den Verbrennungsmotoren. In kurzer Zeit wurde der Elektroantrieb deutlich konkurrenzfähiger, was Reichweite und Effizienz anbelangt und ähnlich wie der Wankelmotor konnte auch er als Vorteil die geringere Komplexität und den knapperen Platzbedarf als Vorteile verbuchen.

Dann aber passierte etwas, was es früher nicht gab. Die Politik griff, aufgestachelt durch den Dieselskandal ab Mitte der Zehnerjahre, direkt in die Technologie-Entscheidungen ein. Anstatt wie bisher Grenzwerte festzulegen und die Technologiewahl den Herstellern und den Käufern zu überlassen, begann man direkt das Elektromobil zu fördern, steuerlich und mittels Unterstützungszahlungen. Dass man dabei teilweise mit fragwürdigen Zahlen argumentierte und mit unterschiedlichen Ellen mass, wurde ignoriert. Autohersteller wurden damit gezwungen, unabhängig von ihren eigenen Überzeugungen und vom technologischen Wissen eine Technologie einseitig zu fördern.

Was wäre geschehen, wenn dies schon früher passiert wäre? Wie würde die Autowelt heute aussehen, wenn sich Staaten und Politiker in den Sechzigerjahren für die Vorherrschaft des Wankelmotors oder 1900 für Dampfmobile ausgesprochen hätten?
Regierungen/Behörden sollten Grenzwerte und nicht Technologien vorgeben. Die Grenzwerte sollten so definiert werden, dass sie den übergeordneten Zielen (z.B. well-to-wheel-Optimierung) genügen.

P.S. Das Bild oben zeigt übrigens einen Wankelmotor, wie er im Mazda RX-7 verbaut wurde.

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