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Geplantes Altern (“planned obsolescence”)

Bruno von Rotz - 20.06.2020

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Geplante Alterung - VW Käfer versus VW Golf VII (© VW AG / Werk)

Es wird im Moment viel über die Langlebigkeit von Produkten gesprochen und darüber diskutiert, wie lange Autos von heute oder aus den Neunzigerjahren halten. Auch auf Zwischengas entbrennen immer wieder Diskussionen darüber, welche Lebenserwartung moderne Fahrzeuge überhaupt haben können.

Die Thematik ist nicht neu und es liegt in der Natur der Sache, dass Hersteller von Produkten nicht daran interessiert sind, dass ihre Erzeugnisse ewig halten. Schliesslich ist es interessanter, einen neuen Ersatz zu verkaufen, als alte Produkte ewig zu warten und zu unterstützen.

Schon 1970 wurde das Thema in einem umfangreichen Bericht in der Zeitschrift “auto motor und sport” diskutiert. Und schon damals wurde gejammert, weil man offensichtlich das Gefühl hatte, dass die Autos der Fünfzigerjahre deutlich besser gebaut worden seien als jene der späten Sechzigerjahren. “Maximales Verkaufsvolumen verlangt die billigste Konstruktion für die kürzeste Zeitspanne, die die Käuferschaft gerade noch duldet”, wird im Artikel geschrieben.

Auch der Begriff “planned obsolescence” oder “Geplantes Altern” wurde schon damals thematisiert, er reicht aber noch viel weiter zurück. In den USA wurde schon in den Zwanzigerjahren erkannt, dass man durch stetige Erneuerung des Designs den Käufer dazu bringen konnte, seinen alten Wagen (vorzeitig) zu ersetzen – wichtig vor allem in Zeiten einer Sättigung des Marktes. Der Begriff “planned obsolescence” kam dann aber vor allem durch den Designer Brooks Stevens , dem wir vor kurzem einen Bericht gewidmet haben, in Mode und da sind wir schon in den Fünfzigerjahren. In jenen Jahren ging es primär um die Auffrischung des Aussehens und damit die Motivation des Käufers, etwas neues zu kaufen.

Der Begriff lässt sich aber natürlich auch auf die Dauerhaftigkeit der Technik und der Komponenten  anwenden. Experten und Beobachter gehen einig, dass heutige Automobile auf eine maximale Laufleistung von 300’000 Kilometer ausgelegt werden, manche wohl sogar auf kürzere Distanzen. Auch eine dreissig- oder fünfzigjährige Nutzung sehen wohl die wenigsten Auto-Konzepte der Gegenwart vor. “Geplantes Altern” gehört zum heutigen Automobil genauso wie seine inhärente Sicherheit und Umweltfreundlichkeit. Schade für jene, die in 50 Jahren gerne einen Golf-VII-Veteran (anstatt eines Käfers, siehe Bild oben) fahren möchten.

Ein Zitat aus dem bereits erwähnten AMS-Bericht von 1970 möchten wir hier aber noch anfügen:
“Sie nehmen noch am Straßenverkehr teil, aber das Ende ist in greifbare Nähe gerückt; der Jahrgang 61/62 befindet sich unerbittlich auf dem Weg zur Schrottpresse. Spätestens in weiteren zwei Jahren werden diese Autos, von gut gepflegten Ausnahmen abgesehen, endgültig vergessen sein: die alten DKW, die Panoramascheiben-Opel, die seitengesteuerten Ford 12 M und auch die Kostbarkeiten vergangener Jahre — Porsche 356 B und BMW V8.”

So ganz hat sich diese Prophezeiung des Jahres 1970 wohl nicht bewahrheitet, aber allzu viele alte DKW, Panoramascheiben-Opel oder 12M fahren auch nicht mehr herum. Vom Porsche 356B und BMW 502 bis 507 allerdings, da hat doch ein relativ hoher Anteil der gebauten Exemplare überlebt. Vielleicht darf uns diese Erkenntnis aus der Geschichte ja auch für die Zukunft hoffen lassen?

Neueste Kommentare

 
 
st******:
23.06.2020 (12:53)
Ich halte nicht sehr viel von der These, dass es bei Autos eine quasi hineinkonstruierte Obsoleszenz gibt. Im Vergleich zu den 1960ern und 1970ern sind die Autos heute viel dauerhafter. Der Rostschutz ist wesentlich besser als früher. Die Motoren halten in vielen Fällen mühelos 300.000 km und mehr. Freilich könnte man Autos so bauen, dass sie noch viel länger halten könnten. Aber die Käufer haben daran offenbar kein großes Interesse. In meinem Bekanntenkreis haben nicht wenige die Auffassung, dass ein Auto nach fünf Jahren Gebrauch alt ist und besser ersetzt gehört. Ich selbst bin mit meinem perfekt gepflegten1998er Jeep Grand Cherokee 5.9 sicher noch viele Jahre unterwegs.
dagamba:
23.06.2020 (10:51)
Und dann hat man die Umweltdiskussion.

Ich hoffe, dass die Politik eines Tages zum Thema Nachhaltigkeit Einflkuss nehmen wird. Denn wozu sollen wir alle Zero-Emission-Vehicles kaufen, wenn das gesamte gesparte CO2 in dem Müll verschwindet, den wir dabei erzeugen?

Ja, es gibt Menschen, die diese Rechnung bereits anstellen. Also da gibt es Hoffnung.

OK, auch wenn ich an der Entwicklung und dem Fortschritt der Elektroautos massiv beteiligt bin: Wozu sollen wir diese seelenlosen Dinger auch in 30 Jahren noch haben wollen? Hm. Meine Spülmaschine hat mich grad nach 25 Jahren mit einem Knall verlassen. Hat doch ein wenig wehgetan. So ein gutes Stück!

CO2-Bilanz: Mein Haus ist z.B. von 1912. Und ich habe es eben fit gemacht für die nächsten ca. 250-300 Jahre.
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