Es wird ja immer wieder darüber diskutiert, wann das Automobil die meisten Fortschritte machte. Nun, dies ist eine wahrlich philosophische Fragestellung und die Antwort dazu noch eine Frage des Betrachtungswinkels. Aber versuchen wir es doch mit vier Fahrzeugen, die wir in den letzten Wochen gefahren sind.
Beginnen wir also mit dem Lagonda 2 Litre, der die Zwanzigerjahre repräsentiert, ein durchaus sportliches Automobil mit starkem Vierzylindermotor, allerdings mit wenig Komfortmerkmalen. Das Gaspedal sitzt in der Mitte, das “H” der Schaltung ist seitenverkehrt, der erste Gang also rechts vorne. Man sitzt rechts, eine Türe für den Einstieg des Fahrers aber findet sich nur links. Die Fahreigenschaften sind, obwohl vermutlich überdurchschnittlich für die Zeit damals, zumindest gewöhnungsbedürftig.
Dreissig Jahre später entstand der Alvis Graber Special, ein Coupé für gehobene Ansprüche, spezialkarossiert von Herrmann Grabers Blechkünstlern. Fast alles funktioniert schon fast wie im modernen Auto von heute, kleine Unterschiede kann man schon fast als Charakterbeispiele auffassen. Allerdings, moderne Komfortmerkmale wie Klimaanlage oder Intervallscheibenwischer fehlen. Trotzdem, dieses Auto konnte man jedem Fahrtüchtigen anvertrauen, es lässt sich auch ohne Zwischengas-Kenntnissen fahren, nur einen sauberen Strich auf der Landstrasse erfordert etwas Übung.
Weitere 30 Jahre später wurde der der Aston Martin Virage gebaut, mit einem starken Achtzylinder im Bug und einer Menge Elektronik an Bord. ABS hilft beim Verzögern, breite Reifen und ein austariertes Fahrwerk halten das Coupé auf der Strasse. Die Unterschiede zum heutigen Auto scheinen gering, zumindest was die Bedienung anbelangt. Meint man zumindest.
Doch wer vom Virage in einen BMW i8 umsteigt, merkt, wie stark sich das Auto auch in den letzten 30 Jahren nochmals verändert hat. Ein volldigitales Cockpit mit Headup-Display, zwei Elektromotoren und ein Benziner, die für den Vorwärtstrieb verantwortlich sind, Soundsysteme, modernste Materialtechnik, die das Gewicht trotz Batterien und komplexem Antriebsstrang auf rund 1400 kg senken, im Vergleich zum Virage wirkt der i8 wie ein Raumschiff aus der Zukunft.
Gehen wir zurück zur eingangs gestellten Frage. Sicherlich war der Unterschied zwischen 1930 und 1960 grosse, zwischen 1960 und 1990 kleiner, aber der Technologiesprung, den wir mit den aktuellen Fahrzeuggenerationen mitmachen, dürfte mindestens ebenso gross sein wie die Entwicklung, die zwischen 1930 und 1960 geschah. Am grössten waren die Fortschritte allerdings sicherlich zwischen 1900 und 1930, nicht von ganz ungefähr hatte man schliesslich in den Zwanzigerjahren das Gefühl, das Auto sei jetzt fertigentwickelt … Dass die Pioniere damit nicht ganz richtig lagen, wissen wir heute …
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...und mein Kompliment zur Fahrzeugwahl! ;-)
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Beste Grüße eines sehr zufriedenen I8-Fahrers
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