Moderne DTM - für einmal war es wieder wie früher!

Daniel Reinhard
07.05.2018

DTM 2018 in Hockenheim - Paffett gegen Glock (© Daniel Reinhard)

Eigentlich berichten wir nicht über aktuelle Autos und moderne Rennsportveranstaltungen, aber was die DTM am Sonntag, dem 6. Mai 2018, in Hockenheim geboten hat, war absolut erste Sahne und hat somit auch bei uns einen Blog verdient, erinnerte es doch an die gloriosen Zeiten von anno dazumal.

Es war schon lange klar, dass die Rennen mit weniger Aerodynamik besser werden. Der rundenlange Zweikampf zwischen Timo Glock im BMW und Gary Paffett im Mercedes riss die Zuschauer förmlich vom Hocker. Im Stil der Moto GP wechselten sie sich vorne ab, zeitweise fuhren sie, wie einst Villeneuve und Arnoux beim GP von Frankreich in Dijon 1979, kilometerlang durch mehrere Kurvenkombinationen nebeneinander. immer fair, aber ganz hart an der Grenze.

DTM 2018 in Hockenheim - Paffett gegen Glock (© Daniel Reinhard)

Dank diesem gigantischen Zweikampf konnten die weiteren Fahrer auf die Spitzenreiter aufschliessen, so dass am Ende Mike Rockenfeller im Audi sogar noch den zweiten Platz ergattern konnte. Nicht nur die Schlussrunden rissen die Zuschauer von den Plastiksitzen, bereits während des Zweikampfs schrieen sie wild von der Tribüne und erinnerten an ganz grosse Rennen aus früheren Zeiten.

Der 37-jährige Engländer Gary Paffett erklärte nach dem Rennen: “Ich liebe Timo (Glock), das war unglaublich. Wir hätten beide zu jedem Zeitpunkt zurückstecken und Platz zwei mitnehmen können. Denn wir wussten, dass wir irgendwann vom anderen eingeholt werden würden, aber keiner von uns wollte aufgeben. Platz drei ist für mich schlussendlich enttäuschend, aber das war es wert. Das war das beste Rennen, das ich je gefahren bin. Ein derartiger Zweikampf um den Sieg ist absolut sensationell.”

DTM 2018 in Hockenheim - Paffett gegen Glock (© Daniel Reinhard)

Glock zeigte Nerven wie Drahtseile und rastete schliesslich nach dem Rennen am Funk komplett aus: “Das war das verrückteste Rennen, das ich je gefahren bin. Mercedes, ihr seid total bescheuert, dass ihr diese Meisterschaft verlasst!”

Auch Sebastian Vettel gratulierte Timo nach dem Rennen und meinte: "Was ihr da geboten habt war absolut genial." Das war`s wirklich.

Auch im Parc-Fermé liefen die Emotionen völlig aus dem Ruder. Streckensprecher, Mechaniker sowie Teammitglieder flippten förmlich aus. Genau so muss der Motorsport sein. Und einmal mehr wurde klar, dass weniger mehr ist, denn je weniger Aerodynamik an den Autos “dran” ist, umso mehr "Rennsport" kann erwartet werden. Keiner fragt bei derartig packenden Duellen nach Rundenzeiten. Auch wenn sie weit über zehn Sekunden langsamer als im Vorjahr gefahren wären, war das aktuelle Rennen ganz klar das Bessere.

Weiter so!

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von he******
07.05.2018 (10:32)
Antworten
Ja das war Motorsport vom feinsten, spannend bis am Schluss.
Traumhaft, so muss es sein und so kann es bis Ende Saison weitergehen.
Nur an der Sound vom M3 E30 kommen die neuen nicht ran, trotzdem geniessen wir das letzte Jahr vom V8 Sauger in der DTM.
Ich finde Gerhard Berger hat einen super Job gemacht, um diese Rennserie attraktiver zu machen.
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