Auf periodische technische Kontrollen (TÜV/MFK) verzichten, oder doch nicht? (Frage der Woche)

Bruno von Rotz
28.05.2018

Frage der Woche 109 - auf technische Prüfung verzichten

Die meisten Länder kennen für Autos eine periodische technische Überprüfung der Einsatzfähigkeit von Automobilen. Während diese in der Vergangenheit relativ häufig erfolgte, begann man Prüfintervalle für Neufahrzeuge zu verlängern und auch Oldtimer profitieren vielerorts von verlängerten Intervallen zwischen den TÜV- oder MFK-Terminen. Einige Länder aber, jetzt gerade Grossbritannien, haben diese Kontrollen für historische Fahrzeuge unter bestimmten Bedingungen abgeschafft und die Verantwortung sozusagen den Besitzern übertragen. Ist dies der Weg, den man auch hierzulande gehen könnte? Sollten die offiziellen periodischen Kontrollen wegfallen, wollten wir von den Zwischengas-Lesern in einer Frage der Woche wissen.

56 Prozent favorisieren eine Abschaffung oder zumindest Privatisierung der periodischen Prüfungen, knapp drei Siebtel davon (absolut 24 Prozent) würden die Verantwortung alleine dem Fahrzeugbesitzer übertragen, vier Siebtel (absolut 32 Prozent) würden dazu noch die Wartungsbetriebe und Spezialisten in die Pflicht nehmen.

36 Prozent aber würden auf keinen Fall auf die offizielle periodische Kontrolle verzichten wollen, weil sie befürchten, dass die Verkehrssicherheit darunter leiden würde.

Immerhin sieben Prozent konnten mit keiner der vorgeschlagenen “Lösung” etwas anfangen.

Die Oldtimer-Gemeinde ist hier also gespalten und uneinig. Der “Fall Grossbritannien” dürfte nun ja jetzt ein interessantes Beispiel zeigen, wie sich der Wegfall der bisherigen MOT-Kontrollen für über 40 Jahre alte Autos auswirken wird.

Hier noch die grafische Auswertung der Umfragen, an der 310 Leser teilnahmen:

Ergebnisse der Frage der Woche 109 - auf technische Prüfung verzichten

Bereits haben wir eine neue Frage der Woche vorgeschlagen. Dieses Mal wollen wir wissen, ob man bei Regen und starken Niederschlägen eigentlich auf das Fahren im alten Auto verzichten sollte.

Und selbstverständlich kann man die Ergebnisse aller bisherigen Fragen der Wochen auch im eigens eingerichteten Themenkanal weiterhin nachschauen.

Archivierte Einträge:

von bu******
29.05.2018 (11:56)
Antworten
Die Nebeneinanderstellung der Abkürzungen TÜV/MFK ist eine unscharfe Synopse:

Die schweizer Motorfahrzeugkontrolle (MFK) soll die Vorschriftsmäßigkeit und Umweltverträglichkeit von Verkehrsmitteln sicherstellen. Dies entspricht in Deutschland der Hauptuntersuchung (HU). Die MFK erfolgt durch die schweizer Strassenverkehrsämter. Die HU wird nicht von Behörden, sondern von staatlich anerkannten Prüforganisationen durchgeführt. Der TÜV ist E I N E dieser Organisationen. Es gibt aber viele andere Organisationen, die ebenfalls die HU vornehmen dürfen (TÜV = Technischer Überwachungsverein, DEKRA = Deutscher Kraftfahrzeug-Überwachungs-Verein, GTÜ = Gesellschaft für Technische Überwachung, KÜS = Kraftfahrzeug-Überwachungsorganisation freiberuflicher Kfz-Sachverständiger, FSP = Fahrzeug-Sicherheitsprüfung).

Daher korrekt: HU/MFK
von hinti.org
28.05.2018 (15:11)
Antworten
Die Schweizerische Lösung mit auf 6 Jahre gestrecktem Prüfintervall für Veteranenfahrzeuge und einer Kilometerbegrenzung finde ich recht vernünftig. Ganz ohne Prüfung hätte ich ehrlich gesagt Bedenken punkto Verkehrssicherheit; man sieht ja so einiges auf den Strassen...
Als problematisch erachte ich auch die 5 Jahre bis zur ersten MFK bei Neufahrzeugen. Ich kenne viele Leute, die 60'000 oder 80'000 km pro Jahr fahren. Dann wäre die erste Kontrolle theoretisch bei 300'000 bzw. 400'000 Kilometern... DAS ist gefährlich!
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