Was, Sie kennen den wirklichen Cobra-Nachfolger nicht?

Werner Bartholai
18.05.2018

Shelby Lone Star 1967

Wie baut man einen Nachfolger für eine bereits als Neuwagen zur Ikone gewordenen Sportwagen? Dieses Problem stellte sich Carroll Shelby im Jahr 1965, denn die Zeit blieb nicht stehen. Er hoffte weiterhin auf Unterstützung von Ford und begann über eine Neukonstruktion nachzudenken. Diese sollte weiterhin ein klassisches Frontmotor-Layout aufweisen und mit den bereits verwendeten Ford-Motoren (289, 427, 428, 351) ausgerüstet werden.

Weil Shelby kaum Zeit hatte mit all seinen Aktivitäten, liess er sich bei den Entwicklungsarbeiten von der britischen Firma JW Automotive Engineering unterstützten, die bereits schon im GT40-Programm involviert war. Dort allerdings befand man, dass der GT40 und sein Mittelmotor-Layout die bessere Basis für einen neuen Produktionssportwagen waren und baute einen in Aluminium gekleideten Prototypen mit einem etwas verlängerten GT40-Radstand und dem bekannten 4,7-Liter-Motor samt ZF-Fünfganggetriebe.

Shelby Cobra Nachfolger Lone Star im Jahr 1967 (© aus dem Fllm the Corba-Ferrari-War)

Im August 1967 war der Wagen fertig und wurde zu Carroll Shelby verschifft. Dieser durfte zu jenem Zeitpunkt den Namen “Cobra” schon nicht mehr verwenden und nannte den Prototypen daher “Lone Star”.

Shelby Lone Star 1967

Er übergab den Wagen an Ford, weil er hoffte, dass die grosse Autofirma die Produktion finanzieren würde. Doch daraus wurde nichts, vermutlich gab man dem Wagen wegen des erwarteten hohen Preises wenig Chancen im Markt.

Interieur des Shelby Lone Star von 1967

Jedenfalls wurde der Mittelmotorsportwagen bereits im Oktober 1968 zum Verkauf ausgeschrieben, wechselte dann einige Male den Besitzer bis er  anlässlich des Concours d’Elégance von Amelia Island im März 2018 wieder auftauchte. Die Restaurierungsarbeiten sollen enorm aufwändig gewesen sein, weil man einerseits soviel Originalsubstanz bewahren wollten, es andererseits aber mit einem reinen Prototypen zu tun hatte, bei dem sogar der Motor ins Chassis eingeschweisst war.

Die amerikanische Website “hemmings” veröffentlichte vor einigen Monaten eine ausführlichere Version dieser spannenden Geschichte.

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