Bus-Systeme als Hindernis für Schrauber und Heimwerker (Frage der Woche)

Bruno von Rotz
28.08.2017

Frage der Woche 90 - Elektronik/Epochen als Limitation für Heimwerker

In vielen Benzin-Gesprächen wird die Elektronik als Hindernis für die Überlebensfähigkeit alter Autos gesehen. Bereits in den Sechzigerjahren kamen erste Eletronikkomponenten in die Fahrzeuge, aber es dauerte dann noch bis in die Siebziger-/Achtzigerjahre bis in grösseren Mengen elektronisch gesteuerte Einspritzungen montiert wurden. Mit den zunehmenden Anforderungen an Komfort und Umweltfreundlichkeit wurde die Steuerungselektronik komplexer, integrierter und aufwändiger, ab 1995/2000 schliesslich wurden die Datenströme via Bus-Systeme geleitet und Steuerungs-/Sensordaten zentral verwaltet.

Da stellt sich natürlich die Frage, welche Autos von gewieften Heimwerkern und Mechanikern ohne entsprechende Erfahrung aus der Zeit noch mit vertretbarem Aufwand reparieren und warten können. Diese “Frage der Woche” reichten wir natürlich an unsere Leser weiter und erhielten 421 Antworten.

Der grösste Anteil (allerdings nur 37 %) geht davon aus, dass es vor allem die ersten Bus-Systeme (z.B. CAN) ab 1995/2000 sind, die die Möglichkeiten des Selberschraubens und die Fähigkeiten des erfahrenen Mechanikers traditioneller Ausrichtung beschränken.

Weitere 22 % sehen bereits mit dem Einsatz komplexer Motor- und Antriebselektronik ab 1980/1985 unüberwindbare Herausforderungen für den Schrauber/Heimwerker.

15 % der Antwortenden würden die Problematik gar noch früher ansiedeln, nämlich beim Einsatz der ersten elektronisch gesteuerten Einspritzungen ab Mitte der Siebzigerjahre.

Während 12 % dagegen annehmen, dass etwas Eletronik noch lange nicht das Ende für den Schrauber/Heimwerker bedeuten muss und erst das komplett integrierte und sensorgesteuerte Auto, wie es etwa ab 2005 gebaut wurde, ein wirkliches Hindernis für den Heimwerker/Schrauber sein muss, meinten 8 % gar, dass ein gewiefter Schrauber/Heimwerker eigentlich mit praktisch jedem Auto bis heute zurecht kommen müsste. 3 % fanden keine der Antworten für zutreffend.

Zusammenfassend ist man im Zwischengas-Leser-Umfeld also optimistisch, dass man zumindest die Autos ohne Bus-Systeme noch gut reparieren können müsste, während mit jenen dann die eigentlichen Probleme beginnen.

Hier der Vollständigkeit noch die grafische Auswertung der Antworten:

Frage der Woche 90  - Auswertung

Bereits läuft die nächste Frage der Woche, in der wir herausfinden möchten, ob man sich mit Internet, YouTube, Google und Co als Autodidakt eigentlich das Oldtimer-Handwerk aneignen kann .

Und natürlich kann man weiterhin alle bisherigen Ergebnisse zu den “Fragen der Woche” im entsprechenden Themenkanal nachlesen.

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