Warum baut eigentlich niemand mehr Autos mit drei Sitzen?

Bruno von Rotz
31.08.2017

3 Sitze im Matra-Simca Bagheera

Vor rund einem halben Jahrhundert waren Autos mit drei Sitzplätzen noch durchaus häufig, oftmals waren sie amerikanischer Herkunft und wiesen eine breite Sitzbank vorne auf. Mit dem Ende der Sitzbank und der Konzentration auf Einzelsitze beliessen es die meisten Hersteller mit zwei Platzgelegenheiten vorne.

Aber es gab Ausnahmen, zum Beispiel der Ferrari 365 P, ein Prototyp, oder viel später der in kleinen Stückzahlen gebauten McLaren F1mit mittig angeordnetem Fahrersitz und je einem Passagiersitz links und rechts.

Matra-Simca Bagheera

Es war aber ein französischer Sportwagenhersteller, der die drei Sitze in einer Reihe populär machte, nämlich Matra. Im Matra-Simca Bagheera, gebaut von 1973 bis 1980, sass der Fahrer links und zwei weitere Personen konnten rechts von ihm mitfahren. Immerhin fast 48’000 Exemplare wurden hergestellt. Abgelöst wurde der Bagheera durch den Murena, der allerdings unter dem Markennamen Talbot-Matra erschien und bis 1984 fast 11’000 Mal gebaut wurde, wiederum mit der Dreisitz-Konfiguration vor dem Mittelmotor.

Dass der Bagheera ein Erfolg wurde, hatte sicher zumindest teilweise mit den drei Sitzen zu tun. Zwar sass der mittig platznehmende Mitfahrer auf einem etwas engen Sitz und für alle drei Passagiere führte die volle Auslastung zu Kompromissen, aber es war halt auch ungemein praktisch, im Notfall einen zusätzlichen Gast oder für einen Ausflug das Einzelkind mitnehmen zu können.

Da stellt man sich natürlich die Frage, warum nach den beiden Matra-Mittelmotorsportwagen niemand mehr diese Sitzkonfiguration wählte, wenn man einmal von Sechssitzern von Fiat oder Honda absieht.

Vermutlich waren es, wie schon oft, die Sicherheitsanforderungen, die das Unterbringen von drei Sitzen in einer Reihe, samt Rollgurten mit Gurtstraffern sowie einem Aibag pro Passagier verlangten. Zusammen mit dem Seitenaufprallschutz würde ein moderner Dreisitzer vermutlich einfach zu breit und zu massig. Und die Variante mit mittig angeordnetem Fahrer und nach hinten versetzen Mitfahrern links und rechts hat komfortspezifische Nachteil.

Jedenfalls gab es für Bagheera und Murena keine Nachfolger mehr, nicht zuletzt weil Matra damals ja dann den Renault Espace für Renault fertigen durfte und das war dann schliesslich sogar ein Siebenplätzer.

Zum Matra-Simca Bagheera werden wir schon bald einen umfangreichen Fahrbericht veröffentlichen.

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