Die kleinen Feinheiten - oder die besonderen Namens-Kniffe der Briten

Bruno von Rotz
09.08.2017

MGB GT Heck im Jahr 1967

Gestern ermahnte uns ein Leser, dass wir wiederholt falsche Fahrzeugbezeichnungen verwenden würden. Es heisse “MGB” und nicht “MG B”, obwohl man das natürlich immer wieder lesen kann. Der Mann hat natürlich Recht, denn wenn man auf die Fahrzeugtypen-Bezeichnungen am Heck der Autos schaut oder auch in die Prospekte, dann wird “ MG ” und “B” immer zusammen geschrieben, nicht getrennt.

Nun denken wir bei Zwischengas halt gerne in Marken (eben Morris Garage, M.G. oder MG) und Typen (also Midget, A, B, C, F, Metro, Magnette), also in einer logischen Struktur.

Heck des MGB GT (© Daniel Reinhard)

Das sahen die Leute von MG damals eben ein wenig anders und sie stellten das MG-Logo mit dem Oktogon neben oder zwischen die Typenbezeichnung MGB GT. Natürlich sagte niemand “MGB MG GT” oder "MG MGB GT", das Logo wurde dann einfach als ergänzende Verschönerung gesehen. Aber es schrieb auch niemand “MG B”, ausser vielleicht der deutsche Leyland-Importeur im Jahr 1973, der eine Werbung in der ADAC-Motorwelt schaltete. Was wohl ein Versehen war, aber zeigt, dass die besondere MG-Nomenklatur schon damals nicht allen leicht fiel.

Werbung British Leyland - MGB GT - 1973

Irgendwie dachten wir bisher, wir könnten mit dieser logischen Vereinfachung (man könnte auch Streamlining sagen) auf Marke=MG und Typ=B gut leben, aber vielleicht ärgern wir damit ja viele unserer Leser? Sollte dem so sein, dann schreiben Sie uns das einfach.

P.S. Noch eine ergänzende Bemerkung, die wir ebenfalls von dem auf Feinheiten bedachten Kritiker zu lesen kriegten. Er erklärte, es heisse “Ford Cortina Lotus” und nicht ”Ford Lotus Cortina”, “Jaguar XKE” und nicht “Jaguar E-Type”, sowie “Austin-Healey 3000” und nicht “Austin-Healey 3000 Mk1”, da erst ab MkII dieser Zusatz verwendet wurde … Man müsse bei den damals vom Hersteller verwendeten Bezeichnungen bleiben.

P.S.2. Wenn wir gerade dabei sind, dann sprechen wir doch noch über den Dino 246 GT/GTS. Auktionshäuser tendieren dazu, den Wagen “Ferrari Dino 246 GT/GTS” zu nennen. Tatsächlich aber gab es eine eigene Marke, eigens für die Sechszylinderautos (und später auch für den 308 GT4) aufgebaut, sogar mit getrenntem Vertrieb. Hier bleiben wir uns treu und nennen den Wagen immer Dino 246 GT, ausser wenn wir es einmal übersehen …

Archivierte Einträge:

von la******
14.05.2020 (17:35)
Antworten
Ich freue mich über die Richtigstellung der MG Schreibweise. Dasselbe gilt natürlich auch für den MGA . Bei M.G. war man damals der Ansicht, dass bei den Vorgängern des MGA den sogenannten T- Modellen viel zu oft einfach vom Typ TC TD oder TF gesprochen wurde und die Marke M.G. gar nicht erwähnt wurde. Deshalb wurde beim MGA die "zusammengeschriebene" Schreibweise verwendet. Und dann später auch beim MGB und beim MGC.
Vielleicht entdecke ich jetzt bei allfälligen Beschreibungen und Inseraten immer seltener einen MG B oder MG-B oder MG/B .
von ro******
15.08.2017 (08:56)
Antworten
Schön, dass Sie hier "Aufklärungsarbeit" leisten!
Aber dann sollten Sie sich auch um richtiges Bildmaterial kümmern. Bei dem abgebildeten Logo eines MGB GT fehlt das sogenannte Oktagon: Ein Achteck umgibt den MG-Schriftzug. In dieser Form gab es das nicht.
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