GP Italien im Parco di Monza - die Strecke für die schnellsten Grand Prix

Daniel Reinhard
07.09.2014

Am Ende dieser Geraden beim Anbremsen der Parabolica verunglückte Jochen Rindt vor 44 Jahren tödlich. Hier passierte auch der schlimmste Unfall der F1 als Trips mit Clark kollidierte und dabei in die Zuschauer raste (© Daniel Reinhard)

Heute steigt einer der letzten grossen Motorsport-Klassiker aller Zeiten. Der GP Italien in Monza ist mittlerweile die älteste Rennstrecke der Welt. auf der F1-WM-Läufe ausgetragen werden.

Monza - Start-Ziel-Gerade - im Vordergrund ein Heft, das die Gerade 1950 zeigt (© Daniel Reinhard)

Sie wurde 1922 von rund 3.500 Arbeitern erbaut. In keinem Land wurden seit Beginn alle F1-WM-Rennen auf derselben Rennstrecke ausgetragen. Monza hat es bis auf den einen Ausnahmefall Imola im Jahr 1980 wegen Umbauarbeiten fast geschafft.
Monza hält nach wie vor den Rekord des schnellsten und daher auch kürzesten Grand Prix über die volle Distanz inne.

2003 gewann Michael Schumacher trotz allen Schikanen, mit einem Schnitt von 247,585k m/h in 1 Stunde 14 Minuten und 19,838 Sekunden.

Trotz Schikanen, nach wie vor die schnellste F1 Strecke der Welt (© Daniel Reinhard)

Rund 77 Prozent der Runde werden unter Vollgas gefahren. Der letzte Sieg eines Italieners in einem Ferrari datiert aus dem Jahre 1966. Ludovico Scarfiotti hiess der erfolgreiche Pilot. Mit an Gewissheit grenzender Sicherheit müssen sich die italienischen Fans ein weiteres Jahr auf einen kompletten italienischen Sieg gedulden.

Nur der italienische und der britische F1-WM Lauf wurden ohne Unterbrechung seit 1950 ausgetragen.

Älteste Rennstrecke der Welt. Einige Passagen werden seit 1922 kaum verändert gefahren (© Daniel Reinhard)

Nicht nur der schnellste und kürzeste GP fand in Monza statt, nein, auch die knappeste aller Entscheidungen gab es auf dem Zielstrich im Parco di Monza. 1971 gewann Peter Gethin nur eine einzige Hundertstelsekunde vor Ronnie Peterson. Weitere drei Autos kreuzten innerhalb von 61 Hundertstelsekunden den Zielstrich.

Die absolute Höchstgeschwindigkeit der F1, gefahren von Juan Pablo Montoya im McLaren, datiert aus dem Jahre 2005 und beträgt 372,5 km/h.

Juan Pablo Montoya hält den Rekord der höchsten Geschwindigkeit der F1 in Monza. Nach vielen Jahren mal wieder bei der F1 zu sehen (© Daniel Reinhard)

Dieser absolute High-Speed Kurs fordert jedes Jahr bei den F1-Boliden ihre eigene Aerodynamik. Front- und Heckflügel sind klitzeklein sowie flach und werden speziell für Monza im Windkanal ausgetüftelt. 1970 probierte Lotus sogar komplett ohne Flügel zu fahren, was mit dem tödlichen Unfall von Jochen Rindt endete.  Die genaue Unfallursache konnte jedoch nie genau bewiesen werden. Dieser Unfall jährte sich übrigens am vergangenen Freitag zum 44. Mal.

Damit wären wir auch bei den negativen Schlagzeilen der Rennstrecke angekommen: Der tödliche Unfall von Graf Berghe von Trips im Ferrari 1961nach einer Kollision mit Jim Clark im Lotus war mit 15 toten Fans die grösste Katastrophe im Grand-Prix Zirkus.

Auch das schwedische Ausnahmetalent Ronnie Peterson zahlte am 11. September 1978 bei der Startkollision auf der sich verengenden Start-Zielgeraden mit seinem Leben.

Die Steilwand (erbaut 1955) wird im Moment renoviert (© Daniel Reinhard)

Die sich verjüngende Start-Ziel-Gerade stammt aus dem Jahre 1955 als die Gerade pro Runde zweimal durchfahren wurde, da die heutige Streckenvariante damals noch mit dem neu gebauten Oval über die beiden Steilwand-Kurven verbunden wurde. 1955/56 sowie 1960/61 führte der GP über diese Doppelrunde. Die Sportwagen nutzten diese Variante später noch vier Mal (1965-69) beim traditionellen 1000 km Rennen.

Eine kleine Randnotiz: Ich fotografiere in Monza seit 1976 den GP zum 38. Mal (1980 wurde wie bereits erwähnt der GP in Imola ausgetragen) und mein Vater begann in Monza bereits 1958. Mit ein paar Überschneidungen, wo wir gemeinsam waren,  fotografiere ich den 64. GP heute zum 56. Mal für unser Familien-Archiv.

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