Bild Kooperations-Partner
Angebot eines Partners

Die Oldtimer-Enthusiasten sind bereit für den Messebesuch (Frage der Woche)

Bruno von Rotz
31.01.2022

Frage der Woche 200: Besuch der Oldtimermessen im März 2022?

Die Infektionszahlen sind im Januar 2022 in Zentraleuropa auf Allzeithoch, das Virus mutiert und verändert sich immer wieder. Ob ein baldiges Ende der Pandemie abzusehen ist, darüber streiten sich die Experten.
Die Organisatoren von Oldtimermessen aber müssen sich entscheiden, ob sie ihre Veranstaltung im März oder April 2022 durchführen werden. Rahmenbedingungen und potentielle Einschränkungen sowie Coronamassnahmen machen diesen Entscheid nicht einfacher.

Aber, werden die Besucher kommen, wenn die Messen tatsächlich stattfinden im März 2022? Dies wollten wir von den Zwischengas-Lesern wissen und stellten daher die “Frage der Woche” : Sind Sie bereit, im März 2022 wieder Oldtimermessen zu besuchen?

Und tatsächlich überwiegt der Teil jener, die sich einen Messebesuch im März gut vorstellen können. Über zwei Drittel der fast 300 Antwortenden planen, eine der Messen im März (oder April) 2022 zu besuchen.

29,3 Prozent tun dies ohne Einschränkungen, denn sie sind überzeugt, dass bis im März 2022 eine weitgehende Normalität zurückgekehrt ist.

19,9 Prozent gehen davon aus, dass sich schon in wenigen Wochen alles beruhigt und damit ein Messebesuch möglich wird.

24,9 Prozent wollen noch abwarten um zu sehen, ob die aktuellen Einschränkungen aufgehoben werden können. Wenn ja, dann liegt ein Messebesuch drin.

Nur 15,2 Prozent will eher zuwarten, bis sich die Situation entschärft hat, während 8,8 Prozent auf jeden Fall noch auf einen Messebesuch verzichten will.

Ein Prozent gab an, grundsätzlich keine Messen zu besuchen, ein weiteres Prozent konnte mit keiner der Antworten etwas anfangen.

Es herrscht also Optimismus, dass der Messefrühling im gewohnten Rahmen stattfinden kann.

Hier noch die Auswertung in grafischer Form:

Frage der Woche 200: Besuch der Oldtimermessen im März 2022? Ergebnis

Bereits steht die nächste “Frage der Woche” im Raum. Herausgefunden werden soll, ob Oldtimerbesitzer ihren Wagen voll (bis zur Leistungsgrenze) ausfahren.

Und natürlich kann man alle bisherigen Ergebnisse zu den “Fragen der Woche” im eigens eingerichteten Themenkanal nachlesen.

Bild Kooperations-Partner
Bild Kooperations-Partner
Angebote unserer Partner

Als man noch bescheiden war

Bruno von Rotz
30.01.2022

Fiat - Ausschnitt aus Werbung von 1972

Wenn man den “Marktspiegel” aus “auto motor und sport” anschaut, der vor 50 Jahren publiziert wurde, fallen einem gleich mehrere Sachen auf:

Erstens gab es damals tolle Autos für – aus heutiger Sicht – wenig Geld. Ein Alfa Romeo 1300 Spider kostete neu DM 13’290, das wären umgerechnet etwa EUR 6900. Einen Fiat 500 gab’s für DM 3990, also für knapp EUR 2100. Und so weiter.

Auch für gebrauchte Wagen musste man wenig ausgeben, einen sechsjährigen BMW 2000 CS konnte man für DM 3000 erstehen, einen fünfjährigen Fiat 850 Spider für DM 2200. Natürlich wären diese Preise heute teuerungsbereinigt deutlich höher. Aber sie würden wohl vierstellig bleiben.

Interessant war aber auch der damalige Kommentar zu den Gebrauchtwagenpreisen:
“Für technisch und optisch gepflegte Mittelklasseautos jüngerer Baujahre ist die Situation auf dem Gebraucht­wagenmarkt auch weiterhin recht günstig. Besonderes Interesse finden Angebote in der Preisklasse zwischen 1800 und 3500 Mark.”

Diese Bescheidenheit, mit der einst Autokäufer nach einem fahrbaren Untersatz suchen, ist längst vorbei. Heute können sich schon Neulenker dank Leasing, Sharing und Abo-Modellen richtig teure Autos leisten. Sie kommen oft schon gar nicht mehr auf die Idee, einen Altwagen zu beschaffen, selber einen Ölwechsel durchzuführen oder die Zündkerzen zu ersetzen. Der Radwechsel macht der Vertragshändler, der gleich auch noch die Reifen lagert. Vielleicht fehlt dem Nachwuchs auch deshalb ein wenig der Bezug zur Technik und zum gealterten Automobil …

Bild Kooperations-Partner
Bild Kooperations-Partner
Angebote unserer Partner

Vergessene Designstudien – Colani 2CV

Paul Krüger
29.01.2022

Citroën 2CV Rekordwagen mit Colani-Karosserie

Der Citroën 2CV war selbst mit seiner Karosserie im Vorkriegs-Stil ein sehr sparsames Auto. Aber auch die im Prospekt angegebenen 5,4 Liter Normalbenzin auf 100 Kilometern liessen sich noch deutlich unterbieten, wie Luigi Colani im Sommer 1981 bewies. Dem Karlsruher Designer waren eckige Formen ein Graus und eine strömungsgünstige Karosserie das höchste Ziel der Automobil-Entwicklung.

Also packte er das Chassis eines fabrikneuen 2CV in eine Kunststoffhülle, die seinen Vorstellungen der idealen Karosserieform entsprach. Das Resultat sah aus wie eine Cyberpunk-Version des Jaguar-Leichenwagens aus "Harold und Maude", dessen technische Basis nur noch anhand der charakteristischen Räder zu identifizieren war.

Wie Recht Colani mit seinen Theorien über die Rückständigkeit des Karosseriedesigns von Serien-Automobilen hatte, bewies sein Kunststoff-2CV wenig später auf der Kreisbahn der Contidrom-Teststrecke. Mit speziellen Leichtlaufreifen von Goodyear ausgerüstet, benötigte die Stromlinien-Ente auf 100 Kilometern nur 1,7 Liter Benzin und stellte so einen neuen Weltrekord für den niedrigsten Kraftstoffverbrauch eines Automobils auf.

Insofern stellt sich die Frage, ob der Colani 2CV wirklich eine vergessene Designstudie ist – oder nicht doch eher ein vergessenes Rekordfahrzeug wie der Audi 200 Turbo Quattro .

 

Bild Kooperations-Partner
Bild Kooperations-Partner
Angebote unserer Partner

Der Volvo, der ein Düsenjäger war

Paul Krüger
28.01.2022

Volvo 850 Turbinen-Prototyp

Der Turbinen-Antrieb für Autos war nur ein kurzer Irrweg des Düsenjet-Zeitalters. Das letzte Projekt in diese Richtung wurde von Chrysler 1963 erfolglos beendet – soweit die vorherrschende Theorie. Doch 1978 unternahm ausgerechnet die alles andere als avantgardistische Marke Volvo einen neuen Versuch, das Strahltriebwerk für den Gebrauch im Personenwagen zu domestizieren. Wie Sie sich angesichts der Tatsache, dass wir bis heute nur in Hubkolben- und Wankelmotoren Kraftstoff verbrennen, vielleicht denken können, ist es nicht gelungen.

1993 gingen sie noch einen Schritt weiter: die Schweden paarten die Turbine nämlich mit einem Elektromotor, der die mässige Wirtschaftlichkeit im Teillastbereich und vor allem das träge Ansprechverhalten der Turbine ausgleichen sollte. Damit waren die beiden Volvo 850, in denen das System erprobt wurde, zwei der ersten Autos mit Hybridantrieb und ihrer Zeit um einige Jahre voraus. Wahlweise konnten sie auch rein elektrisch gefahren werden und sogar rekuperieren. Trotzdem gab Volvo das Projekt nach nur 4000 Test-Kilometern wieder auf. Der Kraftstoffverbrauch war selbst mit Elektrohilfe einfach zu hoch.

Einer der beiden Turbinen-Prototypen wird übrigens am 3. Februar von Bonhams versteigert. Der Schätzpreis liegt zwischen 60'000 und 80'000 Euro. Das ist zwar recht viel für einen Volvo 850 – aber wie oft bekommt man die Gelegenheit, ein Auto mit Turbinenantrieb zu erstehen? SOCÉMA-Grégoire und Fiat Turbina sind unverkäuflich.

Volvo 850 Turbinen-Prototyp

Es ist nicht einfach, die Zukunft vorauszusagen

Bruno von Rotz
27.01.2022

Erwartungen für zukünftige Modelle im Jahr 1972 (© ams)

Es gehört zum Handwerk der Automobilzeitschriften, neue Modelle anzukündigen, wenn es noch kein Bildmaterial und nur grobe Ideen zur Technik gibt. Auto Motor und Sport versuchte dies im Jahr 1972 und kündigte den Nachfolger der ADO16-Modelle von British Leyland an, hierzulande u.a. als Morris 1300 und Austin 1300 bekannt.

Austin Allegro

Der gelbe Entwurf kam der Zukunft ziemlich nahe, auch wenn man offensichtlich bezüglich Verglasung etwas optimistisch war. Der Austin Allegro erschien dann 1973 und sah der Zeichnung ziemlich ähnlich.

Weniger gut gelang dann aber die Prognose zum zukünftigen Peugeot 104, obwohl die Präsentation nur wenige Monate nach dem Erscheinen der Zeichnung erfolgte.

Peugeot 104

Die finale Konstruktion weist deutlich weniger Glas auf und wirkt auch erheblich kantiger als der braunrote Entwurf in der Zeitschrift. Aber eben, man kann nicht immer richtig liegen.

Vergessene Filmautos – Der Beagle und die Ente

Paul Krüger
26.01.2022

Szene aus dem Film "Gute Reise, Charlie Brown"

Ein Hund, der Kampfpilot im ersten Weltkrieg, Tennis-Ass, berühmter Eishockeyspieler und sogar weltberühmter Supermarktkassierer ist, kann natürlich auch Auto fahren. Deshalb ist es im Film "Gute Reise, Charlie Brown" die Aufgabe von Snoopy, den "Jungen mit dem Mondgesicht" sowie seine Freunde Linus, Marcie und Peppermint Patty zu ihren Austauschschülern zu chauffieren.

Nach einem abenteuerlichen Trip mit Flugzeug, Zug und Luftkissenboot bekommen die Sechs (Vogel Woodstock ist auch dabei) in Frankreich für die letzte Etappe von Calais nach Le Héron einen blauen Citroën 2CV als Mietwagen, der überraschend akkurat gezeichnet ist. Nur im Innenraum gibt sich die Ente mit Kurbelfenstern, Knüppelschaltung und Dreispeichenlenkrad ein wenig luxuriöser und sportlicher als üblich.

Szene aus dem Film "Gute Reise, Charlie Brown"

Snoopy, der nur mit seinem Koffer unter dem Hintern aus dem Wagen heraussehen kann, hat freilich seine liebe Mühe mit der manuellen Schaltung und dem Betätigen der Kupplung. Es knirscht und kratzt beim Einlegen der Gänge, die Kupplung rupft, und die Ente hüpft – unentschieden zwischen abwürgen und losfahren – unsanft vom Parkplatz. Nur damit ihr auf der Strasse prompt jemand ins Heck kracht.

Unterwegs neigt sich der Citroën spektakulär aus der Kurve, bleibt zwischendurch einmal liegen und lässt im strömenden Regen den Scheibenwischermotor abrauchen. Trotzdem bringen Hund und Ente die Freunde sicher zu ihren Unterkünften, und nach zwei Wochen auch wieder weg – natürlich nicht ohne einen weiteren Auffahrunfall.

Szene aus dem Film "Gute Reise, Charlie Brown"

Tyrrell P34 – Fortsetzung einer Legende

Stuart Adams / Bruno von Rotz
25.01.2022

Tyrrell P34 (C) von 1976/2018 (© Stuart Adams)

Im Jahr 1976 erregte ein Rennwagen deutlich mehr Aufmerksamkeit in der Formel 1 als alle anderen, es war der sechsrädrige Tyrrell P34. Gefahren von Jody Scheckter und Patrick Depailler schaffte es der von Derek Gardner konstruierte Monoposto auf den dritten Platz der Herstellerwertung. Ein Sieg, 14 Podiumsplätze und eine Pole Position erzielte der Rennwagen in 30 Rennen, von denen etwa die Hälfte in das zweite Jahr mit einer modifizierten Variante P34B fielen.

Pilot Scheckter war zwar vom Sechsrad-Tyrrell wenig begeistert, da der Rennwagen auch des öfteren ausfiel, aber die Ergebnisse waren für eine derart revolutionäre Konstruktion insgesamt doch gut. Besser lief der Wagen im ersten Jahr, als die Reifen besser zum Chassis passten. Da man aufs Geld schauen musste, wurden die nicht verunfallten Wagen der ersten Saison für die zweite Saison umgebaut.

Tyrrell P34 (C) von 1976/2018 an den Boxen (© Stuart Adams)

Als der amerikanische Gentleman Racer Jonathan Holtzman, der offenbar ein Faible für innovative Formel-1-Autos hat, einen P34 von 1976 kaufen wollte, hatte er kein Glück. Also entschloss er sich kurzerhand, den Wagen nachzubauen.

Dank erfolgreicher Verhandlungen mit den Nachkommen von Ken Tyrrell konnte er sich die Rechte für den Nachbau sichern, so dass die beiden in vielen tausend Stunden Arbeit entstandenen Sechsrad-Rennwagen nun echte “Continuations” mit den Chassisnummern 009 und 010 sind.

Und der Wagen sieht noch genau so speziell und attraktiv aus wie damals, als er gegen Ferrari, McLaren und Co antrat. Er ist definitiv eine Bereicherung bei historischen Rennveranstaltungen.

Wer sich davon überzeugen will, der sei auf die Bildersammlung mit hervorragenden Aufnahmen von Stuart Adams verwiesen.

50 Jahre Bobby-Car

Daniel Reinhard
24.01.2022

Sarina auf dem Bobby-Car (© Daniel Reinhard)

Vor 50 Jahren stellte der Spielwarenhersteller "Big" auf der Spielwarenmesse von Nürnberg erstmals das kleine Auto vor, welches heute wohl fast in jedem Haushalt mit Kindern zu finden ist. Im "Big"-Werk in Burghaslach, das zwischen Nürnberg und Würzburg an der A3 liegt, werden noch heute täglich 2000 dieser kleinen Flitzer aus Polyethylen-Granulat produziert.

Mittlerweile wurden mehr als 20 Millionen Bobby-Cars weltweit verkauft. Damit fährt er im Windschatten von VW Käfer und Golf. Daher gratulierte auch der VW-Konzern seinem “Konkurrenten” auf Twitter. Volkswagen feiert dabei "Big" als ersten CO2-freien Fahrzeug-Produzent der mobilen Geschichte.

Wie bei den Automobilherstellern, die heute eine x-fache Modellpalette vorweisen, entstand im Laufe der Zeit auch bei "Big" eine grosse Vielfalt zur Auswahl, vom Porsche in verschiedenen Farben, bis hin zum ADAC Hilfsdienst- oder Polizei-Auto ist doch so alles im Lieferprogramm vorhanden.

Zu Hause üben dann die Kinder auf dem sogenannten Rutschauto natürlich den Powerslide und knallen auch schon mal gegen die Abschrankung, sprich die frisch gestrichene Gipswand, ganz zur Freude der Eltern und Vermieter. Doch nur so wachsen die Rennfahrer von morgen nach.

Selber bin ich viel zu alt, um je eines dieser Autos selbst getestet zu haben, doch meine Kinder drehten unzählige Runden durch das Wohnzimmer, wo noch heute einige Spuren der damaligen Abflüge an die Suche nach dem Grenzbereich erinnern.

Meine Tochter, Jahrgang 1999, eiferte schon früh unserem gemeinsamen Idol, Michael Schumacher hinterher. Sie, ganz im Gegensatz zu Michaels Sohn Mick, hat es aber leider nie bis in die F1 geschafft. Gut, die Gründe lagen nicht nur am Talent, sondern auch auf finanzieller Ebene, denn ein Bobby-Car (ca. EUR 45) war für "Otto-Normal-Verdiener" gerade noch bezahlbar, was man von den ganzen Formelrennwagen leider nicht mehr behaupten kann.

Aber immerhin, zu einem Autogramm des siebenfachen Weltmeisters hat sie es doch schon mit jungen 2 Jahren geschafft!

Von Pflaumen und Rotwein (Autokennerquiz)

Paul Krüger
23.01.2022

Dodge Challenger 1970

Manche Lackfarben klassischer Automobile haben inzwischen eine solche Berühmtheit erlangt, dass sie von Enthusiasten auf den ersten Blick erkannt werden. Muscle-Car-Fans werden das kräftige Violett des Dodge Challenger sicher sofort als "Plum Crazy" identifiziert haben. Ähnlich schnell werden Mercedes-Liebhaber zu einem dunkelblauen W124 auch noch den passenden Farbcode 904 liefern. Und für Citroën-DS-Fahrer kann das Graumetallic auf dem Pallas-Modell nur "Gris Palladium" sein.

Aber wie sieht es aus, wenn keine Karosserie die Identifizierung erleichtert? Lässt sich eine Farbe rein durch ihre Farbe eindeutig erkennen? Das wollen wir jetzt wissen und haben deshalb einige bekannte und ein paar unbekannte Lacktöne der letzten 60 Jahre zusammengesucht und im Stil einer Hersteller-Farbkarte isoliert. Herausgekommen ist unser bisher buntestes Autokennerquiz . Wir wissen natürlich, dass die Farben je nach Bildschirmkalibrierung ein wenig anders aussehen, deshalb fragen wir nicht nach Nuancen. Sie müssen also weder Chiantirot von Almandinrot und Calypsorot unterscheiden noch die jeweilige Zusammensetzung erraten.

Wollen Sie es versuchen?

Autokennerquiz 130

Der Reiz des Einzelstücks

Paul Krüger
22.01.2022

Ferrari Meera S

Gleich vorneweg: mir gefällt er auch nicht. Jedenfalls nicht so richtig. Vor allem die senkrechten Luftschlitze in den Flanken lassen den Ferrari Meera S etwas unbeholfen zusammengeschustert wirken. Für mich zieht dieser Wagen seinen Reiz vor allem aus seiner Einmaligkeit. Wenn ich also Sammler von Achtzigerjahre-Ferraris wäre und ich mir den Meera S zur Vervollständigung meiner Sammlung kaufen würde, dann würde ich auch penibelst darauf achten, dass er Wagen seine Einmaligkeit behält.

Offenbar sah das der letzte Besitzer aber anders. Ja, ich weiss: über Geschmack kann man nicht streiten; und jeder kann mit seinem Eigentum tun, was er möchte. Das heisst aber nicht, dass er es auch tun sollte. Warum kauft man sich denn ein Einzelstück, dessen Reiz zu zwei Dritteln von seinem verrückt-plüschig-technokratischen Innenraum ausgemacht wird, nur um dann den verrückt-plüschig-technokratischen Innenraum vollständig herauszureissen? Das ist in etwa so, als würde man sich den einzigen Aston Martin DB2/4 mit Supersonic-Karosserie kaufen, nur um ihn als Basis für einen Nachbau des Touring-Spiders zu verwenden, weil gerade kein anderer greifbar war. Ist nicht gerade der Witz an einem Unikat, dass niemand sonst das gleiche Teil besitzt?

Ohne den ganzen wunderbar zeitgeistigen Firlefanz ist der Meera S jedenfalls kein Einzelstück mehr – sondern nur noch ein Drittelstück. Denn die anderen 66 Prozent sehen jetzt genauso aus wie bei jedem anderen Ferrari 400i – wenn auch in einer Farbkombination, die hoffentlich doch einmalig ist. Da ich aber keine Achtzigerjahre-Ferraris sammele, kann es mir im Grunde herzlich egal sein, was der nächste Besitzer mit dem Meera S anstellen wird.

Wenn Sie mich also jetzt bitte entschuldigen wollen, ich werde mir nun den originalen Film-Mustang aus "Bullitt" kaufen. Ich bin nämlich der Meinung, Acapulco Blue stünde ihm viel besser.

Ferrari Meera S

Zwischengas publiziert in diesem Blog täglich einen Beitrag seit 2010

Für weitere Einträge verwenden Sie deshalb bitte die Navigation nach Jahren und Monaten.

Bild Kooperations-Partner
Angebot eines Partners
Bild Kooperations-Partner
Angebot eines Partners
Loading...
Oha! Kostenlos Texte und Fotos sehen?
Zwischengas auf allen Geräten
Einfach hier anmelden:
Neu hier?
1x kostenlos registrieren und dauerhaft Inhalte freischalten!