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Chrysler oder Seat? Egal, Hauptsache Spanien.

Paul Krüger
16.01.2022

Renault oder Audi? Egal, Hauptsache R8

Irgendwann waren wir alle schon einmal in dieser Situation: der sportwagenbegeisterte, an alten Autos nur mässig interessierte Freund erzählt, dass irgendein Bekannter sich einen "R8" gekauft hat, und schaut verdutzt, als man nicht "Boah, geil! Den V10?" antwortet – sondern mit "Hübsch. Einen Gordini?". Den Namen des "Hexers" hat der Freund natürlich noch nie gehört, erst Recht nicht im Zusammenhang mit Audi. Umgekehrt hat es Renault bis heute irgendwie versäumt, einen Zehnzylinder in seinen Heckmotor-Kleinwagen zu zwängen.

Doppelt vergebene Autonamen sorgen stets für Verwirrung, wenn Liebhaber des einen Modells unwissentlich auf einen des anderen Modells treffen, und jeder der Meinung ist, es ginge um "seinen" Wagen. Das Ausmaß der Konfusion ist aber bisweilen recht unterschiedlich. Mercedes-Fans umgehen dieses Problem recht elegant, indem sie statt der Motorisierung einfach die Baureihe W 198, R 107 oder R 129 nennen, um zu verdeutlichen, welchen 300 SL sie denn jetzt genau meinen. Die Chancen, dass sich die Fahrer eines Simca Arone Week-End und eines Fiat Palio Weekend in freier Wildbahn missverstehen ist ohnehin relativ gering; ebenso bei Besitzern von Chrysler und Seat Cordoba.

Ford hingegen hatte seit jeher ein besonderes Talent für die Zweit- und Drittverwertung von Modellbezeichnungen. Der Name Capri prangte zuerst auf einem Lincoln, dann auf einem englischen Ford, dann auf einem Mercury, dann auf einem deutsch-englischen Ford und schliesslich wieder auf einem Mercury (der auf manchen Märkten als Ford lief). Zweimal vollbrachten sie sogar das Kunststück, zwei völlig verschiedene Autos zur gleichen Zeit mit dem gleichen Namen anzubieten. Von 1974 bis 1982 gab es in den USA einen Ford Granada, der abgesehen vom Namen nichts mit dem europäischen Modell gemeinsam hatte. Im Jahr 2005 wiederholen sie ihre kreative Bankrotterklärung, als sie dem europäischen Fiesta-Kombi Fusion eine gleichnamige, mondeogrosse US-Limousine zur Seite stellten. Apropos Fiesta: der teilt sich die Feiertagslaune im Namen mit den Fullsize-Kombis von Oldsmobile aus den Fünfzigern. Und dann waren da natürlich noch Ford Galaxie und Ford Galaxy...

Besonders hart trifft es auch viele Besitzer italienischer Supersportwagen. Der Maserati Bora mit Achtzylinder-Mittelmotor musste 20 Jahre nach Produktionsende seinen Namen an einen drögen Golf IV mit Stufenheck abgeben. Der VW Polo Steilheck wird von englischen Fans ebenso "Breadvan" genannt wie das Einzelstück der Scuderia Serenissmia auf Ferrari-250-GT-SWB-Basis.

Wer auch mal mit 55 PS auf dicke Hose machen will, muss sich nur das "Opel Rekord" sparen und einfach lässig "P1" sagen. So heisst nämlich auch ein McLaren mit gesunden 916 PS. Und jeder Ferrari 410 Superamerica mit Zwölfzylinder verblasst neben der Herrlichkeit eines IES Súper América; einem argentinischen Lizenzbau des Citroën 2CV mit Baumaschinen-Plastik-Kühlergrill und quadratischen Scheinwerfern in den Kotflügeln.

Nur Porsche-Fahrer können aufatmen: Der Moskwitsch 356 blieb ein Prototyp.

Oldsmobile und Ford in Feierlaune

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