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Der Tyrrell 012 in Grün

Stuart Adams / Bruno von Rotz
31.03.2022

Tyrrell 012 von 1983 (© Stuart Adams)

In den frühen Achtzigerjahren gehörte das Team Tyrrell durchaus zu den schnellen Mitstreitern in der Formel 1. Dank dem Geld des Bekleidungsherstellers Benetton konnte in einen neuen Wagen investiert werden, den Maurice Philippe konstruierte. Es war der erste Tyrrell, der weitgehend mit dem Werkstoff Kohlefaser gebaut war. Der Radstand betrug 2642 mm.

Eingeführt wurde der 540 kg schwere Tyrrell 012 in der Saison 1983 und er konnte bis in die ersten Rennen der Saison 1985 genutzt werden.

Tyrrell 012 von 1983 (© Stuart Adams)

Am Lenkrad drehten u.a. Stefan Bellof, Martin Brundle und Mike Thackwell. Trotz sehr talentierten Fahrern hatte der Tyrrell mit seinem Coswroth DFY-Motor, den Mario Illien mitentwickelt hatte, kaum eine Chance gegen die bärenstarken Turbo-Motoren der Konkurrenzautos. Mit 520 PS hatte man trotz des konsequenten Designs keine Chance geben 800 und mehr Turbo-PS.

Tyrrell 012 von 1983 (© Stuart Adams)

In seiner grünen Benetton-Lackierung sieht der Tyrrell 012 auch heute noch attraktiv aus, wie die Fotos von Stuart Adams in einer Bildersammlung zeigen.

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Es wird eine Zeit kommen, in der man sich auch mit einem Auto aus den Neunzigerjahren alt vorkommt

Bruno von Rotz
30.03.2022

Porsche 993 Cabriolet 1995 (© Bruno von Rotz)

Wer heute im ganz jungen Oldtimer oder im schon etwas gereiften Youngtimer mit Baujahr 1990 bis 1999 unterwegs ist, dem fehlt eigentlich kaum etwas. Diese Autos fühlen sich modern an, lassen sich problemlos (und fast von jedem) fahren und bereiten meist wenig Sorgen. Sie halten im Verkehr wacker mit und machen auch beim ersten Stau nicht schlapp. Sie lassen sich mit dem Treibstoff befüllen, der an den Tankstellen vorrätig ist und weder ihre Geräuschkulisse noch die Gase, die dem Auspuff entweichen, bringen die Passanten gegen einen auf. Mancher dieser Neunzigerjahrewagen ist vielleicht sogar noch im täglichen Einsatz, sorgt als günstiges Fahrzeug für Mobilität und für Fahrfreude im Alltag. Dies ist vielleicht auch der Grund, warum mancher Enthusiast diese Autos nicht als richtige Oldtimer sieht, selbst wenn sie 30 Jahre alt geworden sind.

Für uns, die wir mit solchen Autos aufgewachsen und gereift sind, sind diese Fahrzeuge komplett normal. Aber wie wird das in 10 oder 20 Jahren sein? Wie werden die Autofahrer, die mit Elektroautos und digital gestütztem Fahren gross geworden sind, die “Klassiker” der Neunzigerjahre sehen? Ihnen wird der Abstands-Tempomat genauso fehlen wie die Anfahrhilfe am Berg, die ein Zurückrollen verhindert. Die Verkehrszeichenerkennung wird genauso vermisst werden wie “augmented reality”, im Rahmen derer nicht auf Anhieb sichtbare Informationen auf die Windschutzscheibe projiziert werden. Und sollten dereinst Verkehrszeichen via Funksignal ins Auto vermittelt werden, oder Tempo- und Abstandsinformationen digital von Fahrzeug zu Fahrzeug weitergegeben werden, dann müssen die Neunzigerjahre-Vehikel ohne diese Mitteilungen auskommen und deren Fahrer ebenso.

Noch kann man sich kaum vorstellen, dass einem dies alles fehlen sollte, aber irgendwann werden solche Komfort- und Sicherheits-Features genauso selbstverständlich, wie es ein automatischer Choke oder vorwählbare Innentemperaturen, je selbst elektrische Fensterheber und von innen verstellbare Aussenspiegel heute sind.

Beobachten Sie einmal, wie junge Mitfahrer reagieren, wenn sie im “richtig alten” Auto mitfahren dürfen. Die sind über Fensterkurbeln genauso erstaunt wie über fehlende Sitzgurte oder über einen nicht rückstellenden Blinkerhebel. Von Benzinhahn, Handgas oder Zündzeitpunktverstellung wollen wir hier gar nicht anfangen zu sprechen.

Wer mit dem Elektroauto das Fahren lernt, wird dereinst sogar das “One-Pedal-Driving” im noch ziemlich jugendlichen ICE (= Internal Combustion Engine = verbrennungsmotorangetrieben)-Auto vermissen …

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Denken rettet Leben

Paul Krüger
29.03.2022

Unfall mit einem Langholzwagen

Es ist doch immer wieder erstaunlich, was man beim Stöbern in alten Zeitschriften so entdeckt. Die wahren Perlen finden sich dabei in der Regel abseits der grossen Fahrberichte. So auch in Ausgabe 14/1956 von Auto, Motor und Sport , die auf Seite 7 dieses auf den ersten Blick recht blutrünstig anmutende Bild eines erdolchten Peugeot 203 zeigt. Warum druckt man sowas auf den ersten Seiten in einer Autozeitschrift ab? Die Erklärung und das grosse Erstaunen folgen dann beim Lesen der fünf Zeilen darüber: alle vier Insassen des Peugeot blieben völlig unversehrt. Zu verdanken haben sie den Fortbestand ihrer Gesundheit einzig der Geistesgegenwart des Fahrers: Als er beim Bremsen ins Leere trat, rief er nur "Kopf runter!". Zum Glück waren die Passagiere ebenso reaktionsschnell wie der Fahrzeugführer.

Im Zeitalter der Smartphone-glotzenden und Infotainment-abgelenkten Automobilisten wäre die Sache wohl nicht viel anders ausgegangen, vielleicht sogar schlimmer. Schliesslich hätte der Notbremsassistent auf der Fahrbahn vor dem Wagen höchstwahrscheinlich kein Hindernis erkannt und folglich auch nicht selbsttätig eine Gefahrenbremsung eingeleitet – was sich bei Bremsversagen ohnehin schwierig gestaltet hätte. Es schadet also auch heute sicher nicht, trotz aller Fahrhilfen aufmerksam und vorausschauend zu fahren.

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Diesel beim Oldtimer und Youngtimer beliebter als gedacht (Frage der Woche)

Bruno von Rotz
28.03.2022

Frage der Woche 204: Diesel-Oldtimer oder Youngtimer?

Waren Autos mit Dieselmotoren in den Fünfziger- und Sechzigerjahren eher eine Randerscheinung, nahm die Popularität ab den Siebzigerjahren stetig zu. Selbst Sportcoupés und Cabriolets wurden mit Selbstzündern ausgerüstet, die mehr Sparsamkeit und zunehmend höhere Literleistungen versprachen. Immer mehr dieser Autos sind nun bereits zum Youngtimer oder Oldtimer gereift, aber sind sie auch als Klassiker und Liebhaberwagen populär?

Dies wollten wir mit einer “Frage der Woche” herausfinden und diese lautete: Würden Sie einen Diesel-Oldtimer-/Youngtimer in Erwägung ziehen?

Die Antworten überraschen! Von den rund 320 teilnehmenden Zwischengas-Leser können sich mehr als 60 Prozent vorstellen, einen Diesel-Klassiker als Oldtimer/Youngtimer zu fahren.

38,8 Prozent (absolut) machen dazu überhaupt keine Einschränkungen, während 22,2 Prozent (absolut) immerhin auf ein sehr spezielles Exemplar bestehen würden. Aber den Diesel würden auch sie nicht ausschliessen.

35,6 Prozent hingegen können sich keinen Dieselmotor in ihrem Klassiker vorstellen, zu gross wären wohl vor allem die klanglichen Einschränkungen und das eher überschaubare Drehzahlband gegenüber einem Benzinmotor.

3,4 Prozent konnten mit keiner der drei vorgegebenen Antworten etwas anfangen.

Ingesamt aber überwiegt eine positive Haltung dem Diesel gegenüber, die allerdings von den Gesetzgebern nicht geteilt wird, was sich dann auch auf den Oldtimer auswirken könnte in Zukunft.

Hier noch die grafische Auswertung der Antworten:

Frage der Woche 204: Diesel-Oldtimer oder Youngtimer? Ergebnis

Bereits haben wir eine nächste “Frage der Woche” in den Raum gestellt. Wir wollen herausfinden, wie sich die Zwischengas-Leser zu Oldtimer- und Youngtimer-Clubs oder auch Markenclubs stellen und wie es um tatsächliche Mitgliedschaften steht.

Alle Auswertungen der bisherigen “Fragen der Woche” kann man jederzeit im Themenkanal nachlesen.

Die Poesie zum Automobil

Daniel Reinhard
27.03.2022

Mercedes-Benz S (© Daniel Reinhard)

Ich würde mal behaupten, dass es keine Handvoll Autos mit einem eigenen Gedicht gibt. Bücher über einzelne Fahrzeuge gibt es inzwischen wie Sand am Meer, aber wer dichtet denn schon über eine Ausfahrt.
Man weiss aber auch, dass es nichts gibt, das es nicht gibt. So entdeckte ich an der Techno Classica in Essen beiläufig das Gedicht von Kurt Juhn zu seiner Fahrt im Mercedes-Benz-S Wagen aus dem Jahr 1929:

S-s-s-sausendes, surrendes Jagen!
Bergauf und bergab fliegt stürmend der Wagen
Jetzt wird die Strasse zum Lineal-
Der S flammt wie ein fackelnder Blitz durchs Tal.
Zeiger zeigt, bebender Freude Verräter:
Einhundertfünfzig Kilometer
Schade-Die Gerade
Ist schon vorbei! Einerlei-
Hinauf den Hügel
Zu Ross ohne Zügel!
Haben wir Flügel?
Du Zauberkarren-machst Weise zum Narren!
Zeigst, wie man blitzschnell das Glück gewinnt,
eh es entrinnt.
Ich liebe Dich, mein himmlischer Wunderexpress,
Du mein sausender, summender, surrender S!

Ein Urteil, ob es nun gefällt oder nicht, ist am Ende des Tages jedem selbst überlassen, aber Juhns Begeisterung ist deutlich zu spüren und das ist doch eigentlich gut so.

P.S. Die Techno Classica 2022 ist noch bis heute Sonntag, den 27. März 2022 in Essen offen für Besucher, unser ausführlicher Messerückblick folgt schon bald …

Simplex gleich simpler? Einfache Bedienung … (an der Techno Classica 2022)

Bruno von Rotz
26.03.2022

Die Pedalerie eines Mercedes Simplex von 1907 an der Techno Classics 2022 (© Bruno von Rotz)

Die Mercedes-Simplex-Modelle, gebaut zwischen 1902 und 1910, zeichneten sich durch eine vereinfachte Bedienung aus, der ihnen auch den Namen gab.

Mercedes Simplex von 1907 an der Techno Classics 2022 (© Bruno von Rotz)

Wer allerdings das ausgestellte Fahrzeug, einen Mercedes-Simplex von 1907 mit 5,3-Liter-Vierzylindermotor und 35 PS an der Techno Classica in Essen genauer anschaut, der würde nicht als erstes an eine einfache Bedienung denken. Im Fussraum (Bild oben) gibt es nämlich gleich fünf Pedale/Knöpfe, auf denen der wackere Chauffeur wohl fast wie auf einer Kirchenorgel-Fusstastatur wirken musste, damit sich das Auto benahm, wie es erwartet wurde.

Dabei vereinfachte der Simplex das Fahren wirklich, denn durch “automatisches” Auskuppeln  und Abbremsen der Antriebswelle beim Betätigen des Schalthebels wurde dem Piloten einige Arbeit abgenommen, gemäss Beschreibung an der Messe. Wie diese Vereinfachung mit den fünf Pedalen zusammenpasste, müsste uns wohl ein erfahrener Simplex-Chauffeur erklären.

Sowieso wirkt manches im Cockpit überhaupt nicht simpel …

Cockpit-Detail im Mercedes Simplex von 1907 an der Techno Classics 2022 (© Bruno von Rotz)

P.S. Die Techno Classica 2022 ist noch bis Sonntag, den 27. März 2022 in Essen offen für Besucher, unser ausführlicher Messerückblick folgt in Bälde …

Sind wir zu anspruchsvoll geworden? (von der Techno Classica 2022)

Bruno von Rotz
25.03.2022

MG PA und Mercedes an der Techno Classica 2022 (© Bruno von Rotz)

Über die letzten rund zwei Jahrzehnte haben nicht nur die Preise von klassischen Automobilen fast stetig zugelegt, auch die Szene insgesamt ist gewachsen. Die Autohersteller erkannten den Wert ihrer eigenen Tradition und nutzten die grossen Oldtimermessen, um auf ihre Errungenschaften und Markenwerte hinzuweisen. Mit Millionenbeträgen wurden eindrückliche Standaufbauten aufgestellt und halbe Museen an die Messen transportiert. Für den Besucher war dies eindrucksvoll und spannend, für die Autofirmen bot sich die Möglichkeit, auf besondere Jubiläen einzugehen, neu hinzu gekommene Marken zu beleuchten und die Gegenwart mit der Vergangenheit zu verknüpfen.

Fiat mit Touring Superleggera-Karosserie an der Techno Classica 2022 (© Bruno von Rotz)

Corona einerseits und die Elektrifizierungswelle andererseits haben nun hier plötzlich einen Einschnitt erzeugt, von dem wir uns noch nicht erholt haben. Schon die Rétromobile Paris hat es gezeigt, an der Techno Classica Essen ist es noch deutlich sichtbarer: Für die grossen Autohersteller hat die Tradition und die Darstellung der eigenen Geschichte nicht mehr dieselbe Bedeutung wie früher. Traten in Paris wenigstens noch Renault und Citroën als französische Hersteller mit gut sichtbaren Ständen auf, so fehlen in Essen alle grossen deutschen Hersteller. Sie werden zwar durch ihre Clubs teilweise vertreten, aber dies hat natürlich eine ganz andere Dimension.

Sollen wir nun enttäuscht sein? Ist die Techno Classica deshalb weniger besuchenswert? Nahm die Messe in Essen in vergangenen Jahren fast Jahr für Jahr an Grösse und Zuschauern zu, so wurde mit den beiden ausgefallenen Jahren 2020 und 2021 eine bedeutende Zäsur eingelegt. Und im Jahr 2022 stehen konsequenterweise die Händler mit ihrer Verkaufsware wieder deutlich mehr im Mittelpunkt als in vergangenen Austragungen.

Ferrari 166 von 1949 an der Techno Classica 2022 (© Bruno von Rotz)

Wer sich aber die Mühe macht und die ausgestellten Wagen genauer anschaut sowie auch mal das Gespräch mit den Händlern sucht, wird feststellen, dass viele interessante Fahrzeuge in Essen präsent sind. Denn wann sieht man schon mal einen frühen Ferrari 166, der damals an der Mille Miglia teilgenommen hat oder einen Aston Martin mit Vignale-Karosserie? Oder einen Stoewer Arkona?

Stoewever Arkona an der Techno Classica 2022 (© Bruno von Rotz)

Diese Autos werden zwar nicht so pompös präsentiert, spannend aber sind sie allemal. Und innerhalb der über 2000 Autos in Essen hat’s viele solche Trouvaillen, auch auf den Clubständen. Wer sucht, der findet!

P.S. Unser umfassender Messerückblick folgt schon bald ...

Falschfarben (an der Techno Classica 2022)

Bruno von Rotz
24.03.2022

Alfa Romeo 1900 CSS von 1954 an der Techno Classica 2022 (© Bruno von Rotz)

Wenn man an gewisse Automodelle denkt, dann kommt dabei meist auch eine typische Farbgebung (in der Erinnerung) mit. Beim Alfa Romeo CSS Touring Coupé dürften dies häufig silber- oder graufarbene Schattierungen sein, aber gelb (wie im Bild) stellen sich wohl nur wenige Leute diesen Wagen vor. Das muss nicht ausschliesslich, dass es diesen Wagen damals auch tatsächlich so zu kaufen gab oder dass das an der Techno Classica ausgestellte Coupé so ausgeliefert wurde. Es geht nur um unsere eigene Vorstellung.

Mercedes-Benz 630 Saoutchik von 1928 (

Als wir auf den Geschmack gekommen sind am Eröffnungstag der Techno Classica, da haben wir gleich noch weitere Bespiele fotografiert, z.B. den Mercedes-Benz 630 von 1928 mit Saoutchik-Karosserie. Für diesen Wagen hätte man wohl eher Schwarz oder Weiss, vielleicht auch einen Pastellton als Grundfarbe vermutet, aber kaum Violett. Allerdings wissen wir natürlich, dass Saoutchik immer für eine Überraschung gut war.

Ferrari 365 GTC von 1969 an der Techno Classica 2022 (© Bruno von Rotz)

Gehen wir weiter zum Ferrari 365 GTC. Auch dieses Modell wurde gerne in Silbermetallic bestellt, auch Blautöne waren beliebt. Aber Gelb? Eher ungewöhnlich.

Citroën DS Cabriolet Usine von 1965 an der Techno Classica 2022 (© Bruno von Rotz)

Und die offene Göttin, die elegante Citroën DS als Cabriolet. Rot würde einem hier kaum in den Sinn kommen, obschon es dem Wagen eigentlich gut steht.

Aston Martin DB5 Convertible von 1965 an der Techno Classica 2022 (© Bruno von Rotz)

Für den Aston Martin DB5, zumal als Cabriolet, wäre wohl im Geiste wieder (James Bond) Graumetallic erste Wahl gewesen.

Dino 206 GT von 1968 an der Techno Classica 2022 (© Bruno von Rotz)

Und einen Dino 206 GT würden wir uns wohl auch eher in Rot oder Gelb vorstellen als in Weiss, obwohl gerade der kleine Mittelmotorwagen von Ferrari dafür bekannt ist, in sehr vielen und ungewöhnlichen Farben lackiert worden zu sein.

P.S. Natürlich bringen dann noch einen “ausgewachsenen” Messebericht zur eben eröffneten Techno Classica mit über 2000 ausgestellten Autos. Es hat noch einige mehr mit unorthodoxen Farben dabei …

Viel Plastik für wenig Licht

Paul Krüger
23.03.2022

Eineinhalb Opel-Rückleuchten: links Omega B, rechts Rekord P

Zum Thema "Alles wird immer grösser" kann ich auch eine Kleinigkeit beisteuern. Oben auf dem Bild sehen wir nämlich zwei Opel-Rückleuchten. Wobei es sich strenggenommen sogar nur um eineinhalb Leuchten handelt. Die rechte stammt von einem 1959er Rekord P. Die linke ist die die äussere Hälfte der linken Leuchte eines gut 40 Jahre jüngeren Omega B, die trotzdem genug Polymethylmethacrylat enthält, um das Mitteklassemodell der Fünfziger beidseitig zu bestücken.

Dennoch ist es den Konstrukteuren in den Neunzigern nicht gelungen, in einem Bauteil von annähernd gleicher Höhe und dreifacher Breite die gleiche Anzahl an Leuchtmitteln und Signalen unterzubringen. Das aufrechte gotische Kirchenfenster des Rekord lässt von oben nach unten Rücklicht, Bremslicht und Blinker sowie die (aufpreispflichtigen) Rückfahrscheinwerfer erstrahlen. Die breite Omega-Ecke bietet nur dem Fahrtrichtungsanzeiger und einer Zweifadenbirne für Brems- und Rücklicht Platz. Der Rückfahrscheinwerfer musste in die Heckklappe umziehen, wo er sich ein eigenes Gehäuse mit der Nebelschlussleuchte teilt.

Sicher – die Erkenntnis, dass sich die Anbauteile von Autos stetig vergrössern und inzwischen teils absurde Dimensionen angenommen haben, ist so neu nicht. Trotzdem staunte ich nicht schlecht, als vergangene Woche das Paket mit der Omega-Leuchtenhälfte eintraf – weil ich mich nicht erinnern konnte, in der jüngsten Vergangenheit einen mittelgrossen Mikrowellenherd bestellt zu haben.

Im eingebauten Zustand wirkt der moderne Eckpfannkuchen übrigens gar nicht mehr so gross. Es hängt eben immer auch davon ab, womit man vergleicht. Schliesslich ist das neben dem Rekord so massig wirkende Rüsselsheimer Millenniums-Flaggschiff inzwischen schmaler und niedriger als ein heutiger Mini Countryman.

Original oder Kopie?

Bruno von Rotz
22.03.2022

Amilcar C6 an der Rétromobile (© Bruno von Rotz)

An der Rétromobile 2022 konnte man in der Sonderschau des Vintage Revivals Montlhéry einen originalen Amilcar C6 betrachten. Allzu viele sind nicht mehr existent und so haben die Preise kräftig zugelegt in den letzten Jahren.

Amilcar C6 bei Pur Sang (© Bruno von Rotz)

Dies bewog nun wohl auch die Firma Pur Sang, nach Autos von Bugatti und Alfa Romeo zusätzlich die berühmten Sechszylinder-Sportwagen von Amilcar nachzubauen.

Die Detailtreue ist bestechend und sicherlich tönt der Nachbau aus Argentinien auch kaum schlechter als das Original.

Motor des Amilcar Pur Sang C6 (© Bruno von Rotz)

Bei Preisen um EUR 160’000 dürfte die Kopie auch sehr viel günstiger zu kaufen sein, nur bei der Zulassung zum Strassenverkehr wird es dann wohl gröbere Herausforderungen zu bewältigen geben. Schade, denn die Idee, einen Vorkriegssportwagen zu fahren und im Notfall auf eine funktionierende Teileversorgung zurückgreifen zu können, ist doch eigentlich bestechend …

P.S. Unser Rückblick zur Rétromobile mit über 250 Fotos ist publiziert.

Zwischengas publiziert in diesem Blog täglich einen Beitrag seit 2010

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