Spiel mir das Lied vom Tod

Daniel Reinhard
31.08.2022

Namibia - Pickup (© Daniel Reinhard)

Am 21. Dezember 1968 erschien Sergio Leones Western "Spiel mir das Lied vom Tod". Der Film mit Charles Bronson in der Hauptrolle erlangte schnell Kultstatus und ist noch heute der wohl beste Western aller Zeiten. Die unglaublich eindrucksvollen bildstarken Szenen mit ihren bewussten Längen machen das knapp dreistündige Epos zum Augenschmaus par excellence. Ennio Morricones Film-Musik unterstreicht das Ganze noch dreifach.

Hudson in Namibia (© Daniel Reinhard)

Namibia ein Land voll von Schönheiten und Freundlichkeit, was selbst der 7-fache Weltmeister Lewis Hamilton so nur bestätigen kann.

Auf Facebook schreibt er: "Dieses Jahr verbringe ich meine Sommerpause damit, etwas zu tun, was ich schon seit Jahren tun wollte. Endlich verfolge ich meine Wurzeln in Afrika, und Leute, nur zu sagen, dass diese Reise Erfahrungen gebracht haben, ist eine Untertreibung. Dies war ein lebensverändernder Reset. Ich habe das Gefühl, dass ich eine neue Perspektive auf das Leben gewonnen habe, eine noch stärkere Liebe zu Tieren entwickelt habe und meinen Brüdern, mit denen ich diese besondere Reise geteilt habe, noch näher gekommen bin. Wohin ich auch schaue, ich bin von so viel Schönheit umgeben, und ich fühle mich wirklich neu zentriert und in tiefem Frieden. Meine erste Station war Namibia, einer der schönsten Orte, die ich je mit eigenen Augen gesehen habe. Worte und Bilder können dem gesehenen niemals gerecht werden."

Diesen Aussagen ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.

Tragisch nur, dass die einzigartige Tierwelt mit schweren Waffen vor ihrer Ausrottung geschützt werden muss. Fünf Mann bewachen zum Beispiel vier Nashörner rund um die Uhr, nur um zu verhindern, dass diese wegen ihren beiden Hörnern abgeschossen werden. Die Chinesen glauben tatsächlich noch heute, dass sie damit ihre Potenz steigern könnten. Was für ein unglaublicher Unsinn.

Austin in Namibia (© Daniel Reinhard)

Hudson und Morris brauchen da wesentlich weniger Bewachung, denn sie verrotten unbeachtet im heissen Wüstensand. Die absolute Stille, einzig durch das quietschende Windrad unterbrochen, ruft fast augenblicklich Bronsons Mundharmonika mit ihren typischen Klängen in Erinnerung.

Tankstelle in Namibia (© Daniel Reinhard)

Alle grösseren Verschiebungen werden in Namibia noch mit Verbrennern bewältigt. Man kann schon froh sein mit einer Füllung von Tankstelle zu Tankstelle zu gelangen, da denkt man nicht mal an Elektro-Zapfsäulen.

Morris Cabriolet in Namibia (© Daniel Reinhard)

Ein bis zwei Tankfüllungen pro Jahr

Bruno von Rotz
30.08.2022

Tanken mit dem Talbot

Im Schnitt legt ein Oldtimerfahrer gemäss einer neueren Untersuchung mit seinem Wagen im Jahr 790 km zurück. Die Zahl mag pro Land variieren und ein Durchschnitt repräsentiert den einzelnen Klassikerfahrer natürlich nicht.

Trotzdem gibt es einem zu denken, dass somit der durchschnittliche Oldtimerfahrer nur ein bis zweimal tankt pro Jahr. In der Tat fahren viele von ihnen sogar noch mit der Tankfüllung aus dem letzten Jahr. Daraus lässt sich ableiten, dass der Treibstoff im Tank deutlich mehr an Wert zugelegt hat (relativ) als das Auto drum herum. Man sitzt also sozusagen auf einer richtig guten Investition, nur um sie irgendwann zu verbrennen (Witz). Es ist eigentlich überraschend, dass auf eBay noch keine Tankinhalte angeboten werden nach dem Motto: Verkaufe 50 Liter gut gelagertes Bleifrei-Super-Benzin für EUR/CHF 1.80 pro Liter.

Die lange Haltedauer von Benzin führt natürlich auch zu Problemen, so zündet bekanntlich altes Benzin schlechter und halbvolle Tanks können die Rostbildung fördern. Und wenn der Schnitt bei 1-2 Tankfüllungen pro Jahr liegt, dann wird es eben auch solche geben, die bereits zweijähriges Benzin im alten Auto haben …

Keine Rezessions- und Inflationsängste bei Oldtimer-Enthusiasten (Frage der Woche)

Bruno von Rotz
29.08.2022

Frage der Woche 215: Rezessionsängste beim Oldtimer-Besitzer?

Die Presseberichterstattung ist aktuell voll von den Themen Rezession, Inflation, Energieknappheit und Wirtschaftskrise. Da könnte auch mancher Oldtimer- und Youngtimer ins Grübeln kommen und sich fragen, was wohl die Zukunft bringen möge.

Aber zu welchem Schluss kommt er dabei? Dies wollten wir mit einer “Frage der Woche” eruieren, die da lautete: Wie werden sich die Rezessionsängste auf den Oldtimer/Youngtimer auswirken?

Die Besitzer von Klassikern sind offensichtlich optimistisch eingestimmt. 46,6 Prozent von den 348 antwortenden Zwischengas-Lesern gehen davon aus, dass am alten Wagen festgehalten wird oder sogar noch ein weiteres Auto angeschafft wird. Weitere 26,7 Prozent nehmen an, dass die Rezession dem alten Auto nicht schaden wird und dass ihrem Hobby keine Veränderung droht.

Nur gerade 17,8 Prozent sind pessimistischer eingestellt und vermuten, dass sich viele Oldtimer-/Youngtimer-Besitzer von ihrem Auto trennen werden, weil sie Geld brauchen oder befürchten, dass der Wert der Fahrzeuge senken könnte.

Es sollte noch gesagt werden, dass immerhin 8,9 Prozent der Antwortenden keine der vorgegebenen Optionen wählen mochte.

Insgesamt lässt sich aber sicher schlussfolgern, dass die Oldtimer- und Youngtimer-Besitzer optimistisch in die Zukunft schauen. Die grafische Auswertung der Antworten ergibt das folgende Bild:

Frage der Woche 215: Rezessionsängste beim Oldtimer-Besitzer? Ergebnis

Bereits wurde die nächste “Frage der Woche” in den Raum gestellt. Sie lautet: Wie wichtig ist das Motorgeräusch?

Und natürlich kann man die Ergebnisse der bisherigen “Fragen der Woche” weiterhin im entsprechenden Themenkanal nachlesen.

Peter Sauber gewinnt mit dem C3 das erste "Zahnrad von Walzenhausen"

Daniel Reinhard / Stefan Rogger
28.08.2022

Sauber C3 mit Peter Sauber am Bergrsprint Lachen-Walzenhausen (© Stefan Rogger)

Am  Wochenende vom 20./21. August 2022 war historisch doch so einiges los. Man traf sich in Safenwil, Ollon-Villars und auch am Bodensee zum sechsten Bergsprint Walzenhausen-Lachen. Mit Mario Illien, Fredy Lienhard und Peter Sauber waren auch hier einige Persönlichkeiten aus dem Rennsport zugegen.

Sauber C3 mit Peter Sauber am Bergrsprint Lachen-Walzenhausen (© Stefan Rogger)

Peter Sauber, der jahrzehntelang mit keinem seiner Autos mehr fuhr, stand dieses Jahr, nach dem Kerenzerbergrennen im C1, mit dem C3 ein zweites Mal am Start.

Rund 160 Fahrzeuge zeigten sich am Berg und begeisterten die zahlreich erschienen Fans. Zum ersten Mal wurde mit dem "Zahnrad von Walzenhausen" auch ein Ehrenpreis an spezielle, schöne und erfolgreiche Oldtimerfahrzeuge, oder an Persönlichkeiten, die sich in besonderem Masse um den Motorsport verdient gemacht haben, vergeben.

Die Jury wählte Peter Sauber mit seinem C3 als Gewinner der exklusiven Trophäe. Nominiert waren neben Peter Sauber auch der Maserati 8CM aus dem Jahr 1933 von Kurt Hasler und der Connaught Typ A F2 von 1952 von Jean-Robert Greller.

Die Trophäe, war von einem Stein-Bildhauer aus Thaler Sandstein mit einem eingearbeiteten Zahnrad kreiert worden. Der Stein soll den Berg und das Zahnrad die Verbindung einerseits zum Rennsport, andererseits zur Zahnradbahn von Walzenhausen nach Rheineck darstellen.

Damit wurde in Walzenhausen nach 32 Jahren erstmals wieder ein Preis vergeben, nachdem Fredy Amweg 1986 beim letzten offiziellen Rennen, als vierfacher "Walzenhausen - Lachen" Sieger, zum letzten Mal geehrt wurde.

Der letzte Wankel

Bruno von Rotz
27.08.2022

Mazda RX-8 von 2003 (© AR)

Der Mazda RX-8 wurde bereits 2001 in den USA präsentiert, die ersten Autos wurden dann 2002 gebaut, aber es wurde 2003, bis hiesige Autotester sich in den Wankel-Sportwagen mit der ungewöhnlichen Türkonfiguration setzen durften.

Seither gibt es diese gegenläufigen Hilfstüren ja auch beim Fiat 500e wieder, im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausend bot BMW eine solche Türe auch beim Mini Clubman an, aber der Mazda hatte auf beiden Seiten eine kurze Hintertüre, die das Besteigen der Rücksitze vereinfachen sollte. Und dies in begrenztem Umfang auch tat.

Die Hauptattraktion beim RX-8 war aber natürlich der Wankelmotor, der einen tiefen und zentralen Schwerpunkt ermöglichte. Die Automobil Revue prüfte den Nippon-Kreiskolben-Sportwagen im Spätherbst 2003 und schaffte den Sprint von 0 auf 100 km/h in beeindruckenden 7,1 Sekunden. Die folgende Bremsung auf 0 km/h gelang mit 35,5 Metern nicht weniger eindrücklich. Bei der Höchstgeschwindigkeit verliess man sich auf die Werksangabe (235 km/h), beim Verbrauch mass man 13,6 Liter pro 100 km im Mittel, 9,6 auf einer Verbrauchsfahrt.

Ein Sparkünstler war der Wankel wie erwartet nicht, dafür war er relativ leise, bei 120 km/h z.B. nur 70 dB(A) und zwar egal, ob man im 5. oder 6. Gang fuhr. Während man an der Laufruhe und Drehfreude viel Freude zeigte, wurden neben dem Verbrauch eine Drehmomentschwäche und ein nicht unerheblicher Ölverbrauch (ca. 1 Liter pro 2000 km?) kritisiert, auch an der Kopffreiheit vorne mangelte es den AR-Testredakteuren.  Das Schlussresümee für den 48’470 Franken teuren Wagen lautete: “Ein ganz spezielles Auto, das man unbedingt fahren sollte, bevor man darüber spricht.”

Was ich im übrigen damals tat, ich besass für einige Zeit einen dieser 231 PS starken Viersitzer, ersetzte ihn aber doch bald wieder mit einem V6, weil mir dessen Geräuschanmutung einfach irgendwie besser gefiel.

Wer selber nochmals nachlesen möchte, wie sich der RX-8 damals fuhr, der sei auf den Testbericht in AR 52/2003 verwiesen.

AR 52/2003

Ab sofort sind alle 52 Ausgaben der Automobil Revue des Jahres 2003 online bei uns komplett durchsuchbar und lesbar.

Automobil Revue Jahrgang 2003

 

Wenn das Leben dir Zitronen gibt ...

Paul Krüger
26.08.2022

Zitronen! Was soll ich damit? Das Leben soll es bereuen, Cave Johnson Zitronen gegeben zu haben!

... mach' Limonade draus. Dieses neuzeitliche Sprichwort, das dazu ermutigen soll, das Beste aus jeder noch so blöden Situation zu machen, war vermutlich einmal der Grundgedanke des alljährlichen "Concours d'Lemons" in Monterey. Als Gegenveranstaltung zum Concours d'Elegance von Pebble Beach mit seinen hochglanzpolierten Radspeichennippeln und seinem fast surreal anmutenden Sammelsurium sauteurer Sonderkarosserien trafen sich hier alltagsgebrauchte Allerweltswagen und sympathische Verliererkarren zum gepflegten Normalsein.

Ein Ford Maverick beim Concours d'Lemons 2022

Was bei uns eine Gurke ist, bezeichnet der Ami nämlich als Zitrone. Und so versammelten sich hier einst poppnietenreparierte Toyota Corolla und bluesmobilige Full-Size-Amis; aber auch erstlackierte AMC Pacer und gepflegte Cadillac Cimarron. Jener grottenschlechte Versuch von General Motors aus den Achtzigern, Luxus fürs Volk anzubieten, gilt heute als eines der miesesten je gebauten US-Autos. Aber egal. Wo, wenn nicht hier, waren er und sein Besitzer willkommen? Hier dufte man noch stolz sein auf seine peinliche Karre.

Ein Chevrolet Silverado beim Concours d'Lemons 2022

Nur leider hat sich der "Concours d'Lemons" über die Jahre immer mehr von diesem Grundsatz der alltäglichen Mittelmässigkeit entfernt. Nämlich als einige damit anfingen, grottige Gurken ganz bewusst aufzubauen. Was recht harmlos mit rot-weiss lackierten Stahlschreibenrädern, gelben Nebelscheinwerfern und künstlicher Rostfarbe auf verzinkten Youngtimern begann, ist inzwischen zu einem grellbunten Absurditätenwettbewerb für Heimwerker geworden.

Ein 1967er Plymouth beim Concours d'Lemons 2022

Die Freakshow geht mittlerweile so weit, dass manche sich riesige Plüschpferde aufs Dach oder einen Schraubstock auf den vorderen Kotflügel spaxen, nur um aufzufallen. Völlig egal, wenn man das Auto danach kaum noch im Alltag fahren kann. Mit der Anerkennung des Normalseins hat das nichts mehr zu tun. Hier geht es nicht mehr um die Ehrung der zu (Un)recht vernachlässigten Automobile der Geschichte. Hier geht es nur noch um Selbstdarsteller, die allen zeigen wollen, wie "total ironisch und positiv verrückt" sie doch sind.

Ein AMC Javelin beim Concours d'Lemons 2022

Umgekehrt hat sich der Verlierer-Ruf eines Edsel inzwischen so weit herumgesprochen, dass diese Autos in einer Porentiefe restauriert werden, mit der sie auch auf dem edlen Grün von Pebble Beach locker bestehen würden und sich vom Status des ungeliebten Stiefkindes meilenweit entfernt haben. Den Vogel abgeschossen hat aber ein Mädel auf einer Art fahrenden Bierkiste, die nur mit einem Dodge-Emblem, einer Fahrertür und einem abgetrennten Kopf im Goldfischglas ausgestattet war.

Ein ... äh ... Lincoln ? beim Concours d'Lemons 2022

Wer zwischen den beiden Extremen die vernünftige Mitte vermisst, sollte sich auf dem Besucherparkplatz umsehen. Mittlerweile findet der wahre "Concours d'Lemons" dort statt – nur merkt es eben keiner.

Wir danken Frank Wilke von Classic-Analytics für die Fotos vom Anlass!

Als Jackie Stewart Giacomo Agostini traf

Daniel Reinhard / Laurent Missbauer
25.08.2022

Jackie Stewart, Michelle Da Silva Camandona und Giacomo Agostini

Manchmal muss sich auch ein dreimaliger Formel-1-Weltmeister in sein Handwerk reden lassen. Etwa dann, wenn er das millionenteure Auto seines Sohnes eine schmale Bergstrasse hinaufscheucht und der nervöse Filius machtlos auf dem Beifahrersitz hockt.

Das diesjährige Bergrennen Ollon-Villars hatte man nämlich zum Anlass für die Gründungsfeier des neuen Automobile Club de Villars genommen, zu der einige Prominenz aus dem historischen Motorsport geladen war. So auch Sir Jackie Stewart und sein Sohn Paul mit seinem Ferrari 275 GTB. "Der wollte mir doch immer sagen, wo ich bremsen, beschleunigen, oder schalten soll. Okay, es ist natürlich sein Ferrari. Ich könnte mir ja so ein Auto nie leisten.", fasste der Weltmeister seine Eindrücke nach der Fahrt zusammen. Obendrein kennt Paul Stewart als "Einheimischer" die Strecke wahrscheinlich ein gutes Stück besser als sein alter Herr, denn er bewohnt ja das ehemalige Chalet von Emmanuel de Graffenried in Villars.

Neben Stewart war auch Motorrad-Grösse Giacomo Agostini nach Villars gekommen. Wie der Schotte war auch der Italiener schon vor 50 Jahren einmal dort, jedoch nicht zuem Bergrennen, sondern bei dem von Bernard Cahier organisierten Rennfahrer-Winter-Festival mit Ski-Bob und Ski-Doo. Diesmal beschränkte sich Agostini aufs Zusehen. Aber das dürfte ihm auch genügt haben. Denn wie Stewart stellte er fest, dass es nicht nur schöne Autos, sondern auch schöne Frauen zu sehen gab.

Jackie Stewart, immer zum Scherzen aufleget, stellte denn auch sogleich fest, dass Motorradrennfahrer nicht nur viel reicher seien als als Formel-1-Piloten, sondern auch viel mehr Erfolg bei den Frauen hätten. Umgekehrt sei es einzig und allein seinem Erfolg bei den Frauen zu verdanken, so Agostini auf Nachfrage des Schotten, dass er mit 80 Jahren noch so jung aussehe. Es war also ein lehrreicher Samstag für Sir Stewart.

Sir Jackie Stewart vor dem Ferrari 275 GTB seines Sohnes Paul

 

Parkplatz-Sorgen in der Innenstadt

Paul Krüger
24.08.2022

Ein 1972er Buick GS Convertible beim Zürich Classic Car Award 2022

Nein, nicht das, was Sie jetzt denken. Das Problem ist in diesem Falle weniger, ob man einen Platz findet, sondern vielmehr wo. Der Besitzer des 1972er Buick GS Convertible konnte einem beim diesjährigen Zürich Classic Car Award jedenfalls nur leidtun.

Sein bronzefarbenes Cabriolet war so unglücklich parkiert, dass man kein Foto davon schiessen konnte, ohne die plakativ beschrifteten Sanitäranlagen prominent im Bild zu haben.

Das sorgte zwar einmalig für einen ganz amüsanten Schnappschuss, liess aber eine würdevolle Inszenierung des Wagens kaum zu. Vielleicht hätte man diese Ecke des Bürkliplatzes lieber autofrei halten sollen. Natürlich kann der Buick-Besitzer diesen Platz auch ganz bewusst gewählt haben. Es wird ja sicherlich kaum ein subtiler Fingerzeig gewesen sein, was die Organisatoren über das Auto denken. Wäre angesichts des prächtigen Wagens auch nicht angebracht gewesen ...

Als Schriftzüge noch unleserlich sein durften

Paul Krüger
23.08.2022

Der Schriftzug eines Iso Grifo von 1966

Was, bitte, ist denn ein "J80 Corilo"? Wer als Kind mit dem dunkelblauen Matchbox-Modell Nummer 14 gespielt hat, wird sicher wissen, wie das grosse Sportcoupé tatsächlich heisst, weil Lesney damals so schlau war, den Namen in grossen Druckbuchstaben auf die Bodenplatte und somit ins Langzeitgedächtnis unzähliger junger Autofans zu prägen. Alle anderen müssen mitunter schon zweimal hinsehen, um auf der Kofferraumklappe den "Iso Grifo" entziffern zu können.

Der Schriftzug eines Alfa Romeo Giulietta Sprint von 1964

Als noch niemand von "Brand Awareness" schwafelte, durfte der Schriftzug auf einem Auto auch erst auf den zweiten Blick erkennbar sein. Viel wichtiger war, dass die Stilistik des Namenszuges zu der des Autos passte: geradlinig und elegant beim Pontiac Silver Streak, jugendlich-beschwingt beim Alfa Romeo Giulietta Sprint oder leidenschaftlich und wild beim Bizzarrini GT 5300 Strada.

Der Schriftzug eines Pontiac Silver Streak von 1950

Mit der Lesbarkeit haperte es bisweilen allerdings, da die einzelnen Buchstaben gerne miteinander verschmolzen oder sich in ihrer geschwungenen Unbekümmertheit in einen anderen verwandelten. Die Besitzer kümmerte es in der Regel nicht, dass Passanten ihr Auto für einen "Siljen Gneah", einen "Inrint" oder einen "OHS 53m tiada" hielten. Sie wusste ja schliesslich, was sie sich da gekauft hatten.

Der Schriftzug eines Bizzarrini GT 5300 Strada von 1968

Unser Lenkrad kennen wir wie unsere Hosentasche, aber andere? (Autokennerquiz)

Bruno von Rotz
22.08.2022

Lenkrad des Matra-Simca Bagheera (© Daniel Reinhard)

Mit kaum einem Bedienungselement hat man im Automobil mehr Kontakt als mit dem Lenkrad. Man umfasst es, tätschelt es und schlägt auch mal drauf, wenn die Dinge nicht so laufen, wie sie laufen sollten. Entsprechend gut kennt man sein Lenkrad auch.

Lenkrad des BMW 2000 CS (© Daniel Reinhard)

Aber kennen wir auch die Lenkräder anderer Autos? Und, im Rückblick spannend, wie haben sich die Lenkräder über die Jahre verändert?

Für ein neues Autokennerquiz haben wir aus dem umfangreichen Zwischengas-Fotoarchiv zwölf Bilder von Lenkrädern aus fünf Jahrzehnten zusammengestellt.

Jetzt liegt es an Ihnen, die Fahrzeuge zu erkennen! Wollen Sie es versuchen?

Hier geht’s zum neuesten Autokennerquiz …

Autokennerquiz 139 - Lenkräder

Zwischengas publiziert in diesem Blog täglich einen Beitrag seit 2010

Für weitere Einträge verwenden Sie deshalb bitte die Navigation nach Jahren und Monaten.

Loading...