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Es war einmal ... die Fensterkurbel

Paul Krüger
06.08.2022

Die Türverkleidung eines Alfa Romeo Giulia SS von 1964

Es ist noch gar nicht so lange her, da mussten selbst Käufer der teuersten Mercedes-Benz-Produkte noch einen Aufpreis zahlen, sollten die Seitenscheiben ihres Autos auf Knopfdruck elektrisch herunterfahren. Kleinwagenfahrer konnten von solch einem Luxus gar nur träumen. Doch wie so vieles hat sich auch der elektrische Fensterheber im Laufe der Jahre demokratisiert, sodass die klassische Kurbel heute kaum noch in einem Neuwagen zu finden ist.

Über Jahrzehnte war die Fensterkurbel ein fester Bestandteil und somit auch Gestaltungsmerkmal der Türverkleidung. Manche Hersteller formten gar kleine Skulpturen, mit denen sich die Scheibe nicht nur funktional, sondern auch höchst ansehnlich versenken liess. In US-amerikanischen Erzeugnissen fand sich häufig sogar eine zweite Kurbel für das Dreiecksfenster.

Die Türverkleidung eines Oldsmobile Super 88 von 1958

In den USA waren "Power Windows" schon seit den Fünfzigerjahren eine Option in der Mittelklasse. Die meisten Europäer mussten noch 20 Jahre genervt kurbeln, ehe sie feststellen durften, dass die Elektromotoren die Scheiben zwar mit deutlich weniger Arm-Bewegung, aber auch in der doppelten Zeit auf und ab fuhren. Immerhin konnte der Fahrer jetzt alle vier Fenster bequem von seinem Sitz aus bedienen.

Ein Problem, dass Neuwagenkäufer einst nicht hatten, Oldtimer-Besitzer heute aber umso mehr ärgert: elektrische Fensterheber gehen nach 30 Jahren gerne einmal kaputt. Und dann hat man den Salat, wenn das Ersatzteil entweder nicht aufzutreiben ist, oder so viel kostet wie vier ganze Türen inklusive Kurbelfenster.

Die Türverkleidung eines Alfa Romeo 1900 C von 1956

Überhaupt macht der ganze elektronische Krimskrams das Auto nur unnötig schwer. Während viele Liebhaber besonders bei Youngtimern gerne nach dem Wolpertinger der "Vollausstattung" suchen, folge ich lieber dem alten Grundsatz, dass nicht kaputtgehen kann, was gar nicht da ist. Das spart Gewicht, Nerven und Geld.

Deshalb hat mein W124 auch weder elektrische Fensterheber noch das begehrte Stahlhubdach. Genaugenommen hat er überhaupt nichts, was das das Fahren nach heutigen Standards angenehmer macht. Auch eine Klimaanlage fehlt ihm. Aber das macht nichts. Wird es mir zu warm, kurbele ich einfach das Fenster herunter.

Die Türverkleidung eines Fiat 128 Coupé von 1973

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