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Hohe Benzinpreise wundern auch den Oldtimer- und Youngtimerfahrer

Bruno von Rotz
08.08.2022

Tankstelle mit hohen Benzinpreisen im Jahr 2022

Seit Februar 2022 sind die Benzinpreise stark gestiegen, die Ursache ist bekannt. Allerdings beginnt man sich dann doch schnell zu wundern, wenn man die Preise in verschiedenen Ländern, aber auch andere Aspekte bei den Benzinpreisen anschaut.

Warum kann es sein, dass das Rohöl der Klasse Brent aktuell fast gleich teuer ist wie am 26. Oktober 2021 (USD 94.86 pro Bbl versus 91,388), während der Benzinpreis aktuell um 28 Prozent teurer als damals ist in der Schweiz, wo es bekanntlich keine Staatssubventionen gibt wie in anderen Ländern (Bleifrei 95 aktuell CHF 2.24, Oktober 2021 CHF 1.76). In Deutschland wäre die Situation wohl ähnlich, hätte der Staat nicht (vorübergehend) eingegriffen.

Die Benzinpreise sind generell auf einem Altzeithoch, die höchsten Benzinpreise für Bleifrei 95 müssen gemäss TCS (Touring Club der Schweiz) im Moment in Dänemark (CHF 2.51), Norwegen (CHF 2.44), Griechenland (CHF 2.39), Niederlande (CHF 2.38), Italien (CHF 2.23) und in der Schweiz (CHF 2.24) bezahlt werden.

Wenn diese hohen Preise nur mit hohen Kosten zu tun haben, wie ist es dann zu erklären, dass Erdölgesellschaften rekordhohe Gewinne scheffeln?

Der Staat ist scheinbar auch nicht an nachhaltigen Senkungen interessiert, denn er profitiert in Form zusätzlicher Steuereinnahmen (u.a. Mehrwertsteuer) mit und sieht den Benzinpreis sowieso eher als Lenkungsabgabe auf dem Weg zum emissionsfreien oder gar verhinderten Individualverkehr.

Jetzt sind wir Oldtimer- und Youngtimer-Fahrer natürlich nicht am meisten betroffen von dieser Preistreiberei. Die meisten von uns bewegen ihren Klassiker nur ein paar Tausend Kilometer und da macht eine Preisdifferenz von EUR/CHF 0.50 pro Liter gerade einmal vielleicht EUR/CHF 150.00 pro Jahr aus. Da verzichtet man auf ein Abendessen auswärts und gut ist.

Allerdings müssen oder wollen viele Oldtimer- und Youngtimer-Fahrer nicht unbedingt die günstigste Benzinsorte (mit allenfalls viel Ethanolbeimischung verwenden), sondern tanken lieber Super Plus oder Euro 98. Und hier stellt sich eine weitere Frage, die allerdings kaum je diskutiert wird. Wie kann es eigentlich sein, dass die Differenz zwischen Euro 95 und Euro 98 (oder Bleifrei Super und Super Plus) von einst 4 bis 7 Cents oder Rappen inzwischen auf im Schnitt 12 bis 20 Cents oder Rappen angewachsen ist? Wer gar auf die 100-oktanigen Benzinsorten angewiesen ist, muss teilweise sogar über 30 Cents oder Rappen mehr bezahlen. Diese Differenzen sind über die letzten Jahre stetig angestiegen, mit dem letzten Preisschub aber haben sie sich scheinbar verdoppelt, wenn mein Erinnerungsvermögen mich nicht im Stich lässt. Dies lässt sich ziemlich sicher nicht mit den gestiegenen Rohöl-Kosten erklären und auch nicht mit Transportkosten oder ähnlichem. Hier wird einfach auf Rendite optimiert und die Konsumenten bezahlen die Zeche.

Wo tun eigentlich die Preisüberwacher und Kartellschutzbehörden, die sich solcher Themen annehmen müssten und sicherstellen sollen, dass der Markt funktioniert?

Als Oldtimer- und Youngtimerfahrer sind wir, wie bereits gesagt, nicht die Hauptleidtragenden und sowieso halten wir uns lieber still zu diesen Themen, aber die grossen Publikumsmedien (Bild, Blick, 20Minuten, etc.) müssten doch ein Interesse haben, für ihre Leser ein bisschen Aufklärungsarbeit zu machen, oder nicht?

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