Als man noch bescheiden war
Wenn man den “Marktspiegel” aus “auto motor und sport” anschaut, der vor 50 Jahren publiziert wurde, fallen einem gleich mehrere Sachen auf:
Erstens gab es damals tolle Autos für – aus heutiger Sicht – wenig Geld. Ein Alfa Romeo 1300 Spider kostete neu DM 13’290, das wären umgerechnet etwa EUR 6900. Einen Fiat 500 gab’s für DM 3990, also für knapp EUR 2100. Und so weiter.
Auch für gebrauchte Wagen musste man wenig ausgeben, einen sechsjährigen BMW 2000 CS konnte man für DM 3000 erstehen, einen fünfjährigen Fiat 850 Spider für DM 2200. Natürlich wären diese Preise heute teuerungsbereinigt deutlich höher. Aber sie würden wohl vierstellig bleiben.
Interessant war aber auch der damalige Kommentar zu den Gebrauchtwagenpreisen:
“Für technisch und optisch gepflegte Mittelklasseautos jüngerer Baujahre ist die Situation auf dem Gebrauchtwagenmarkt auch weiterhin recht günstig. Besonderes Interesse finden Angebote in der Preisklasse zwischen 1800 und 3500 Mark.”
Diese Bescheidenheit, mit der einst Autokäufer nach einem fahrbaren Untersatz suchen, ist längst vorbei. Heute können sich schon Neulenker dank Leasing, Sharing und Abo-Modellen richtig teure Autos leisten. Sie kommen oft schon gar nicht mehr auf die Idee, einen Altwagen zu beschaffen, selber einen Ölwechsel durchzuführen oder die Zündkerzen zu ersetzen. Der Radwechsel macht der Vertragshändler, der gleich auch noch die Reifen lagert. Vielleicht fehlt dem Nachwuchs auch deshalb ein wenig der Bezug zur Technik und zum gealterten Automobil …


























