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Das Phänomen McLaren F1 – kann ein Youngtimer soviel wert sein?

Bruno von Rotz
19.08.2021

McLaren F1 von 1995 (© Mike Maez - Courtesy Gooding & Co 2013)

An der Gooding & Co Versteigerung von Pebble Beach wurde vor wenigen Tagen ein McLaren F1 aus dem Jahr 1995 für sage und schreibe USD 20,465 Millionen (EUR 17,4 Millionen, CHF 18,8 Millionen) verkauft. Das ist in USD neuer Weltrekord für einen F1, in CHF und EUR war der F1 ‘LM Specification’ von 1994 noch geringfügig teurer, als er Im August 2019 von RM/Sotheby’s in Monterey versteigert wurde.

Beides sind aber keine Eintagesfliegen, seit einigen Jahren werden F1-Exemplare für immer höhere Summen verkauft (alle in der Grafik gezeigten Wagen wurden um den Pebble Beach Concours d’Elégance in den USA versteigert, drei von Gooding & Co, zwei von RM/Sotheby’s und einer von Bonhams, die Preise sind in USD angezeigt).

Auktions-Datenbank Zwischengas - Versteigerungsergebnisse McLaren F1 von 2011 bis 2021 (© Zwischengas)

Schauen wir uns kurz die Fakten zum Auto an: Der McLaren F1 wurde 1992 in Monaco vorgestellt, als Preis wurden damals DM 1,6 Millionen (USD 970’785, £ 634’500) genannt, womit der F1 sofort zum bis dahin teuersten Serienfahrzeug aller Zeiten avancierte. Man wollte 300 Autos bauen, aber soviele wurden es dann nicht, nach 106 Exemplaren war 1998 Schluss. Der F1 ist also selten geblieben. 64 Exemplare verliessen als normale Strassenversion das Werk, der Rest waren mehr oder weniger verkappte Rennwagen.

Der Motor kam von BMW, in ähnlicher Form war der V12 auch in Limousinen und im 850i zu finden, für McLaren wurde eine 627 PS starke 6,1-Liter-Version mit allen State-of-the-Art-Komponenten, denen man habhaft werden konnte, gefertigt.

McLaren F1 von 1994 (© Brian Henniker - Courtesy Gooding & Co 2014)

Der McLaren F1 war ein gutes Auto, sicherlich die Messlatte für alle anderen Hersteller.

Aber reicht all dies, um zu erklären, warum ein McLaren F1 heute teurer als fast alle Supersportwagen aller Zeiten ist, mit Ausnahme des Ferrari 250 GTO? Warum kann ein F1 mehr kosten als einer der wenigen Maserati 5000 GT und mehr als ein Aston Martin DB4 GT Zagato?

Im Prinzip müsste man den McLaren F1 ja mit einem De Tomaso Mangusta oder einem Bizzarrini 5300 GT Strada vergleichen, denn diese verwendeten auch einen Grossserienmotor und verzichteten auf eine eigene Motorenentwicklung, während beispielsweise ja der Bugatti EB110 oder der Jaguar XJ220 eigens gebaute Antriebsaggregate vom Hersteller selber aufwiesen.

An den tollen Fahreigenschaften kann es kaum liegen, denn viel davon dürften die bisherigen Besitzer des in Pebble Beach versteigerten Wagen nicht gehabt haben, der Kilometerstand lag unter 500.

Was also macht bei Sammlern der Reiz dieses gerade einmal rund 25-jährigen Autos aus und warum werden sie immer in den USA verkauft, wo bekanntlich ein 55 Meilen-Speed-Limit existiert? Es ist ein Phänomen, das sich offensichtlich mit Zahlen alleine schlecht erklären lässt.

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