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Schnelles Fahren nicht mehr zeitgemäss?

Bruno von Rotz
09.08.2021

Schnelles Fahren (© ams)

Die Diskussion um Tempolimits ist heutzutage ja wieder voll im Gange. Städte überlegen sich flächendeckend Tempo 30 km/h einzuführen, die Tage der unbeschränkten deutschen Autobahnen scheinen gezählt.

Da würde ein Artikel unter dem Titel “Schnelles Fahren nicht mehr zeitgemäss?” ja gut passen. Allerdings stammt der entsprechende Bericht aus dem Jahr 1967, also aus einer Zeit, als die meisten Autos noch knapp über 120 km/h fuhren, von 200, 400 oder gar 600 PS wagten die Autofahrer damals nicht einmal zu träumen.

Trotzdem erörterte man das Thema Schnellfahren in der Zeitschrift “auto motor und sport” auf fast einem Dutzend Seiten. Und natürlich wollte man als seriöses Automagazin auch Daten und Evidenz liefern. Anlass zum Artikel gab u.a. ein Experiment der Zeitschrift Stern, bei dem einmal zahm und einmal wild von Hamburg nach Rimini gefahren wurde. Über die 1450 km liessen sich durch Schnellfahren gerade einmal 31 Minuten herausholen, anstatt nach 20 Stunden 12 Minuten kam der “zahme” Autofahrer als nach 20 Stunden und 43 Minuten am Ziel in Italien an. Er verbrauchte aber 2,7 Liter pro 100 km weniger und musste anstatt 1334 Mal nur 652 Mal bremsen. Trotz langsamerer Fahrweise überholte aber auch der “Zahme” noch 645 Mal, während der “Wilde” es auf 2004 Überholvorgänge brachte. Schnellfahren schien also fast gar nichts zu bringen.

Diesem Beispiel wollte “auto motor und sport" aber eigene Versuchsfahrten entgegensetzen und liess Teams in zwei Fahrweisen von Hamburg nach Rimini, von Stuttgart zum Bodensee und von Stuttgart nach Basel und zurück fahren. Bei den ams-Versuchen waren die Zeitunterschiede deutlich grösser, die Verbrauchsdifferenzen allerdings auch.

Wie viel besser eine schnellere Fahrweise bezüglich Zeitgewinn abschnitt, hing eben auch von der Reiseplanung, respektive der Reisezeit ab. Von einem “guten und schlechten Schnitt” sprach Autor Reinhard Seiffert damals.

Heute sähe dies alles noch deutlich anders aus, der Verkehr ist eher dichter geworden, Autobahnen dafür durchgängiger. Tempolimits nivellieren die unterschiedlichen Fahrweisen weiter.

Und warum gibt es dann heute SUVs mit über 500 PS oder Hypersportwagen mit mehr als 1000 PS? Mit schneller vorankommen haben diese Fahrzeuggattungen ziemlich sicher kaum etwas zu tun … Dies wäre vielleicht wieder einmal ein Experiment wert …

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