Was lange währt, wird endlich gut: Reinhard Fotografen-Dynastie geehrt
Vor nicht weniger als 18 Jahren hat ein Hergiswiler-Leserbriefschreiber die Regierungsbehörde des Kantons Obwalden drauf aufmerksam gemacht, dass es angebracht wäre, den Kulturpreis Obwalden endlich den Sachsler-Fotografen Sepp und Daniel Reinhard sowie posthum auch Josef Reinhard (dem Vater, resp. Grossvater) zu verleihen.
Es hat bis zum letzten Samstag gedauert, um diese Preisverleihung Wirklichkeit werden zu lassen. „Die Obwaldner-Regierung hat sich für die Prüfung des Leserbriefbegehrens genug Zeit gelassen“, schmunzelt der Obwaldner Bildungsdirektor Christian Schäli bei der Verleihung des Kulturpreises an Josef und Daniel Reinhard. Die Fotographendynastie Reinhard mit Josef Reinhard (1901 – 1975), Sepp Reinhard (* 1931) – als „Katastrophen-Reinhard“ in ganz Obwalden bekannt, und Daniel Reinhard (* 1960) sorgen seit Jahrzehnten dafür, dass Land und Leute fotografisch dokumentiert werden. Und seit den 50er Jahren ist der Name „Reinhard“ eine feste Grösse im Automobil-Rennsport. Vater und Sohn haben von den knapp über 1000 Formel-1-Grand-Prix mehr als 700 fotografiert, Daniel Reinhard wurde vor Jahren in den erlauchten „500er-Club“ von Formel-1-Zampano Bernie Ecclestone aufgenommen – eine Ehre, die nur wenigen Journalisten und Fotografen widerfährt.
Das Lebenswerk von Sepp und Daniel Reinhard umranken unendliche Anekdoten, beispielsweise die, dass Sepp Reinhard jahrelang Radarfotos für die Obwaldner-Kantonspolizei entwickelte und eines Tages staunte, als sich auf einem der Negative im Entwicklungsbad langsam ein Foto mit dem VW und seiner Nummer OW 777 herausschälte…
Ein Bruchteil der Reinhard-Fotos sind in den nächsten Wochen in den Schaufenstern der um den Dorfplatz in Sarnen gruppierten Läden ausgestellt. Die Galerie Hofmatt in Sarnen zeigt bis zum 17. November 2019 einen kleinen, repräsentativen Querschnitt des Schaffens der drei Generationen Reinhard. In seiner Dankesrede stellte Daniel Reinhard klar: „Eine vierte Generation Reinhard in der Fotografie wird es nicht mehr geben, unsere beiden Kinder orientieren sich völlig anders“. Thomas Suter






















