Als man noch richtige Ersatzräder hatte

Bruno von Rotz
30.04.2019

Ersatzrad im Motorraum des Citroën GS von 1977

Früh in der Entwicklung des Automobils wurde der Luftreifen erfunden und eingeführt und damit entstand ein neues Problem, das des Plattfusses. Nahmen die Autofahrer anfänglich als Ersatz Schläuche und Reifen mit auf die Reise, wurden schon bald ganze (auch mehrere) Ersatzräder ans Auto geschnallt.

Doppeltes Reserverad bei einem Vorkriegsautomobil

Später führte man sie im Kofferraum oder auch im Motorraum (Bild oben) oder an anderen Plätzen, ein die man gut herankam, mit. Immer aber war ein komplettes und den übrigen Rädern entsprechendes Ersatzrad an Bord.

Mit dem Wachsen der Radbreiten nahmen diese Ersatzräder irgendwann zuviel Platz ein, man erfand den “Space Safer” oder das sogenannte Notrad. Mit einem Kompressor konnte der Pneu aufgepumpt werden, bevor man ihn montierte. Ein wirklicher Ersatz war das Notrad aber nicht, es war nur zur Fahrt in die nächste Garage geeignet. Schliesslich verzichtete man auch noch auf das Notrad und gab dem Fahrer gerade noch ein Reparaturkit mit, in der Hoffnung, dass damit ein undichtes Rad unterwegs repariert werden könne. Was manchmal gelang, manchmal auch nicht.

Bis in die Siebziger- und vielleicht Achtzigerjahre aber erhielt man als Autokäufer fünf vollwertige Räder, die man zum richtigen Fahren einsetzen konnte. Dies sparte auch Geld, denn natürlich musste man beim ersten Ersatzkauf, wenn beispielsweise die Vorderpneus abgenutzt waren, nur einen neuen Pneu kaufen, den vom Ersatzrad konnte man (inklusive Felge) gleich in den Turnus mitaufnehmen. Später dann montierte man vielleicht einen Winterreifen auf das (verbrauchte) Ersatzrad und musste so nur drei zusätzliche Felgen zu kaufen. Ein komplettes Ersatzrad, das in der Optik und der Dimension den normalen Fahrrädern entsprach, half also auch, etwas Geld zu sparen.

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